31. Dezember 2008

Pfannkuchen und 600

Heute am letzten Tag dieses für mich ziemlich bemerkenswerten, veränderungsreichen und aufregendem Jahr 2008 galt es noch zwei wichtige Dinge zu bezwingen: den Pfannkuchenlauf mit der höchsten Steigung, die Berlin zu bieten hat, dem Teufelsberg und die 600km-Marke, die ich unbedingt ja noch dieses Jahr knacken wollte. Nun, was soll ich sagen: beides wurde besiegt! Wenn auch mit Ach und Krach!
Gestern war ich noch einmal zu meiner kleinen 4km-Runde aufgebrochen, die ich ja dringend benötigte um die 600 km zu erreichen. So gut wie es am Vortag ging, so schleppend lief es an diesem Tag. So sah ich wohl ziemlich unglücklich und vor mich hin humpelnd aus als mich eine schnell-sportliche Läuferin überholte. Ob der wohl die gleichen Gedanken durch den Kopf gingen wie mir am Vortag als ich die langsame Läuferin überholte? So ist es alles also ausgleichende Gerechtigkeit.
Ich spürte in meinen Beinen einfach den Lauf vom Vortag und wahrscheinlich auch noch die paar Tage Laufpause aufgrund Krankheit. Und dann gleich zwei Tage hintereinander - mach' ich ja sonst auch nicht! Naja, der blöde Ehrgeiz halt...
Mir schwante dementsprechend für den heutigen Lauf durch den Grunewald nix Gutes, aber es ging ja hauptsächlich ums Mitmachen. Ulf musste auch noch mehr als überredet und motiviert werden, so konnte ich mir also keine Schwäche erlauben und musste frohen Mutes daher kommen. Es war ein Traumwetter: strahlend-blauer Himmel, aber knackig-kalte -3°C zeigte unser Außenthermometer, was dazu führte, dass Ulf das Bett geschweige denn die Wohnung am liebsten gar nicht verlassen wollte. Aber kneifen gilt nicht! So konnte ich ihn schließlich doch auch überreden und wir machten uns auf den Weg Richtung Mommsenstadion, wo wir zunächst den Kleinen beim 2km-Lauf zusahen, unsere Startnummern abholten und die 4km-Läufer beim Start beklatschten. Und ehe wir uns versahen, ging es auch schon los, noch ein Bussi im Startbereich und schon schoss Ulf davon, viel Erfolg!
Ich trabte gemächlich vor mich hin, wollte erstmal einen Rhythmus finden und hatte dann relativ schnell eine Frau gefunden, die ziemlich mein Tempo lief und an die ich mich hängen konnte. Garmin sagte mir zwar, dass ich für meine Verhältnisse zu schnell unterwegs war, immer so knapp unter 7:00 min/km, aber es ging die ganze Zeit so schön bergab und mir schwante schon, dass ich diese schnelle Fahrt nach unten auch noch wieder hinauf musste, also warum nicht hier das Tempo nutzen?
Es war herrlich, die Sonne schien durch die Bäume, alles glitzerte verdächtig weiß und ich fühlte mich gut. Nur auf den Weg musste man ganz schön aufpassen, denn gefrorener Matsch kann böse Stolperfallen entstehen lassen. So klatschte kurz vor mir ein älterer Herr auch bäuchlings ins Laub. Puh, zum Glück nix passiert, er konnte unbeschadet weiter!
Dann ging es um eine Biegung herum und dann wurde meine Vorahnung Realität: bergauf, zunächst sanft, so dass man noch gut laufen konnte, links um eine Abzweigung und ein steiler Anstieg machte sich vor mir breit, der nicht nur von mir, sondern von allen umliegenden Läufern nur gehend zu bewältigen war. Das riss meinen Schnitt natürlich ziemlich nach unten, denn fast den ganzen Kilometer 4 ging ich stetig bergauf mit einem Schnitt von 9:28 min/km. Auch Ulf erzählte mir später, dass er gehen musste, aber noch länger durchhalten konnte als ich und erst später in den Schritt verfallen musste. Und ich hatte die Hoffnung gehabt, dass dieser Anstieg erst auf dem Teilstück kommt, wo wir nicht mehr würden laufen müssen, weil wir ja nur die 6,3 km bewältigen mussten. Aber denkste!
Naja, dann waren wir irgendwann oben angekommen, worüber ich mich auch noch bei einem Streckenposten versicherte. Seine Antwort, dass wir es jetzt geschafft hätten, löste bei mir und all' den Umliegenden lauten Jubel aus. Lustig!
Dann ging es nur noch sanft ein bißchen hoch und dann gnädigerweise wieder bergab bis wir durch ein Wohnviertel auf die Zielgerade einbiegen konnten. Auf dem letzten Stück schwanden meine Kräfte ein wenig und viele überholten mich noch, aber auf den letzten 50 Metern der Zielgeraden konnte ich dann noch zum Endspurt ansetzen und die alle wieder einsammeln, ha!
Ulf wartete im Zielbereich auf mich und wir fielen uns glücklich und kaputt in die Arme. Selten hat doofer Zitronentee und ein Berliner, äh Pfannkuchen wie sie ja hier heißen, so gut geschmeckt!
Mit meiner selbst gestoppten Zeit von 46:11 min bin ich relativ zufrieden, denn trotz des Kilometers walken ergibt das einen Schnitt von 7:19 min/km. Anfangs hatte ich mir zwar einen 7:00er-Schnitt erhofft, aber da konnte ja noch keiner ahnen, dass wir Berge würden besteigen müssen...
Ulf war irgendwann nach 37:xx min im Ziel - wohlgemerkt untrainiert, denn das letzte Mal überhaupt gelaufen ist er am 02.10.! Unglaublich und frustrierend für mich, aber was soll's! Es sei ihm gegönnt und scheinbar hat es ihm auch Spaß gemacht, denn mittlerweile überlegt er sogar, ob er morgen mit mir zum Neujahrslauf kommt. Naja, mal schauen!
So, mit den Bildern von meinem heutige Lauf und dem Hinweis, dass ich die 600km-Marke knapp geknackt habe (600,55km) entlasse ich Euch in Eure Silvester-Parties! Feiert fröhlich, aber nicht zu heftig!



Und so wünsche ich all' meinen Lesern einen guten Rutsch ins neue Jahr und all' das, was Ihr Euch für das Jahr 2009 auch wünscht!

29. Dezember 2008

Watt kalt anne Bronchien

Mönsch, was war das heute kalt für meine noch etwas belegten Bronchien... Bei lt. Windchill gefühlten -9°C hatte ich mich ordentlich dick eingepackt und wollte auf einer kleinen Runde heute mal testen inwiefern ich denn schon wieder hergestellt bin.

Die Weihnachtstage haben wir in der Nähe Hamburgs und Bremens bei unseren Familien verbracht und ich habe mir mit meinem Husten alle Mühe gegeben, alle anzustecken, aber Echinacea hat scheinbar alle ganz gut geschützt, die nicht eh schon krank waren. Mit mir ging es aber rapide aufwärts, wenn ich mich am Heiligen Abend aber noch etwas ausgewrungen fühlte. Spätestens nach der leckeren Ente meiner Schwiegermutter in spe am 1. Weihnachtstag ging es mir aber direkt wieder besser.

Ich hatte aber vernünftigerweise alle Laufklamotten zu Hause gelassen, um gar nicht erst in die Versuchung zu kommen, möglicherweise zu früh loszuspurten. Eine Woche Abstinenz hatte ich mir strikt verordnet und auch eingehalten, denn heute war Tag 8 nach Start meiner Grippe.
Also, durfte ich heute endlich raus und als sei sie mir gnädig, lugte bei meinem Start auch tatsächlich gleich die Sonne hinter den Wolken hervor. Als ich vor der Tür noch meine Schuhe schnürte und auf das Satellitenempfangssignal für meinen Garmin wartete, schlurfte eine Joggerin an mir vorbei in niegelnagelneuen, blitzeblanken Turnschuhen. Na, ob die wohl der Weihnachtsmann gebracht hatte für all' die guten Vorsätze im neuen Jahr?! Ich hoffe, sie bleibt dran, denn ihre Bemühungen in einer für diese Kälte viel zu kurzen Hose und ungeeigneten Bekleidungsmaterialien, und einem Laufstil, der der Breite ihrer Hüften angepasst war, sahen eher kläglich aus und so stolperte die Dame mehr vorwärts als dass sie lief.
Ich sah mich sofort zurückversetzt. Ein Jahr war es fast her, da wagte ich meine ersten Stolperschritte. Am liebsten hätte ich sie angesprochen als ich sie überholte und ihr erzählt, dass ich auch erst seit einem Jahr dabei wäre und dass es sich lohnt, dran zu bleiben. Aber ich hab's natürlich nicht getan. Wer weiß, vielleicht läuft die schon seit Jahrzehnten und sieht dabei nur etwas unglücklich aus... Ich kam mir auf jeden Fall irgendwie gemein vor als ich sportlich locker an ihr vorbei lief. Und so schnell....

Ja, schon beim Loslaufen hatte ich das Gefühl einen Turbo im Po eingebaut zu haben, war mir aber nicht sicher und wollte mich durch Handschuhe und Pulloverärmel auch nicht zu meinem Garmin durchwühlen. So lief ich einfach locker vor mich hin, mein Atem fühlte sich gut an, die Kälte war kaum zu spüren. Die Auswertung zu Hause in SportTracks sollte mein Gefühl aber bestätigen: 4,29 km @ 7:00 min/km = 30:04 min - ich war für meine Verhältnisse schnell unterwegs gewesen!
Ärgern musste ich mich wieder einmal über eine Hundebesitzerin, die wieder einmal der Meinung gewesen zu sein schien, dass ihrem Fifi (immerhin angeleint) die Welt alleine gehört.

Ich hatte auf dem Weg an der Spree entlang schon einen riesigen Bogen (soweit es der Weg dort halt zulässt) um die zwei Hunde dort am Wegesrand eingeschlagen, aber just in dem Moment als ich näher komme, ändert der Große (ich meine wirklich GROß) seine Meinung und rennt auf mich zu. Ich war natürlich die ganze Zeit der Meinung, dass die Besitzerin jetzt wohl gleich mal an der Leine ruckeln würde, um ihrem Fifi zu signalisieren, dass er da nicht weiter kann, weil da eine Läuferin kommt, aber denkste.... Ich musste echt einen kleinen Sprung auf der Stelle hinlegen, um anzuhalten, weil der Hund direkt vor mir stand. Ja, wie jetzt? Sollte ich drüber springen oder wie? Zum allgemeinen Verständnis: ich befand mich am Rande des Weges, neben mir waren nur noch Büsche und dann die Spree.... In der anderen Richtung zwei Meter Weg versperrt von einem weitern Hund mit Besitzer an der Leine und die Leine meines Spielgefährten.... Wenn Blicke hätten töten können, wäre die gute Frau am Ende der Leine wohl direkt umgekippt, aber statt mal ein 'Sorry' über Lippen zu schicken, zuckt sie natürlich nur mit den Schultern... I don't believe it!
Ich möchte hier nochmal betonen, dass ich überhaupts nichts gegen Hunde habe, im Gegenteil ich mag Hunde sehr! Aber die Ignoranz und Dummheit vieler Hundebesitzer treibt mich nicht erst zum Wahnsinn seit ich laufe, aber seitdem ich dies tue, komme ich einfach häufiger mit ihnen in Kontakt, mit den ignoranten Besitzern meine ich!
Erst als ich wieder zu Hause war und noch ein paar Schritte zurück zur Haustür ging, merkte ich beim tiefen EInatmen die Kälte wie sie sich auf meinen Bronchien niederschlug. Dass ich dann aus dem Husten nicht mehr rauskam, zeigte mir deutlich, dass ich noch nicht wieder ganz fit und beschwerdefrei bin, deshalb habe ich das Dehnen heute auch in das muckelig-warme Wohnzimmer verlegt statt weiter draußen verschwitzt in der Kälte zu stehen.
Aber herrlich war es!
Und wenn ich morgen diese kleine Runde auch noch mal drehe und Silvester die 6,3 km vom Pfannkuchenlauf dazuzähle, komme ich in 2008 vielleicht doch noch auch meine 600 km...

23. Dezember 2008

Weg der Besserung

Seit heute morgen bin ich fieberfrei, glücklicherweise! Natürlich kann ich noch keine großen Sprünge machen, denn mein Körper ist doch ganz schön geschlaucht von dieser Hitzekur in den letzten Tagen. Aber es geht also langsam aufwärts, so dass wir uns nun wohl morgen auf den Weg zu weihnachtlichen Familienbesuchen machen werden.
Das Training, das ich mir für den Pfannkuchenlauf am 31.12. noch vorgenommen hatte, um unter anderem auch die 600 km in diesem Jahr noch voll zu machen, werde ich mir wohl eher klemmen, denn bevor meine Bronchien nicht wieder völlig in Ordnung sind, macht sich das wohl nicht so gut. Ärgerlich, denn nur 14,05 km trennen mich von dieser magischen Linie...
Drückt mir aber wenigstens die Daumen, dass ich zum Pfannkuchenlauf selber wieder fit genug bin... *hoff*
Und vielen Dank für die vielen Genesungswünsche, scheinbar haben die in Kombination mit Ferrum phosphoricum comp. gut angeschlagen!

22. Dezember 2008

Ausgeknockt

Es kam Samstag nachmittag wie vom Himmel gefallen. Wir wollten gerade unser Gepäck ins Auto laden und uns auf den Weg in den Norden machen, da fühlte ich mich auf einmal ganz schwach und müde, mein Gefühl sagte mir binnen kürzester Zeit: Fieber. Innehalb von 1,5 Stunden hatte ich 38,6° und an die Fahrt war nicht zu denken. So liege ich jetzt seit Samstag abend im Bett, pflege meinen Husten und das Fieber, das seitdem nicht merklich gesunken ist.

Mein Schatz kümmert sich ganz arg lieb um mich und ist selber auf eine Matratze im Wohnzimmer umgezogen, damit er sich nicht ansteckt.
Schon gestern schien die Sonne in mein Fenster, wie auch jetzt, und lässt mich daran denken, dass ich eigentlich in diesen freien Tagen ganz viel laufen wollte. Tja, das war wohl nix!
Dafür hab' ich jetzt wohl eine Erklärung dafür, warum ich wohl schon in der letzten Woche immer Schwierigkeiten beim Atmen hatte und immer das Gefühl hatte, beim Laufen nicht genug Luft zu kriegen.
Nun, drückt mir die Daumen, dass ich bald wieder auf dem Damm bin!

20. Dezember 2008

Schnell + kurz = schlecht; Langsam und lang = gut

Ich bin eingetreten in die neue Rechenart des Laufens.
Nachdem ich am Mittwoch einen verhältnismäßig fixen Lauf über 5,47 km in Durchschnittspace von 7.25 min/km hatte, auf dem ich gelitten habe, sollte es heute anders gehen. Ich habe gelitten, weil ich einfach schlecht Luft bekommen habe, die Luft war fürchterlich dick, es nieselte und die Wolken schienen mir auf den Kopf zu fallen. Bei jedem Schritt hatte ich das Gefühl nach Luft japsen zu müssen - fürchterlich! Als ich wieder zu Hause war, sah ich mal wieder Sterne und da war mir klar, dass ich zu schnell unterwegs gewesen war...

Heute war Laufen eigentlich schon fast wieder gestorben, denn nachdem ich gestern meinen letzten Arbeitstag in diesem Jahr mit einer halben Flasche kalifornischen Chardonnays begossen hatte und mir seit Tagen die Schulter- und Nackenmuskulatur höllische Schmerzen inklusive eingeschlafener Arme und Kopfschmerzen bereitet, fühlte ich mich dementsprechend zerschlagen als ich heute morgen die Augen öffnete. Der stechende Kopfschmerz war wohl auch auf den Weißweingenuss zurcükzuführen und ich konnte mich kaum bewegen... Naja, nachdem ich langsam in den Tag gestartet war und mich mit diversen homöopathischen Mittelchen wieder fit gemacht hatte, waren zunächst Weichnachtsvorbereitungen zu erledigen. Die ganze Stadt dreht natürlich durch, denn egal ob nächste Woche noch normale Werktage vor uns liegen oder nicht, scheinen alle Menschen am Freitag vor Weihnachten in einen allgemeinen Panikzustand zu verfallen.
So brachte ich heute mehrere Stunden im Stau zu...
Als ich heute abend dann wieder zu Hause war, und mein Schatz sich in allgemeinem Ich-habe-jetzt-Urlaub-und-darf-mich-gehen-lassen-Selbstmitleid ergoss, musste ich einfach fluchtartig die Wohnung verlassen. Ich sprang in meine Turnschuhe, obwohl es bereits 19.30 Uhr und dementsprechend stockdunkel war, aber ich hatte mir überlegt immer an der Straße entlang Richtung Technischer Universität zu laufen, wo glücklicherweise alles beleuchtet ist. Als ich dann wieder zurück an der Siegessäule angekommen war, ging es mir in meinem gefühlt schleichenden Tempo so gut, dass ich spontan noch einen Schlenker zum Schloss Bellevue einbaute statt auf direktem Wege nach Hause zulaufen. So wurden es ungeplante 6,41 km und ich habe mich einfach nur großartig gefühlt. Im Durchschnitt war ich auch mit einer Pace von 7.37 min/km unterwegs, was aber daher rührt, dass ich mich anfangs nicht so ganz bremsen konnte. Das schlug sich dann aber auch in Seitenstichen und Magenschmerzen nieder, die ich mühevoll wegatmen musste und dann einfach konsequent langsamer wurde, so dachte ich. Die Auswertung in Sporttracks sagt was anderes, denn zwar wurde ich nach km 2 langsamer um meinen Atem wieder in den Griff zu kriegen, aber ab km 4 war ich sogar wieder schneller als vorher unterwegs. Und ich hätte geschworen, dass ich langsamer war. Aber ich habe einfach nicht auf den Garmin geachtet, sondern auf meinen Körper gehört und das war gut so. Meine Beine hätten theoretisch noch weiter gekonnt, wurden aber zum Schluss einfach fürchterlich kalt, weil ich bei den 6°C, die mein Außenthermometer anzeigten auf die dickere, längere Unterhose verzichtet hatte. Aber: schön war's!

Da wir in den nächsten Tagen unsere jährliche Weihnachtstournee durch Norddeutschland absolvieren, bin ich mir nicht sicher, wie ich mich demnächst melden kann und wünsche deshalb vorsorglich jetzt schon mal allen ein fröhliches Weihnachtsfest! Und: überfresst Euch nicht!!!

13. Dezember 2008

Schwer

In vielerlei Hinsicht ist es momentan schwer:
  • so viel zu tun im Moment, vorbereiten, nachbereiten, fliegen, coachen, Weihnachten
  • wenn ich vom Schreibtisch aufstehe, ist es meist dunkel
  • so müde, weil ich so viel unterwegs bin
  • so verlockende andere Dinge im Hause zu tun, essen, lesen, einkuscheln
All' diese Dinge erschweren es mir momentan sehr, regelmäßig zu laufen. So führten meine Reisen und die o.g. Faktoren in dieser Woche dazu, dass ich GAR NICHT gelaufen bin. Gestern war dies dann aber schon fast nicht mehr auszuhalten. Ich fühlte mich wie ein Puma (witzig, das ist lt. der indianischen Schamanenlehre auch mein Krafttier) im Käfig und brauchte unbedingt Auslauf!

So war es dann heute früh endlich mal wieder an der Zeit, eine Runde zu drehen, obwohl es grau ungemütlich uns nieselig war. Das störte mich aber gar nicht, denn ich war passend angezogen und hatte gute Musik auf den Ohren. Aber es war schwer heute. Ich hatte mich für eine Runde durch den Tiergarten entschieden, zurück zum Schloss Bellevue und dann an der Spree entlang nach Hause. Irgendwie fühlte ich mich schwer wie ein Sack Kartoffeln, jeden Schritt musste ich mir abringen und es lief nicht rund. Ich fand auch meinen Rhythmus irgendwie nicht und eierte in verschiedensten Tempi durch die Gegend. Beim Schloss Bellevue ließ ich mich von einer anderen Läuferin dazu verleiten, mich an sie heran zu hängen, weil sie auch fast mein Tempo lief, aber eben nur fast! Für heute war es mir einfach zu schnell, so dass ich nach einigen vorhergehenden eine erneute Gehpause einlegen musste.
Am Ende war ich dann aber ganz überrascht, denn es standen 7,29 km in 54:55 min auf der Uhr, was immer noch einer Pace von 7:32 min/km entspricht. Hatte sich während des Laufs eher angefühlt wie 8:32 min/km.

In der nächsten Woche wird es wohl auch wieder schwierig:
  • Montag/Dienstag Teamentwicklung in München,
  • Mittwoch zu Hause und geplantes Laufen,
  • Donnerstag Teamcoaching in Halle (Westfalen) und wenn ich dann Donnerstag abend zu Hause bin, werde ich erstmal die Festplatte löschen = mich betrinken und dieses anstrengende Arbeitsjahr hinter mir lassen, denn dann hab' ich URLAUB!!!!
  • Freitag dann laufen und
  • Samstag beginnt bereits unsere Weihnachtsrundtour durch Norddeutschland.
Mann, wat'n Freizeitstress! Naja, ich versuche Euch auf dem Laufenden zu halten! Bis dahin weiterhin frohes Weihnachtskekse schlemmen, und Geschenke kaufen allerseits (da muss ich jetzt auch los!).

7. Dezember 2008

Was kann man Silvester schöneres tun als Laufen?!

Wie schön! Eben habe ich mich und meinen Schatz für den Silvesterlauf im Berliner Grunewald angemeldet. Besonders freue ich mich, dass wir das Event gemeinsam erleben werden, wenn wir auch alleine laufen werden, da Ulf mit Sicherheit untrainiert locker 1 Minute pro KM schneller sein wird als ich. Aber trotzdem ein schönes gemeinsames Erlebnis, wenn man sich dann im Ziel in die Arme schließen kann.
Hoffentlich wird es nicht glatt, denn das würde mich wirklich vom Start abhalten, da ich auf gebrochene Knochen verzichten kann. Die große 9,9 km-Runde haben wir uns dann aber doch noch nicht zugetraut und sind lieber auf die freundlichere 6,3 km-Runde ausgewichen.
Ich habe dann eigentlich auch noch den Ehrgeiz am 4km-Neujahrslauf am nächsten Tag Unter den Linden teilzunehmen. Da wir bisher auch noch gar nicht wissen, was wir Silvester so treiben werden (jedes Jahr das gleiche leidige Thema, was mittlerweile dazu geführt hat, dass ich dieses Feiern auf Krampf hasse wie die Pest!), kann ich mir schon vorstellen, Neujahr da um 12 Uhr am Start zu stehen. Mal sehen...

6. Dezember 2008

Nikolauslaufen

Das war wieder mal eine Woche, sag' ich Euch...
Meine Fortbildung in Basel war kurzweilig, erfolgreich und sehr nett, führte aber wieder dazu, dass ich total k.o. war am Sonntag, wo ich ja eigentlich noch 7 Kilomterchen laufen wollte... Hab' auf meinen Körper gehört, der lieber ein Schläfchen wollte, denn abends ging es schon wieder im Zug nach Mülheim für eine nächste Coaching-Veranstaltung. Natürlich waren die Laufschuhe im Gepäck! Montag abend musste ich dann aber erstmal in die Mülheimer Innenstadt pilgern, weil ich ein Kontaktlinsenproblem hatte, das nur mithilfe eines Optikers gelöst werden konnte. Mission erfolgreich erledigt. Am Dienstag abend ärgerte ich mich dann, dass ich nicht Montag gelaufen war, denn es regnete in Strömen als ich Feierabend hatte... So wollte ich mich denn auf den hoteleigenen Crosstrainer schwingen, der aber völlig demoliert zu sein schien, denn er gab immer nur merkwürdige Blitzer auf dem Display von sich und schwang ungefähr so gleichmäßig wie eine Kinderschaukel... Wenn das kein zeichen war - also doch raus an die frische Luft (viel besser!) und siehe da: es hatte aufgehört zu regnen!!!
So wurden es denn kurze entspannte knappe 4 km am Ruhrufer entlang. Herrlich, denn hinterher war der Kopf frei und alles fühlte isch frisch und gut an. Das hätte mir der Crosstrainer bestimmt nicht geben können.
Donnerstag war ich dann wieder zu hause und 'durfte' meine Zeit am Schreibstisch, vergraben in meine Buchhaltung und weitere Schreibtischtätigkeiten verbringen. Dies gestaltete sichinsodern schwierig, weil unser Treppenhaus gerade renoviert wird und der gute Mann mit dem Bohrhammer wohl zum Ziel hatte, die Wände des Treppenhause nicht nur aufzustemmen, sondern zu durchdringen... ;-( Förderte auf jeden Fall nicht gerade die Konzentration, so dass ich den ganzen Tag mit den iPod-Ohrstöpseln im Haus herumlief.
Freitag gin es denn schon wieder nach Hamburg/ Kiel, um weitere Wohnungen zu besichtigen. (Leiser Hoffnungsschimmer am Horizont: vielleicht haben wir endlich eine Wohnung, aber dazu mehr, wenn es wirklich spruchreif ist!) Und dann bin ich gestern abend wieder nur ins Bett geplumpst wie ein Stein.
Heute war es dann aber endlich soweit, wieder ein richtig schöner Lauf am hellichten Tag über Wiesen- und Feldwege. Es war leicht dunstig und auch ar...kalt als ich los bin, aber nach kurzer Zeit fühlte es sich schon richtig gut an. Die Bodenverhältnisse waren schwierig, aber dem größten Matsch konnte ich mit einigen Hasenhaken ausweichen. Ungefähr auf der Hälfte der Strecke lief dann über meine iPod 'Last Christmas' ein und ich konnte nicht anders: ich riss die Arme hoch, lief weiter und musste einfach mal laut schreiben! Sofort breitete sich dann auch das berühmt-berüchtigte Dauergrinsen auf meinem Gesicht aus und es war einfach nur herrlich. Laut mitsingend lief ich über die Felder und es lief einfach nur. Die Reiterin, die ich kurze Zeit später überholte, hatte mich bestimmt gehört, aber das war mir total egal. Ich wünschte ihr einfach einen schönen Nikolaus-Tag und schon ging es weiter. Nach herrlichen 5,68km war ich wieder zurück und hatte ohne auf den Garmin zu schauen ein Durschnittstempo von 7:19 min/km drauf gehabt. Herrlich!
Heute abend werden wir noch eine Elbekreuzfahrt auf der Louisiana Star mit der Palais de Paris-Show genießen und dann vielleicht morgen nochmal die gleiche Runde...?
Schönen Nikolausi für alle!!!

28. November 2008

Kurzeintrag

Nur ganz kurz, muss nämlich gleich schnell ins Bett, weil ich morgen früh schon um 4:00 Uhr aufstehen muss. Ich fliege morgen für eine Fortbildung nach Basel.
Schon am Mittwoch liefen 5km endlich mal wieder gut und heute fühlte ich mich dann nach zwei ganz entspannten Tagen endlich mal wieder richtig stark und frisch, so dass ich sagenhafte 8,62 km in 1:03:34 gelaufen, Durschnittspace 7:22 min/km. Damit bin ich endlich mal wieder restlos zufrieden, hatte am Ende sogar noch Luft für einen kleinen Endspurt und hätte eigentlich auch noch weiter laufen können. Hach, das hat gut getan nach dem Krampf der letzten Woche. Wie nötig hatte ich aber auch diese paar Erholungstage!
Sonntag hab' ich mir nochmal ca. 7 km vorgenommen, dann vielleicht etwas ausführlicher . So long oder Grüezi - ich flieg ja in die Schweiz... ;-)

23. November 2008

3 + 0 = Sonntags-Blues

Schwierig war die Woche in vielerlei Hinsicht für mich. Trotz des Erfolges vom Dienstag bleibt ein schaler Beigeschmack, denn da ich nach Rückkehr nach Berlin am Mittwoch gleich am Donnerstag wieder nach Hamburg aufgebrochen bin, um einen Wohnungsbesichtigungs-Marathon in Kiel zu absolvieren, blieb 1. keine Zeit zum Laufen und 2. keine Chance zum Abnehmen und Punkte zählen, da die Mutter meines Freundes Geburtstag feierte und sich glücklich wähnte mich und ihren Sohn zu bekochen...
Nunja, so konnte ich mir heute morgen wenigstens eine Mini-Runde von 3,41 km noch vor dem Frühstück ergaunern, die sich schwierig gestaltete, da viele Wege vereist waren. Nur die Hauptstraße konnte ich bedenkenfrei nehmen, so dass ich 1,7 km in die eine Richtung lief (stetig bergauf und mit eisigem Wind von vorne) und dann umdrehte, 1,7 km in die andere Richtung, flott bergab mit angenehmem Rückenwind. Soviel also zu der 3, die mich eher unzufrieden macht, denn glücklich. Hätte gerne mehr geschafft, war müde, kaputt, der Berg schaffte mich, Gedanken kreisten um die Wohnungen, die alle irgendwie noch nicht das richtige waren, Geduld haben müssen, weiter Trennungen vom Liebsten durchleiden müssen. Alles in allem ein Scheiß-Gefühl... naja...
Der Gang auf die Waage sollte mich eigentlich erfreuen, denn trotz Torten und Aufläufen und Gläsern, die getrunken wurde, ist wenigstens keine Zunahme zu verzeichnen, sondern schlicht keine Änderung: weiterhin 69,2 kg... auch schon was... trotzdem! :-(
Gleich direkt von Hamburg nach München, wieder allein im Hotel, Geld verdienen morgen und übermorgen, auf Kosten des guten Lebensgefühls... wo soll das hinführen, ich weiß es nicht?!
Nunja, Ihr kennt das vielleicht, manchmal muss man sich einfach in seinem Sonntags-Blues ergehen, auch wenn die Zeichen eigentlich viel schlimmer stehen könnten. Also nichts für ungut:

18. November 2008

Die 10

Ha, ich kann sie vermelden und noch dazu auf einem Laufband im Gerry Weber Hotel in Halle (Westfalen): 10 Kilometer!
Es war ständiges Kämpfen mit dem Gedanken, dass ich ja jetzt auch einfach aufhören könnte (man muss ja nicht zurück nach Hause) und der fixen Idee, dass es doch jetzt endlich zu schaffen sein muss! Und ich habe mich und den inneren Schweinehund besiegen können. Ich glaube übrigens, ich habe noch nie in meinem Leben so geschwitzt. Bah, ist das schrecklich! Wie viel schöner ist es doch draußen an der frischen Luft und vor allem in der realen Fortbewegung. Aber auch diesen mentalen Sieg konnte ich heute davontragen!
Natürlich ist der Ehrgeiz mit dem Tempo unzufrieden, aber die Vernunft lässt sich ja gerne von Gerd besänftigen. (danke, Gerd!) Für die schlappen 10 km war ich also heute 1:25:00 h unterwegs, Durchschnittspace 8:25 min/ km... aber egal... *grummel*
Ich hab's geschafft und bin stolz auf mich. So, und jetzt bin ich waaaahnsinnig müde und muss sofort ins Bett! Ist der Körper halt noch nicht gewohnt, solche Kilometer... Gut' Nacht!

16. November 2008

Und wieder 1 Kg weg!

Gestriger Lauf blieb eher in negativer Erinnerung, auch der kurze Lauf heute morgen (2,87 km in 20 min @ 6:59 min/km) war eher unbefriedigend, weil ich viel zu schnell angegangen bin und mich dann natürlich ziemlich schnell wieder unwohl gefühlt habe.
Mann, wieso fällt es mir denn gerade so schwer zu akzeptieren, dass ich eben eine langsame Schnecke bin, dafür aber mittlerweile ordentliche Distanzen zurücklegen kann, die ich mir vor 6 Monaten noch nicht mal erträumt hätte???
Den momentanen 'Misserfolgen' steht aber immerhin wieder mal ein Erfolg auf der Waage gegenüber. In der letzten Woche habe ich wieder 1 kg abgenommen, so dass ich jetzt bei 69,2 kg (bei einer Größe von 1,69 m) liege. Yippieh!
Natürlich macht all' das (Steigerung der Km-Umfänge, Gewichtsverlust, Stress im Job) meinem Körper zu schaffen und er meldet mir dies auch mit einer ständigen bleiernen Müdigkeit. Aber es fällt ja immer gern so schwer auf den eigenen Körper zu hören, gell? Ich werde aber in der nächsten Woche definitv versuchen, Gerds Rat zu folgen und die Langsamkeit wieder als Genuss zu entdecken versuchen. Wen schert's, wenn ich mit 7:45 min/km durch die Gegend trabe, dafür aber langsam und stetig meinem Wunschgewicht näher komme und mich gut fühle? SO!

15. November 2008

Speedworks - ein Satz mit X!

Das war wohl nix!
EIgentlich stand der Lauf, den ich heute absolviert habe, schon gestern auf dem Plan. Aber nachdem ich zwei ziemlich anstrengende Tage in Halle und München hinter mir hatte, war ich gestern einfach nur froh, mich ausruhen zu können. Alles Pulver verschossen...
So sollte es denn heute auf die 8,05 km-Runde gehen, die in Intervalle mit Tempotraining aufgeteilt waren: 1,61 km Warm-Up, 2 Intervalle von 1,61 km in 7:06 min/km unterbrochen von jeweils 800m Trabpausen, 1,61 km Cool-Down.
Schon auf dem Warm-Up-Stück fühlte ich mich nicht so gut, außerdem versagte mir mein iPod den Dienst: Batterie leer! Na toll! Dann bin ich den ersten schnelleren Intervall viel zu schnell angegangen und war größtenteils in 6:53 min/km unterwegs. Da konnte ich schon fast am Ende gar nicht mehr, so dass ich den 800m-Trab herbei gesehnt habe und sogar ein Stückchen gegangen bin, weil ich die Trabpause gar nicht so viel langsamer gelaufen war. Ich nutzte die Geh-Pause, um meine Regenjacke auszuziehen, da ich darin dampfte. Ich war viel zu warm angezogen und wenn dann mal was nicht so gut läuft, dann kann man sich ja auch wunderbar in alle möglichen Dinge hineinsteigern, die stören. Die Jacke hatte ich mir dann um die Hüfte gebunden und durch den leern iPod, die Handschuhe, die ich gar nicht benötigte, Schlüssel und Handy in den Taschen zogen die Jacke nach unten - einfach nur nervig!
Dann bin ich im Tiergarten noch einen Schlenker gelaufen, der nur blöd war, weil ein Weg, den ich zurücklaufen wollte gesperrt ist. So musste ich schon den zweiten schnelleren Intervall immer wieder mit Gehpausen unterbrechen, weil ich einfach nicht mehr konnte und meine Augen schon so komisch flimmerten - ganz schlechtes Zeichen! Die folgenden 800m bin ich dann konsequent gegangen, um mich erstmal wieder runter zu beamen. Dann ging's mir wieder ein bißchen besser und ich wollte den CoolDown einfach ganz angenehm in meinem Tempo, das heute geht und sich gut anfühlt, laufen. Das ging dann auch so gut, dass ich den letzten Schlenker an der Spree entlang auch noch weiter gelaufen bin. Das war dann wenigstens ein einigermaßen versöhnliches Ende. Als ich dann wieder zu Hause war, hab' ich aber gemerkt, dass das heute einfach doch ein bißchen zu viel war. Ich hatte permanent dieses Flimmern vor den Augen, was mir anzeigt, dass mein Kreislauf verrückt spielt. So ruhe ich mich jetzt erstmal ein bißchen im Bettchen aus, was ja bei dem grauen Wetter heute auch fast das beste ist, was man tun kann.

Bilanz meines "Speedworks" heute:
1,61 km Warm-Up @ 7:29 min/km
1,61 km Intervall @ 7:11 min/km
800m Pause @ 7:58 min/km
1,61 km Intervall @ 7:51 min/km
800m Pause @ 10:27 min/km
1,61 km CoolDown @ 7:59 min/km
480m Reststrecke
= insgesamt 8,56 km @ 8:04 min/km in 1:09:03 h

Hm, ich bin mir auch nicht so sicher, ob es überhaupt Sinn macht, dass ich jetzt hier groß am Tempo arbeite, wo ich doch gerade erst die Distanzen so ordentlich für mich erweitert habe. Bzw. ich bin eigentlich sogar ziemlich sicher, dass es sinnvoller ist, erstmal die Distanzen in für mich angenehmem Tempo zu laufen, das mit dem Tempo kommt dann schon irgendwann. Und mein Körper sagt mir ja auch, dass es für ihn alles ganz schön viel ist im Moment.
So werde ich also Dienstag im Hotel in Halle mal die 9,66 km auf dem Laufband versuchen und einfach in einem Tempo laufen, das sich gut anfühlt. Montag gönne ich mir eine Ganzkörpermassage, die mein momentan ständig schmerzender Rücken wirklich verdient hat. Vielleicht geht's dann schon ein bißchen besser... Und morgen einfach eine ganz kleine angenehme Sonntagsrunde, um den Misserfolg von heute wieder vergessen zu machen! Das ist doch'n Plan, oder?

11. November 2008

Muskelkater mit Verspätung

Gestern war alles gut, keinerlei Nachwirkungen meines ersten (für mich) langen Laufs vom Sonntag. Da hab' ich doch gestern gleich ein bißchen Yoga gemacht, um die geschundenen Muskeln ein bißchen zu dehnen, habe Erledigungen gemacht und durfte dann abends noch die geniale Pianistin Hélène Grimaud in der Philharmonie erleben. Alles in allem ein ausgefüllter und produktiver, aktiver Tag!
Und dann heute: das böse Erwachen!
Ich fühlte mich beim Aufwachen gleich wie durch den Fleischwolf gedreht, alles tat mir weh, am schlimmsten die Arme merkwürdigerweise. Von dem bißchen Yoga gestern kann das aber nicht gekommen sein, also wird wohl der Lauf vom Sonntag jetzt erst seine Wirkung auf meinen Körper zeigen. Merkwürdig, dass das erst versetzt um einen Tag auftaucht? Bekanntes Phänomen? Hm, ich weiß es nicht.
Was ist also besser als sich gleich wieder raus zu wagen und die müden Glieder ein bißchen zu bewegen. Es bedurfte allerdings ein bißchen Zeit und einiges Lesen in anderen Blogs, um mich zu motivieren. Aber gegen Mittag war ich dann auf der für heute geplanten kleinen 3,22 km-Runde unterwegs. Gott, was war ich froh, dass ich so langsam und nur kurz unterwegs sein musste. Obwohl ich sagen muss, dass ich mich nach 1,5 km schon fast wieder eingegroovt hatte und es mir echt gut ging. Aber anfangs dachte ich echt, ich kann keinen Schritt mehr tun.
Aber als ich wieder zurück war, ging es mir erstaunlich gut, auch wenn ich heute in einem ganz langsamen 8:00er-Schnitt unterwegs war. Naja, sei erlaubt.
Nächster Lauf dann am Freitag!

9. November 2008

Yes, I can!

Gestern abend habe ich mich weitgehend alkoholfrei gehalten, obwohl ich dem Beck's Gold bei 'Ein Quantum Trost' nicht entziehen konnte und wollte. Aber das war es dann auch! Der neue Bond war so naja... Ich empfand ihn als eine Aneinanderreihung von Actionszenen, die lediglich durch notwendige Dialoge unterbrochen wurden, um dem Gemetzel wenigstens ein bißchen Handlung zu geben. Ich empfehle auf jeden Fall 'Casino Royale' vorher zu schauen, weil die Handlung m. E. sonst überhaupt nicht nachvollziehbar ist bzw. gar keinen Sinn macht.
Nachdem wir zwar erst um 1.30 Uhr wieder zu hause waren, haben wir bis 10.45 Uhr heute morgen geschlafen und ich war auf jeden Fall ordentlich ausgeruht für meinen ersten langen Lauf heute. Außerdem zeigte die Waage nach der ersten Woche erfolgreichen Weight Watchens heute 1,6 kg weniger an, was nun ein Gewicht von 70,2 kg bedeutet. Na, wenn das keine ordentliche Motivation für's Weitermachen ist, oder?
Obwohl ich mich heute vormittag zunächst noch mit allerlei unnützen Dingen abzulenken versuchte, gab es schließlich kein Vertun mehr: ich machte mich auf zu den geplanten 9,66 km, die ich in einer Durchschnittspace von 8:33 min/km laufen sollte und vor denen ich ordentlich Respekt hatte.
Bewaffnet mit guter Musik auf meinem iPod und meinem "neuen alten" Forerunner machte ich mich auf eine modifizierte Runde meines Sightseeing-Laufs. Diesmal ging es auch noch durch das Brandenburger Tor hindurch und dann hinterm Reichstag, am Kanzleramt vorbei immer an der Spree entlang wieder zurück nach Hause.
Es ging richtig gut los, ich fühlte mich fit und stark und lief ganz locker bis zum Brandenburger Tor und fühlte mich bei einem Tempo um die 7:30 min/km pudelwohl. Erst hinterm Kanzleramt am Haus der Kulturen der Welt, wo ich nach dem Marathon noch mit Christiane ein Bierchen getrunken hatte, fühlte ich mich langsam etwas müde und vor mir lag außerdem ein Stück Strecke, das ich richtig doof finde, weil der Untergrund so uneben ist. Tja, und hier ging mir dann das Mantra ständig im Kopf rum, das man ja in dieser Woche ständig irgendwo widerhallen hörte: Yes, I can - Yes, I can - Yes, I can!
Und siehe da, ich konnte mich ein wenig überlisten und es lief wieder ganz gut. Aber die letzten zwei Kilometer wurden dann richtig hart. Ich spürte, dass ich anfangs zu schnell angegangen war, mein rechtes Bein fing an zu zwicken und ich war echt kurz vor'm Aufgeben. Anfangs hatte ich ja noch die ganze Zeit gedacht, dass ich heute auf jeden Fall die 10 km voll machen würde, denn wenn ich 9,66 km schaffen würde, dann sollten die letzten paar hundert Meter ja auch kein Problem mehr sein. Aber denkste... Als mein Forerunner diesmal wieder vernehmlich laut piepte und mir anzeigte, dass ich haushoch gegen meinen Virtual Partner gewonnen hatte, konnte ich wirklich keinen einzigen Meter mehr weiter laufen. Schon die letzten Schritte zum Auslaufen im normalen Geh-Tempo waren für meine Beine eine Zumutung - Pudding in den Knien, Schmerzen in den Muskeln. Boah, war das Dehenen anschließend schön! Aber hey: ich hab's geschafft!!!

Resultat des heutigen Laufs: 9,83 km in 1:15:33 h, Durchschnittspace: 7:41 min/km und damit sogar schneller als am letzten Mittwoch die 8 km... bekloppt!

8. November 2008

Er ist wieder da!

Naja, eigentlich nicht, denn ich hab' einfach einen ganz neuen gekriegt!
Die Rede ist von meinem Garmin Forerunner 305. Vorgestern kam er mit der Post, leider war ich in München, so dass ich ihn gestern abend in der Videothek um die Ecke abholen durfte. Machte nichts, da wurde gleich noch 'Casino Royale' mitgenommen, um die Fortsetzung im neuen Bond 'Ein Quantum Trost' heute abend auch verstehen zu können. Schließlich ist 'Casino Royale' schon zwei Jahre her, wer kann sich da noch erinnern?
Leider wurde dieser nette DVD-Abend aber auch begleitet von einer Flasche Wein, die mir heute morgen Kopfschmerzen, schwere Glieder und ein allgemeines Unwohlsein beschert. Selber schuld!
Aber es ist irgendwie überhaupt nicht daran zu denken, heute die 9,66 km in Angriff zu nehmen, die auf meinem Plan stehen. Macht nichts - wird verschoben auf morgen, dann hab' ich noch genug Zeit meinen Forerunner wieder für mich flott zu machen und mir eine Strecke zusammen zu basteln. Außerdem verschieben sich dann auch die Läufe in der nächsten Woche so, dass ich nicht so schwierig mit meinen Terminen in Halle am Mittwoch und in München am Donnerstag kollidiere. Perfekt!
Heute ist mal das Verwöhnprogramm dran mit Badewanne, Haarkur, Gesichtsmaske, meinem Buch, ein bißchen shoppen nachher und einem entspannten Abend mit meinem Schatz im Kino - hab' ich mir verdient, find' ich, und muss ja auch mal sein!

5. November 2008

Hoffnungsvolle 500 Kilometer

Mit meinem kurzen Lauf am Montag und den erneuten 8 Kilometern von heute habe ich jetzt die 500 km-Marke geknackt! 500 Kilometer bin ich in diesem Jahr gelaufen - das mag für die meisten erfahrenen Läufer und auch viele meiner Leser keine weltbewegende Distanz sein. Für mich aber ist das noch immer unvorstellbar. 500 km - das ist die Strecke von Berlin nach Dortmund!!!

Montag stand nur ein kurzer 2-Meilen-Lauf (also 3,22 km) auf dem Programm. Auch wenn ich Sonntag gar keine Nachwirkungen in Form von Muskelkater von meinem 8 km-Lauf bemerken konnte, so spürte ich Montag den für mich ungewohnten Lauf doch noch in den Knochen. Die Beine fühlten sich recht schwer an und ich fühlte mich einfach müde. Aber schon nach 24:39 min war ich wieder zu Hause - hatte also fast gar keine Zeit zum Wehtun!

Die Nacht heute habe ich natürlich fast komplett vor dem Fernseher verbracht, so dass ich erst um 12 Uhr mittags aufgestanden bin und dann nach einigem Gewurschtel hier in der Wohnung dann erst zu meinem Lauf aufgebrochen bin.
Wohl wissend, dass ich empfänglich für Heilsbringer und charismatische Botschafter bin, freue ich mich aber doch wahnsinnig über den Erfolg von Barack Obama.
Wer Lust hat, kann hier nochmal seine Siegesrede im Original anscheuen, die mich heute morgen um 6 Uhr zu Tränen gerührt hat:

Wenn ich so ein bißchen auf das Jahr zurückblicke, was man ja im November gerne schon mal macht, dann muss ich sagen, dass er für mich noch das i-Tüpfelchen auf diesem Jahr ist. Für mich war dieses Jahr in vielerlei Hinsicht ein Jahr des Aufbruchs, des Wandels, des Change. Nicht nur, dass ich den Einstieg in die Lauferei gefunden habe, so gingen mit dieser großen Veränderung auch noch einige andere einher, auch innerliche. Und manchmal braucht man da einfach jemanden, der einem Hoffnung gibt, wenn man es selbst nicht mehr schafft. Und was kann die Welt momentan mehr gebrauchen als Hoffnung? Ich hoffe natürlich auch, dass meine Hoffnung in diesen Mann nicht hoffnungslos ist. Aber für mein geliebtes Reiseland USA kann es ja fast nicht mehr schlimmer kommen nach den letzten 8 Jahren!

Dementsprechend spät und auch noch etwas übernächtigt war dann heute wieder die 8km-Runde dran, wobei auf meinem Plan stand, dass ich die erste Meile (1,61 km) zum Warm-Up laufen sollte, die nächsten 3 Meilen (4,83 km) sollte ich dann schneller in einem Tempo von 7:32 min/km laufen und zum Cool-Down wieder 1,61 km.
Tja, das gestaltete sich natürlich ohne Forerunner etwas schwierig... Ich hab' mir also vorher ungefähr ausgeguckt, ab wo ich schneller laufen müsste und wann ich wieder in angenehmen Trab verfallen kann, aber genau ist das natürlich nicht. Vom Tempo mal ganz zu schweigen, denn das ist natürlich gar nicht kontrollierbar. Aber es ging ganz gut. Wahrscheinlich bin ich von vornherein ein bißchen zu schnell losgelaufen und als ich dann noch einen Zahn zulegen sollte, war das schon ganz schön heftig. Ich bin dann zwischendurch auch sicher immer wieder langsamer geworden, aber ich konnte die wieder eintretende mentale Schwäche bekämpfen und bin nicht gegangen. Insgesamt war ich also heute wieder 8,23 km unterwegs, wobei die Sightseeing-Strecke heute halb im Novembergrau versunken war. 2 Minuten schneller bin ich gewesen als am letzten Samstag: 1:04:13 h, Pace 7:48 min/km.

Achja, und ich habe mich mal wieder entschieden, meinen Kilos mit Weight Watchers entgegen zu treten. Mein Gott, es hat doch schon mal geklappt und da hab' ich damals noch nicht mal Sport gemacht. Also werde ich mal wieder versuchen 10 kg loszuwerden und ich bin schon mal wieder nach drei Tagen ganz begeistert, denn hungern muss man wirklich nicht... Jetzt muss ich "nur" noch durchhalten!

1. November 2008

Sightseeing-Lauf

Vor dem heutigen Lauf hatte ich schon ein bißchen Respekt, denn es sollten 8 Kilometer werden! 8 Kilometer! Soviel bin ich noch nie vorher gelaufen, denn mit Mühe und Not hab' ich ja bisher meine Runde bis zum Kanzleramt geschafft, die 7,5 km lang war... Und dann dies ja alles noch ohne meinen Garmin...
Nunja, bei jogmap hab' ich mir also eine 8km-Runde zusammengebastelt, die anders als meine bisherigen Läufe an der Spree laufen sollte. Denn ich hatte irgendwie das Gefühl, dass mir die gewohnte Strecke an der Spree ein schlechtes Gefühl machen würde, weil ich dann immer denken würde: Oh Gott, so und so viel hast Du noch vor Dir - das schaffst Du nie! Und genau das wollte ich nicht, sondern lieber gar nicht so richtig einschätzen können, wieviel ich noch vor mir habe, um den Lauf einfach so richtig zu genießen. Und es wurde mir leicht gemacht: die Sonne strahlte von einem leicht bewölkten Himmel und die Spree glitzerte durch die letzten gelben Blätter hindurch als ich los lief!

Wichtig war mir, das meine Runde mir Spaß machen sollte also habe ich mich für die Touristen-Sightseeing-Strecke durch den Tiergarten bis zum Potsdamer Platz am Jüdischen Mahnmal und Brandenburger Tor sowie dem sowjetischen Ehrenmal vorbei und schließlich über den Großen Stern der Goldelse zugewinkt und das letzte bekannte Stück an der Spree zurück entschieden. Ich war inklusive 7 Ampelpausen und einer kleinen Fotopause am Brandenburger Tor 1 Stunde und 6 Minuten unterwegs, was für mich mit einem Schnitt von 8:01 min/km schon wahnsinnig langsam ist. Aber es hat einfach Spaß gemacht, durch die Sonne zu traben, die Touristenmassen an den Sehenswürdigkeiten zu bestaunen und ein bißchen das Gefühl zu haben, dass die Touris neidisch auf mich sein müssten, weil ich in dieser schönen Stadt nicht nur zu Besuch bin, sondern (zumindest noch) lebe. Wer hat eigentlich mal gesagt, dass der November der besch** Monat in Berlin ist?

Kurz: es war ein toller Lauf, ich habe nur einmal eine kleine mentale Schwäche gehabt, wo ich das Gefühl hatte nicht mehr zu können, was sich nach einem Check des Atems und der Beine aber wirklich nur als Gedankenschwachsinn herausgestellt hat und war am Ende fast gar nicht kaputt - ich hätte wohl auch noch länger durchgehalten... Naja, nächste Woche!

30. Oktober 2008

Pfützenspringen, Versenden und Margitta

Schon am Montag regnete es kleine Hunde als ich mich auf meine Mini-Runde begab. Ich war aber guter Dinge, denn ein ausgesprochen schönes und streitarmes Wochenende lag hinter mir, ich wusste, dass mir die Bewegung an derfrischen Luft so richtig gut tun würde, auch wenn ich dabei ein bißchen nass werden sollte. So wurde das erste Mal die Regenjacke hervor gekramt, auf die Handschuhe verzichete ich noch. Es war wie gesagt nur eine kleine Runde und sie ging merklich schwer, meine Beine fühlten sich ungefähr so schlapp wie der Himmel grau war. Aber nach 26 Minuten und knapp 3,5 km war ich ja auch schon wieder zu Hause. Dies sollte zunächst mein letzter Lauf mit meinem Forerunner 305 sein, denn schon am Montag morgen hatte ich die Hotline angerufen, die zum allerersten Mal von meinem Problem gehört haben will (Töne des FR 305 sind fast nicht mehr zu hören), obwohl das Internet voll davon ist. Naja, war ja klar... Aber der gute Mann versicherte mir, eine E-Mail zu schicken in der alle Angaben über Versendung usw. drin stehen würden. Diese Mail war nur leider am Dienstag morgen immer noch nicht eingetroffen... Also nochmal anrufen! Wieso muss man eigentlich immer allen Sachen so hinterher sein und nicht eine Sache kann mal auf Anhieb klappen? Dann kam sie aber, nur konnte ich das Päckchen nicht mehr fertig machen, weil ich nach Düsseldorf musste...
Mittwoch wurde dann aber alles ordnungsgemäß verpackt und der gute Freund wurde auf die Reise geschickt. Nicht unbedingt ein Umstand, der meine momentan schon miese Laune verbesserte. Wann wird er wohl wieder da sein? Werde ich mich beim Laufen jetzt nackt fühlen? Ach, so viele Dinge sind im Moment zu organisieren, Ulf und ich sehen uns nur am Wochenende und ich kreige mich zu gar nichts aufgerafft, wenn ich nicht jobmäßig unbedingt muss. Unter diesen Umständen leidet derzeit sogar meine Ernährung ziemlich stark, was sich darin äußert, dass ich mich fast nur von Müsli und Fertigprodukten ernähre. Kann ja auch nicht gesund sein und zeigt sich natürlich in meiner Lustlosigkeit dann wieder - der ewige Kreislauf!
Auch heute hatte ich dann schon das Laufen geschwänzt, war schon fast startklar für einen nächsten Trip nach Halle für ein morgen stattfindendes Coaching, da las ich Margittas Blog. Und kaum zehn Minuten später hatte ich meine Schuhe geschnürt, war draußen im strömenden Regen, ohne meinen Forerunner, gut verpackt in Handschuhen, langer Hose, Mütze, Regenjacke und trabte eine kleine Runde. Keiner kennt die Zeit, keiner kennt die Pace - aber es war gut! Danke Margitta! Hättest Du nicht schon einen Award, würde ich Dir heute den Motivations-Award verleihen!
Aber jetzt muss ich los... auf nach Halle in Westfalen....

26. Oktober 2008

Trübe Aussichten und trotzdem neue Gedanken

Gestern stand der erste "lange" Lauf meines Plans auf dem Programm: 6,44 km.
Naja, das ist selbst für mich nicht wirklich lang und herausfordernd, aber mein äußerst moderater Halbmarathonplan soll mich ja auch nicht überfordern, sondern langsam aber sicher dazu bringen, eine Distanzverlängerung hinzubekommen.
Eigentlich waren wir um 14 Uhr mit Freunden zum Essen verabredet, so dass klar war, dass ich mich würde sputen müssen als ich erst um 12.45 Uhr loslief... Ich hatte Zeit vertrödelt und mich dann noch mit Ulf in die Haare gekriegt, so dass ich dann mit entsprechender Wut im Bauch loslief. Es war ein grauer, trüber Tag in Berlin. Ich hatte das Gefühl, dass mir die Wolkendecke gleich auf den Kopf fallen würde, so tief hing der Himmel. Dementsprechend komisch war auch die Luft: feucht, fast warm und als würde der Boden dampfen. Weil aber auch das zum schönen Herbst dazu gehört, wenn die gefallenen Blätter auf dem nassen Boden verrottend nach Wald riechen und der Regen scheinbar greifbar in der Luft hängt, wollte ich genau dieses Gefühl genauer auskosten und entschied mich spontan für eine Runde durch den Tiergarten:
  • Wenige Menschen waren unterwegs
  • der sandige Boden weich und locker unter meinen Füßen
  • die Wut schnell verraucht im herrlich eintönigen tap-tap-tap meiner Schritte
  • neue Pläne geschmiedet wie das Streitthema nicht mehr zum Streitthema avancieren muss
  • Ideen, die nur so sprudeln, ohne dass sie gerufen oder krampfhaft erdacht werden müssen
  • einfach da bei einer Pause an der Ampel
  • Kopf ganz frei und deshalb voll von guten Gedanken, die ach so nützlich sind
  • Gedanken kommen und gehen, kann sie dennoch festhalten
  • schon während des Laufens wird mir bewusst welch tolle Kraft dies ist:
  • Gedanken ermöglicht duch körperliche Bewegung
  • Freiheit im Geist und in den Beinen
  • zaubert mir ein Lächeln auf's Gesicht im grauen, trüben Nachmittags-Berlin
Nach 48:52 min (Durchschnitts-Pace 7:30 min/km) zuhause angekommen erfahre ich, dass das Essen auf 15 Uhr verschoben ist, freue mich dort angekommen an einem herrlich kühlen und erfrischenden alkoholfreiem Weizenbier. Kraft getankt, Kraft für neue Taten, neues Denken!

Entscheidung getroffen: mein Forerunner wird eingeschickt! Morgen werde ich die Garmin Gewährleistungshotline kontaktieren und mein Problem schildern, dürfte nicht unbekannt sein!

Mein Bild des Tages: das Bahn-Chaos am Berliner Hauptbahnhof!
Als ich Ulf vorhin dorthin bringe, wird der Zug kurzerhand nur zur Hälfte geöffnet - der zweite Zugteil bleibt verschlossen. Alle Fahrgäste von zwei Zugteilen also reingequetscht in einen... Tolle Idee!
Dänische Reisende, die mit diesem nach Aarhus durchfahrenden Zug zurück nach Hause wollen, verstehen nicht mal die rein deutschen Änderungsdurchsagen, wundern sich über auf einmal nicht mehr gültige Platzreservierungen - ist doch aber der letzte Zug nach Hause, nach Dänemark, morgen geht die Arbeit wieder los? Tolle Idee!
Und ich frage mich, was soll die Polizei hier richten? Aufgebrachte Reisende beruhigen? Wohl kaum deren eigentliche Job-Description und bei derartigem Chaosmanagement der Bahn ja wohl auch eher unangebracht. Oder darf man seinen Unmut nicht mehr anbringen? Wo sind wir denn?

24. Oktober 2008

Atemschwaden und Tonprobleme

Als ich gestern morgen zum Kältetest auf meinen frisch für den Winter bepflanzten Balkon trat, sah ich das erste Mal in diesem Herbst/ Winter Atemschwaden vor meinem Mund nach oben steigen. Dementsprechend war klar, dass ich zunächst noch einen Fleece über mein Laufshirt anziehen würde, um auf dem ersten meiner geplanten knapp 5 km nicht zu frieren. Den Handschuhen hatte ich gedanklich noch eine Absage erteilt, was sich auf besagtem 1. Kilometer rächen sollte. Da unser Außenthermometer leider kaputt ist, erfuhr ich erst nach meiner Rückkehr aus dem Radio, dass es gerade mal 5°C gewesen sind und meine Finger sich dementsprechend auch erschrecken durften.
Nach 1 Kilometer war dann aber mein Kreislauf so in Schwung und mein Körper hatte sich von dem Schock des Unterschiedes 'Kuschelig-warmes Bett - frostig-klarer Morgen' erholt und die Finger waren wieder auf Normaltemperatur. Weiter noch, ich konnte sogar meinen Fleece-Pulli um meine Hüften binden und war in meiner 7/8-Laufhose und dem langärmligen Laufshirt genau richtig angezogen. Also, immer noch kein Bedarf für Schal und Mütze, aber es wird definitiv schwieriger, die richtige Kombination zu finden. Die Spree lag glitzernd und ruhig neben mir, die Sonne blendete tief stehend in meinen Augen und die Menschen, die fleißig zur Arbeit strebten, müssen sich über mein doofes Grinsen gewundert haben.
Erstaunlich fand ich, dass ich den permanenten Berlin-Lärm an diesem Morgen so überdeutlich wahrgenommen habe. Hier herrscht aufgrund der Größe der Stadt, der vielen Menschen, Autos, U- und S-Bahnen ja ein permanentes Grundrauschen, das man eigentlich gar nicht mehr hört, wenn man länger in Berlin lebt. An diesem Morgen hat es mich fast gestört... Lag vielleicht an der wahnsinnig klaren, kalten Luft...
Schade finde ich, dass mein Garmin Forerunner 305 mittlerweile wohl auch an einer bekannten Krankheit leidet: die Alarmtöne sind im Laufe der Zeit sehr viel leiser geworden und so höre ich momentan meist gar nicht, wenn ich meine Distanz hinter mich gebracht habe. Wenn ich das Gehäuse zusammen drücke, sind die Töne wieder lauter, aber ich kann ja schlecht permanenten Druck auf das Display ausüben...
Ist dieses Problem einem von Euch anderen Garmin-Nutzern bekannt? Meinte mal irgendwo gelesen zu haben, dass man mit einer bestimmten Tastenkombination etwas an den Tönen verändern kann - oder hab' ich das geträumt? Sollte das so sein, kann es natürlich sein, dass versehentlich bei einem Koffertransport die gegenteilige Tastenkombination gedrückt wurde und deshalb die Töne leiser geworden sind. Andererseits muss es wohl an der viel beschriebenen Korrision liegen, die dazu führt, dass die Töne immer leiser werden... Hm, also zurückgeben? Einschicken zu Garmin? Jemand Erfahrung?

22. Oktober 2008

Immer an der Ruhr lang

Wusstet Ihr wie schön Mülheim ist?
Ich bin total baff, aber nicht nur, dass mein Hotel direkten Blick auf die Ruhr zu bieten hatte, sondern auch noch eine beleuchtete Promenade direkt von der Hotelterasse immer an der Ruhr entlang bis in die Innenstadt...
So konnte ich den wahnsinnig warmen Montagabend laufend am Ruhrufer genießen und die Strapazen des Tages abschütteln. In herrlich entspanntem Tempo schwitzte ich in meinem langärmligen Laufshirt und der wadenlagen Hose so vor mich hin. Ich frage mich nur wie das die ganzen vermummten Läufer ausgehalten habe, die mir teilweise mit Mütze, Handschuhen und Schal entgegen kamen - bei fast noch 20°C um 19 Uhr....
Nunja, man muss sie nicht alle verstehen...

Schöne 3,33 km waren es in einer Durchschnitts-Pace von 7:45 min/km - ich kann einfach nicht die vorgegebenen 8:38 min/km laufen, muss ich aber auch nicht, oder?

19. Oktober 2008

Geburtstagslauf

Gestern war mein Geburtstag und es war seit langem der stressigste Tag, den ich hatte!
Leider kann ich also nicht sagen, dass ich einen tollen Tag hatte, denn ich wurde zwar schon in der Nacht toll von meinen Eltern und meinem Schatz beschenkt, aber der Tag gestaltete sich mehr als stressig: Kuchen backen, Wohnung sauber machen, Kaffeegäste bewirten, Eltern bei Laune halten, Seminarnach- und -vorbereitung, da ich seit meiner Rückkehr am späten Donnerstag mit Besuch beschäftigt war und heute abend schon wieder los muss nach Mülheim... ächz...
Das beste an diesem Tag war demnach die eine Stunde zwischen 14 und 15 Uhr, die ich mir ganz alleine für mich rausgenommen hatte und bei strahlendem Sonnenschein durch herrlich Krach machende Blätter laufen konnte. Der Kopf wurde frei, die 33, die nun ein Jahr lang über mir schwebt, konnte verarbeitet werden und in dieser einen Stunde fühlte ich mich einfach gut!
So lief ich nach meinem Plan also 4,87 km in 38:02 min (Pace 7:49 min/km, was eiegntlich 8:38 min/km sein sollte... naja...).

Achja, übrigens: Nächstes Jahr bin ich zu meinem Geburtstag nicht da! Wie und was auch immer, aber erinnert mich bitte daran, dass ich einfach nur weg bin, sonst hab' ich von diesem einen ganz besonderen meinem Tag nämlich wieder nix...

17. Oktober 2008

Spiel der Elemente

Obwohl es Mittwoch abend schon fast dunkel wurde als ich nach meinem Seminar endlich loslaufen konnte, hielt mich diesmal nichts davon ab endlich den Kopf frei zu bekommen. Deshalb bin ich diesmal also nicht in Halle durch den nach Zucker und Karamell duftenden Märchenwald gelaufen, sondern einfach an der Bahnstrecke entlang, der Hauptstraße folgend zum Bahnhof und wieder zurück zum Hotel. Obwohl wieder ein 3,22 km langer Lauf in sehr entspanntem Tempo (8:38 min/km) auf dem Programm stand, konnte ich nicht an mich halten und war bereits nach 24:29 min und 3,25 km wieder am Hotel, was einer Durchschnitts-Pace von 7:33 min/km entsprach. War aber gut und hat sich einfach nur gut angefühlt. Insbesondere deshalb weil ich mich so wunderbar den Elementen ausgesetzt gefühlt habe nach einem anstrengenden Tag in einem stickigen Seminarraum: es wehte, die Blätter wirbelten durch die Luft, Böen erwischten mich immer wieder direkt von vorne, mein Gesicht wurde auf dem Rückweg sanft von Niesel-Regentropfen gestreichelt. Es war einfach nur schön!

14. Oktober 2008

Huch! Ein Award!


Da wollte ich mich gerade einfach nur mit Salli mitfreuen, dass sie den "I love your blog"-Award verliehen bekommen hat, da lese ich, dass sie ihn mir ebenfalls verliehen hat - das ist ja nett!
Ich freue mich und darf den Award jetzt stolz hier in meinem Blog einbauen!

Schwieriger wird es schon, wenn ich nun noch zwei andere Blogger mit eben diesem Preis ehren darf. Nicht, weil mir keiner einfallen würde, sondern weil die Auswahl unter den vielen von mir gelesenen Blogs so schwer fällt....

Aber schließlich habe ich mich doch für diese zwei entschieden:

Kerstin bekommt mit ihrem Blog den Award von mir, weil sie mich mit ihrem Ehrgeiz, ihrer Geduld und ihrer Ausdauer immer wieder beeindruckt und wahnsinnig motiviert und mich nicht zuletzt auch an ihrem Leben in den USA teilhaben lässt. Du hast den Award aus meinen Augen wirklich verdient!

Mandy bekommt den Blog-Award von mir, weil sie mit ihren schönen Fotos, Gedanken, Gedichten und nicht zuletzt mit dem Lächeln ihrer kleinen Vincigkeit meinen Tag immer ein bißchen netter erstrahlen lässt. Danke dafür!

13. Oktober 2008

Easy Run

Den ganzen Tag hab' ich mich heute wieder mit Kopfschmerzen gequält und es auf die ganze Lymphknotengeschichte geschoben, obwohl meine Stelle im Mund mittlerweile noch nicht komplett verheilt, aber merklich besser ist. Schließlich kam aber meine Nachbarin hoch und erzählte mir, dass auch sie an diesen merkwürdigen Spannungskopfschmerzen leidet und es wohl an der fast föhnartigen Luft heute in Berlin liegen würde. Gut, dann hatte ich eigentlich keinen Grund mehr, mich selbst zu bemitleiden und doch wenigstens eine kleine Runde zu drehen, um eben die besagten Kopfschmerzen zu verscheuchen.

Als ich am Wochenende auf dem Sofa lag und mich selbst bemitleidete, hatte ich natürlich nicht viel besseres zu tun als mich zu informieren, wann denn im nächsten Jahr irgendwo Halbmarathons sind, die mich interessieren könnten und wie man am besten dafür trainiert. Wenn man schon nicht physisch laufen kann, so doch wenigstens in der Phantasie...
Hierbei bin ich auf jeden Fall über den SmartCoach der amerikanischen Runner's World bzw. der Schuhmarke asics gestoßen. Und basierend auf meiner grottenschlechten 5k-Zeit, rechnete besagter Smart-Coach mir also ein Trainingsprogramm für den Halbmarathon aus, das in meinen Augen mehr als harmlos ist. In 16 Wochen soll es mich auf den Halbmarathon vorbereiten, das wäre irgendwann Anfang Februar. Nicht dass ich jetzt auf die Idee käme im Februar an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen, aber so will ich doch nach diesem Plan trainieren, um wenigstens an die Distanzen ranzukommen. Die vorgegebenen Zeiten sind allerdings eher schwieirg einzuhalten, da für mich zu langsam.... Erstaunlich das ich das sage, aber vielleicht bin ich ja doch für meine Verhältnisse immer eher schon fast zu schnell gelaufen, um längere Distanzen durchhalten zu können?! Auf jeden Fall steht für die ersten Läufe immer nur eine Distanz von 3-4 km auf dem Programm in einer Pace von 8:38 min/km. Nun, da bin ich dann also gleich heute mal mit der zweiten Woche eingestiegen und hab' mir die 3,22 km (2 Meilen) in 8:38 min/km vorgenommen.

Und in der Tat war das ein Easy Run wie er auch auf dem Programm stand, denn so langsam bin ich schon ewig nicht mehr gelaufen und musste mich auch wirklich immer bremsen. Noch dazu auf die Distanz, denn diese kleine Runde bin ich zuletzt in meinem 9-wöchigen Startprogramm gelaufen, glaube ich. Aber es war ein schöner Lauf, genau das richtige für mich angeschlagene Mundverbrannte und meine Kopfschmerzen ließen auch in der Tat merklich nach. So wurden es 3,28 km in 26:43 min (8:08 min/km).
Morgen geht es schon wieder Richtung Halle für das nächste Seminar zum Thema Verhandlungsführung und da kann ich den gleichen Lauf am Mittwoch nachmittag wohl auch noch mal einschieben, denke ich.
Und was mir am meisten Freude macht, ist, dass ich jetzt einen richtigen Plan habe, auf dem ich die Tage und die geleisteten Trainingseinheiten abhaken kann - wunderbar für mich Listenfanatiker!!!

12. Oktober 2008

Sowas Blödes!


Da hab' ich mir letzte Woche beim Essen einer zu heißen Pellkartoffel ziemlich den Mund verbrannt, so dass sich eine richtige Brandblase gebildet hatte und das rohe Fleisch in meinem Mund schon die ganze Woche über natürlich etwas empfindlich war. Gedanken hab' ich mir aber eigentlich nicht weiter darum gemacht. Seit Donnerstag aber quälten mich des Nachts ziemliche Schmerzen im Kiefer, so dass sich gegen Ende der Woche herausstellte, dass die Wunde sich ganz ordentlich entzündet hatte und alle in Kopfnähe befindlichen Lymphknoten ordentlich angeschwollen sind, um ihr gutes Werk zu vollbringen. Seit Donnerstag ist dies aber nun nicht mehr so witzig gewesen und führte zu diversen Schmerzen im Hals-Mund-Nacken-Bereich, essen kann ich seit Freitag nur noch breiartige Speisen: Joghurt, Grießbrei, Kartoffelpüree usw.
Dass durch die Schwellungen und die Schmerzen im Mund mein ganzer Kopf nur so vor sich hin pocht, muss ich wahrscheinlich nicht extra erwähnen.
Insbesondere gestern, als das Wetter mich anschrie mit seinen goldenen Farben, einer Wärme auf dem Gesicht, dass ich doch gefälligst rausgehen und laufen soll, fühlte ich mich nur wie von einer Dampfwalze überrollt. Und das alles wegen so einer blöden Verbrennung im Mund....
Nun, die chemische und homöopathische Keule tuen unisono ihr Werk und heute geht es mir schon etwas besser.
Vielleicht morgen ein kleines Läufchen....?

9. Oktober 2008

Raindrops keep falling on my head



Ja, so schön kann Regen sein!
Ja, so gut kann man sich fühlen nach fast 6 gelaufenen Kilometern, klitschnass, mit einem Strahlen im Gesicht und trotzdem noch schnell draußen dehnen - wen stört das bißchen Nass von oben!
Ja, so merkwürdig kann es sein, wenn Menschen unter Kapuzen versteckt schnell von Dach zu Dach huschen, während man selbst jeden Regentropfen auf der Nasenspitze einfach nur genießt.
Ja, so toll sind die kleinen Kreise, die zu großen werden, wenn ein Tropfen in die Spree fällt.
Ja, so fühlte es sich schon als Kind an, wenn man genüsslich mit den Schuhen in eine Pfütze sprang.
Ja, so wundervoll glänzen goldene Herbstblätter auf den Wegen, sauber gewaschen vom Regen!
Ja, so lebendig fühlt man sich, wenn man prustend die letzten Meter im Höchsttempo hinter sich bringt.
Ja, so kann ein Lauf im Regen sein - schnell, stark, nass und herrlich!

Und dieses Lied lag mir einfach auf den Lippen als ich mit einem Lächeln wieder in die kuschelige Wohnung trat. Woher kam es wohl angeweht?

7. Oktober 2008

Überholmanöver

Nacken ist wieder bewegungsfähig: die kombinierte Wärme-Voltaren-Rollkragen-Therapie hat angeschlagen, obwohl ich froh war, das mich gestern an meinem Schreibtisch zu Hause kauernd keiner gesehen hat.
Gestern war ich dann aber zu sehr in die Tiefen meiner Buchhaltung eingestiegen als dass ich mich noch zu einem Lauf überreden konnte. Wenn ich da mal drin bin, dann will ich das auch weg haben und da bin ich gestern abend gegen 22 Uhr dann auch erfolgreich gewesen... jippieh!
Zur Belohnung ging es dann heute morgen auf die Strecke nachdem so die ersten kleineren häuslichen Pflichten (schon in Laufkleidung - gar nicht erst auf andere Gedanken kommen!) und ein kleines Frühstück erledigt waren. Als es dann losging, fühlte sich alles noch sehr steif und unrund an. Ich merkte sofort, dass ich heute würde kämpfen müssen. Aber wie schreibt Kerstin immer: "Wenn es nicht weh tut, war es nicht gut." ... oder so ähnlich... Ging mir auf jeden Fall die ganze Zeit im Kopf rum, wie auch der Spruch "Laufen lernt man beim Laufen"... schöner Ansporn eigentlich!
Nur leider wollte meine Körper nicht so ganz wie mein Kopf, ich schnaufte wie ein Walross, kämpfte mit meinem iPod, der nicht die Musik spielen wollte, die ich gerne wollte... hach, und alles war irgendwie doof. So war es auch kein Wunder, dass der Garmin mich ständig anfeuerte und 'Schneller!' untermalt mit einem drängenden Piepsen auf sein Display schrieb, denn ich war im 7:50er-Schnitt unterwegs...
Schließlich schien sich aber so eine Art Rhythmus einzustellen, ich pfiff auf die Garmin-Anzeige und siehe da, es lief besser! Ich hatte mir noch offen gelassen, ob ich die ganz kleine Runde oder die normale Runde bis zum Schloss Bellevue laufen wollte, je nachdem wie mein Bein sich so anstellte, aber da es gut lief und das Bein keinerlei Zeichen von sich gab, machte ich mich auf zum Schloss Bellevue, rum um die Brücke und auf der anderen Spreeseite wieder zurück. Jetzt machte mir allerdings leider mein Frühstück irgendwie zu schaffen und schien quer in meinem Magen zu liegen, was ein ständiges Stechen verursachte. So ähnlich wie Seitenstechen, aber dann doc nicht ganz so gemein. Trotzdem veranlasste mich dieses Gefühl im Magen zu einem kurzen Gehpäuschen, zumal ich gerade vorher von einer schätzungsweise 15-Jährigen, gerstenschlanken Joggerin in einem lockeren und für mich rasend schnellen Tempo überholt worden war. Dieses Motivationstief musste ich erstmal verarbeiten.
Aber nichts da, weiter ging es auf meinen Pfaden, auch wenn ich mich weiterquälte. Auf dem letzten Kilometer scherten vor mir direkt auf meinem Weg zwei Jogger ein, etwa 100-150m vor mir, an die ich mich langsam aber sicher ranziehen konnte. Die liefen beide ein ziemlich harmloses Tempo und schließlich kurz vor dem letzten, ganz schön gemeinen, aber zum Glück kurzen Anstieg auf meiner Strecke, hatte ich sie eingeholt. Sollte ich jetzt hier auf dem Anstieg überholen? Was wenn ich dann oben zusammenbreche und mich zurück überholen lassen muss, wie peinlich? All' diese Gedanken schossen mir durch den Kopf, schließlich trat ich den beiden aber schon fast auf die Hacken, also vorbei und Tempo nochmal angezogen, oben angekommen kurz verschnaufen, Puls wieder runterbringen und dann Endspurt zu meiner Bank an der ich mich immer dehne. Hach, was war das für ein Triumphgefühl - zum ersten Mal hatte ich Jogger überholt!!! 5,27 km in 39:35 min, 7:30min/km standen schließlich auf meinem Tacho!
Und wie zur Bestätigung meines guten Gefühls kam passend zum Dehnen die Sonne heraus und verspricht heute einen goldenen Oktobertag!

6. Oktober 2008

Wrack

Da hab' ich die ganze Zeit auf allen anderen Blogs noch gute Wünsche und schlaue Sprüche verteilt und siehe da, schon fühle ich mich selber seit Samstag wie ein Wrack. Das ist doch irgendwie ungerecht, oder? Oder ist das über's Netz irgendwie ansteckend....
Freitag bin ich wieder zu meiner neuen großen Laufrunde bis zum Kanzleramt aufgebrochen. Schon das hätte ich mir vielleicht verkneifen sollen und ganz vernünftig nach der Steigerung vom Dienstag nur meine ganz normalen 5 Kilometer rennen sollen. Aber nein, da war der Ehrgeiz natürlich größer und das hatte ich dann auch davon... Zu schaffen war die Runde relativ problemlos, wobei ich den Lauf nicht ganz so genießen konnte wie am Dienstag. Lag aber vielleicht auch daran, dass tausende von Menschen unterwegs zu sein schienen (klar, am 3. Oktober in Berlin...) und ich mich irgendwie nicht wohl auf meiner Strecke fühlte. Laufend musste ich von hinten rufen 'Tschuldigung!', weil ja alle Menschen merkwürdigerweise immer meinen, ihnen gehöre jeder Weg von rechts nach links vollkommen allein. Nee, war nicht schön. Außerdem fing schon auf der Hälfte der Strecke mein rechtes Bein wieder an zu mucken, so dass ich am Kanzleramt eine kleine Dehnungspause eingelegt habe. Kurz bevor ich dann wieder zu Hause war, ging es aber gar nicht mehr und meine rechte Pobacke brachte mich fast um. Jeder Schritt verursachte Schmerzen, aber ich weiß ja zum Glück, worauf das zurückzuführen ist. Hm, war also wohl doch ein bißchen zuviel Steigerung und zuviel wollen in zu kurzer Zeit... Das ganze Wochenende habe ich also gedehnt wie ein Weltmeister und das Bein bzw. der rechte große Oberschenkelmuskel nahm es auch dankbar an und fühlt sich bereits wieder besser. Was das Bein angeht, wäre laufen gestern oder heute sicher möglich gewesen, wäre da nicht....
Ja, wäre da nicht mein Nacken, der sich seit Samstag abend anfühlt wie ein hartes Brett. Ich kann nicht mal genau sagen, was ich gemacht habe oder das es durch eine dumme Bewegung passiert ist, aber auf jeden Fall schmerzt jede unbedachte Bewegung des Kopfes. Seit gestern trage ich nur noch Rollkragen, wärme mit in der Mikrowelle erhitzten Körnerkissen und schmiere mit Voltaren, aber die Besserung setzt nur langsam ein. Besonders die Nächte sind fürchterlich, denn wenn ich aufwache und den Kopf drehe, schießt es nur so in die verhärteten Muskeln. Unangenehm!
Mal sehen, wie es sich heute so im Laufe des Tages entwickelt - ich fürchte nicht zum Vorteil, denn heute bin ich den ganzen Tag an den Schreibtisch gefesselt, um Buchhaltung und Steuern zu erledigen (würg!). Vielleicht aber dann heute abend ein kleines Läufchen - diesmal auch bestimmt nur eine kleine Runde - mal sehen!

30. September 2008

Was soll ich sagen?

Heute sollte es also soweit sein: der zweite Versuch, meine Distanz zu verlängern auf ca. 7,5 km bis zum Kanzleramt und zurück!
Und was soll ich sagen: ich hab's geschafft!

Als ich um kurz nach 9 Uhr nach einem kleinen Frühstück bestehend aus verträglichem Toast mit Marmelade, mit Wasser verdünntem Multivitaminsaft und schwarzem Tee mit Zucker aufbrach, schien noch die Sonne durch die mittlerweile gelb-roten Blätterdächer der Bäume und spiegelte sich auf dem Wasser der Spree, der Wind wirbelte die Blätter auf den Wegen gegen meine Beine - ein wunderschöner Herbsttag, so wie ich ihn liebe! Die Frage nach der richtigen Laufbekleidung war heute für mich schon schwerer zu beantworten, aber mit meinem langärmligen Shirt und der langen Lauftight fühlte ich mich den ganzen Lauf über recht wohl, kühlte aber nach meiner Rückkehr natürlich recht schnell aus, so dass ich den zweiten Teil meiner Dehnungssession schon nach drinnen verlegen musste. Hier wäre dann eine Jacke zum Überziehen hilfreich gewesen, zumal der Wind mittlerweile auch ordentlich aufgefrischt hatte und die Sonne hinter Wolken verschwunden war.
Ich hatte auf jeden Fall heute Lust mal wieder Musik mitzunehmen, die diesen wunderschönen Herbstlauf unterstreichen sollte. Alles wunderschöne Herbstlieder aus der iTunes Essential-Reihe, die mich auch vor zu schnellem Laufen bewahren sollten, denn wenn Ella Fitzgerald und Louis Armstrong 'Autumn in New York' lasziv-jazzig in mein Ohr hauchen, kann ich einfach nicht überpacen.
Und mit genau dieser Einstellung bin ich auch losgelaufen, immer schön langsam, Spaß haben, jeden Schritt genießen. Und was soll ich sagen: ich hab's geschafft!

Ich hab' wirklich jeden Schritt genossen, fühlte mich die ganze Zeit über frisch, hatte lediglich kurz auf dem Hinweg auf einer recht holprigen Wegstrecke ein bißchen mit meiner Atmung zu tun, was ich aber schnell wieder in den Griff gekriegt habe.
Als ich bei der Brücke am Kanzleramt angelangt war, hab' ich mich damit belohnt, dass ich mir erlaubt habe, die Treppe hoch zur Brücke, über die Brücke hinweg und auch auf der anderen Seite die Treppe hinunter zu gehen. Das entsprach einer Gehpause von 1:55 min und dann ging es im locker-leichten Trab wieder zurück auf der anderen Spreeseite, leider mit dem Wind von vorne, was sich aber angenehm frisch und gut angefühlt hat. Ich lief gegen den Wind und bedrohlich-dunklen Wolken entgegen, die mich auf dem letzten Kilometer mit einem ganz sachten Nieseln erfrischten, sich aber bis jetzt noch nicht wirklich ergossen haben.

Hach, was soll ich sagen: es war einfach nur herrlich! Ich hab' mich nach Ende meiner 7,71 km (in wahnsinnig langsamen 59:20 min - aber egal!) langen Strecke eigentlich immer noch nicht richtig ausgepowert gefühlt, konnte noch einen kurzen Abschlusssprint einlegen, hab' mich dann aber entschieden es für heute gut sein zu lassen und nicht zu viel auf einmal zu wollen!

Aber, was soll ich sagen: ich bin stolz auf mich!
Donnerstag oder Freitag (je nachdem wie sich meine Beine so anfühlen) werd' ich dann auch noch die Gehpause weglassen! Ach schön!
Am Sonntag hab' ich mich mit der Erleberin noch darüber unterhalten, dass es wohl reine Kopfsache ist, dass ich die neue Streckendistanz nicht hinkriege, mir nicht zutraue und genau so scheint es sich jetzt zu zeigen: mein Körper, meine Beine, meine Ausdauer haben das heute ohne Probleme mitgemacht - das war mir in den letzten Wochen wohl nur mein Kopf im Weg... wie so oft... wer kennt das nicht...

Was soll ich sagen: momentan hab' ich das Gefühl, ich könnte alles schaffen! Schön das!

29. September 2008

Kanzleramt, 1. Versuch

Angestachelt von all den fleißigen Marathonis und in Aussicht die Verabredung mit der Erleberin machte ich mich gestern mittag dann auf den Weg zum Kanzleramt. Viele Finisher kamen mir entgegen, die ich fast alle gestisch beklatschte. Nach knapp 4 km war ich am Kanzleramt angelangt und überwältigt von den Menschenmassen, die dort überall herum liefen, lagen, standen...
Die Erleberin und ich konnten uns dann auch finden und gingen gemeinsam in den Biergarten des Hauses der Kulturen der Welt, damit sie sich erstmal mit vernünftiger Nahrung in Form von Salat, gegrillter Hähnchenbrust und einem wohlverdienten Kaltgetränk versorgen konnte. Nett haben wir dort ein bißchen gequatscht und es war schön zu einem Blog auch mal die Person kennen zu lernen, die dahinter steckt.
Da sie sich aber auch noch wieder auf den ca. 2 1/2 stündigen Heimweg machen musste, trennten sich unsere Wege am Nachmittag und ich ging auf den Rückweg meiner insgesamt 7,4 km langen Runde, die ich zusammen gerechnet in 54:31 min bewältigen konnte.
Mal sehen, ob dies denn wohl auch ohne die 90minütige Pause gegangen wäre. Mein Plan, um diese Strecke zu schaffen sieht so aus, dass ich mir jetzt jedes Mal vornehme sie zu laufen und dann einfach ganz spontan über Gehpausen entscheide. Ohne Druck, und irgendwann werde ich sie durchlaufen! Insbesondere in dieser Woche ist das auch sehr leicht zu integrieren, da ich ja mal Ruhe habe und nur von zu Hause aus arbeite, dementsprechend gibt es keine Schwierigkeiten , wo ich denn vielleicht die Zeit einplanen kann etc.! Sehr komfortabel!
Hier dann noch eine Collage vom gestrigen Marathon-Tag in Berlin inklusive Bild von mir und der Erleberin.

28. September 2008

Premiere(n)

In der letzten Woche hatten mich die Erkältung und mein Job dann doch mehr im Griff als ich gedacht hatte. Nachdem ich DIenstag aus Düsseldorf wieder da war, hatte sich die Erkältung zwar schon abgeschwächt, aber der Flug hat meine Ohren dann doch ordentlich in Mitleidenschaft gezogen, so dass ich Mittwoch das Gefühl hatte, ich hätte eine riesige Druckblase im Kopf hängen. War also nix mit einem kurzen Lauf am Mittwoch vor meiner Abreise nach Halle. Donnerstag und Freitag hab' ich es dann unterwegs auch sein lassen, wollte meinen Schnupfen dann doch in Ruhe auskurieren.
Als ich aber Freitag abend wieder Berliner Boden unter den Füßen hatte, steckte mich wohl doch die Marathonluft an, die hier schon überall zu spüren war und ich wollte so gerne laufen gehen - aber es war ja schon dunkel... Zunächst hab' ich mit dem Gedanken gespielt, tatsächlich mal einfach eine andere Strecke an der Straße entlang zu testen, aber dann verblüffte mich Ulf mit der Aussage, dass er gerne mit mir mitkommen würde...
Tatsächlich sind wir dann eine kleine Runde über 4,09 km zusammen gelaufen. Das war absolute Premiere, denn früher war ich ja so langsam, dass Ulf fast neben mir hergehen konnte und auch diesmal fiel es ihm natürlich nicht leicht, sich an meine Pace zu halten. Anfangs hab' ich mich auch sehr von ihm irritieren lassen, bin zu schnell mit ihm mitgegangen, was natürlich Seitenstiche nach sich zog. Aber dann bin ich irgendwann in einen ganz guten Rhythmus gekommen und wir konnten uns sogar ein bißchen unterhalten. Am Ende hatte ich sogar noch ordentlich Kraft, um einen Endspurt einzulegen, wo Ulf fast Schwierigkeiten hatte mit mir mitzuhalten. Witzigerweise war ich auch toatal fit nach dem Lauf und Ulf war total fertig. Wahrscheinlich war es für ihn in diesem Tempo gar nicht so einfach... Es hat mir aber unheimlich Spaß gemacht mit ihm zusammen und wir machen das sicher mal wieder!
Heute ist ja Marathon-Tag und natürlich standen wir bei uns an der Gotzkowskybrücke und haben ordentlich angefeuert. Wir stehen hier ja schon bei Kilometer 4, so dass hier die Stimmung leider nicht so toll ist, aber ich hab' mein bestes gegeben und natürlich auch Haile und Irina ordentlich angefeuert.
Tollerweise konnte Haile ja seinen Weltrekord vom letzten Jahr verbessern, mit 2:03:59 ist er gigantischerweise unter 2:04:00 geblieben. Und auch Irina Mikitenko hat gigantisches vollbracht und ist unter 2:20 h geblieben und hat den deutschen Rekord um 4 Minuten unterboten!!! Toll!!!
Eine weitere Premiere bahnt sich nachher dann noch an, denn ich bin um 14.30 Uhr mit einer Blogbekanntschaft, der Erleberin, vor dem Kanzleramt verabredet, die trotz Erkältung heute gestartet ist. Ich werde dann meinen kleinen persönlichen Marathon angehen und gegen 14.00 Uhr laufend zum Kanzleramt starten, dort den Treffpunkt wahrnehmen und dann wieder zurücklaufen. So nähere ich mich langsam meinem nächsten persönlichen Ziel - die Strecke zum Kanzleramt hin und zurück zu schaffen: knapp 8 km von meiner Haustür zu Haustür gerechnet!

P.S. Ich bin mir übrigens sicher, dass das Ferrum phosphoricum die Erkältung ziemlich in Schach gehalten hat und es längst nicht so schlimm geworden ist wie es gewesen wäre ohne dieses homöopathische Wundermittel!

22. September 2008

Schnupfen, Kompromisse und angestachelter Ehrgeiz

Leider hab' ich's am Samstag nicht geschafft, der Erkältung wegzulaufen... Ich hab' mich zwar rausgewagt, was vielleicht auch nicht die vernünftigste Entscheidung war, aber immerhin bin ich einen Kompromiss mit meinem Körper eingegangen und bin nur 4 km gelaufen. Meine Beine fühlten sich doch etwas träge und müde an und den Nachmittag habe ich dann auch schlafend im Bett verbracht.

Gestern ging es mir dann auch schon eine ganze Ecke besser, die homöopathische Akutbehandlung hat meiner Ansicht nach doch gleich wieder gut angeschlagen. Auch heute habe ich lange geschlafen, nachdem Ulf sich früh wieder auf den Weg nach Kiel gemacht hatte. Mein angegriffener Körper wollte diese Pause und so hab' ich ihm sie auch gegönnt. So wie ungefähr hier:


Morgen bin ich den ganzen Tag in Düsseldorf und werde es sicher nicht schaffen, einen Lauf in den Tag zu integrieren. Bevor ich aber Mittwoch abend wieder mal nach Halle aufbreche, werde ich schon noch eine Runde drehen. Mal sehen, ob es denn nur eine kleine wird, wenn ich die Erkältung bis dahin noch immer nicht ganz los bin oder ob ich mich schon wieder auf die 5 km-Runde wagen kann... Aber spätestens Samstag sollte es dann wohl wieder soweit gehen, dass ich wieder meine Runde drehen kann. Hah, und mittlerweile bin ich in der glücklichen Freiberufler-Lage, dass ich froh bin, wenn mal - wie nächste Woche - ein Termin ausfällt, so dass ich nächste Woche endlich mal völlig freie Zeit habe, um mich selbst einzuteilen, den Tag zu organisieren, Luft zu holen und nicht ständig auf Reisen zu sein!
Eine Anekdote vom Samstag, die noch zu erzählen wäre: Mein Schatz lässt sich ja ab und an von mir anstecken und steigt dann auch mal in seine Laufschuhe. Meistens rennt er dann aber los wie ein Irrer und ist nach kürzester Zeit und völlig fertig wieder hier in einer Zeit von der ich nur träume. Am Samstag wollte er das aber mal etwas schlauer angehen und lief langsamer los, hängte sich hinter einen Läufer, den ich als vernünftigen Läufer diagnostiziert hatte. Und was macht er? Da rennt mein Herzblatt doch glatt mal eben 7,7 km in 48 Minuten....
Und das völlig untrainiert, der letzte Lauf-Versuch mind. 2 Monate her... Boah, ist das deprimierend!!!

Aber ich gebe zu, dass es mich anstachelt, dass ich jetzt verdammt noch mal auch endlich die Strecke bis zum Kanzleramt und zurück schaffen will!!!

20. September 2008

Umwege

Donnerstag war endlich mal wieder ein mehr oder weniger freier Tag in meinem Terminkalender, so dass ich mir frei hätte einteilen können, wann ich laufe. Aus welchen Gründen auch immer verflog der Tag allerdings nur so dahin, ich saß mit diversen Planungs- und Verwaltungsaktivitäten gefesselt am Schreibtisch, erst gegen 17 Uhr merkte ich, dass ich einen Wahnsinns-Hunger hatte... hm, wenn ich jetzt was esse, kann ich schlecht direkt hinterher laufen... jetzt laufen? Nee, zuviel Hunger!... 2 Stunden nach dem Essen warten? Okay, so war es dann also schon kurz nach 19 Uhr als ich schließlich losmachte und natürlich würde es gleich wieder dunkel werden...
Auf meiner normalen Strecke lief ich also bis zum Schloss Bellevue und auch den Rückweg konnte ich größtenteils auf einem beleuchteten Weg zurücklegen, lediglich der Schlenker an der Spree entlang, wo wie gesagt gerne die Obdachlosen campieren, ließ ich aus und es ging direkt an den Straßen unseres Wohngebietes entlang zurück nach Hause.
Natürlich will ich keineswegs sagen, dass alle Obdachlosen potenzielle Straftäter sind, aber sie neigen nach meiner Erfahrung doch dazu, gerne alkoholisiert durch ihr zugegebenermaßen hartes Leben zu gehen, so dass mir die mich verfolgenden Sprüche schon an manchem strahlenden Sonntagmorgen Angst einjagten. Und das dann im Dunkeln provozieren? Nee, muss ja nicht sein. Als ich mich noch dehnte, kam eine meiner Nachbarinnern auch von Ihrer Laufrunde und auch sie hatte den direkten Weg unter den Straßenlaternen genommen.
Hm, so muss ich mir also wohl wirklich einen etwas anderen Laufweg ausgucken, wenn es demnächst ja immer früher dunkler wird.

Gestern war ich in München und hatte eh meinen lauffreien Tag, heute sollte es dann aber eigentlich wieder losgehen. Leider kündigt sich gerade eine Erkältung (Niesreiz, Halsschmerzen, laufende Nase) an, die ich noch versuche in den Anfängen mit Ferrum phosphoricum comp. zu bekämpfen und ringe noch mit mir, ob es jetzt gut wäre zu laufen, das Blut in Wallung zu bringen oder besser zu warten, wie es sich bis morgen entwickelt hat... Hm, mal schauen!

Heimlich, still und leise hab' ich diese Woche übrigens die 400km-Marke in diesem Jahr geknackt - für mich nahezu immer noch unvorstellbar!

16. September 2008

Unheimlicher Waldlauf

Nachdem mein Seminar gestern und heute in Castrop-Rauxel in einem sehr schönen Seminarraum MIT Tageslicht (!) gut gelaufen ist, bin ich nur eine ¾ Stunde mit dem ICE weiter gefahren und in Bielefeld gleich wieder ausgestiegen. Mit dem Taxi flugs weiter nach Halle zum Gerry Weber Hotel, wo ich bereits herzlich erwartet wurde, ein tolles Zimmer bekommen habe und schwupps schnell in meine Turnschuhe geschlüpft bin, damit ich noch vor Einbruch der Dunkelheit meine Runde drehen konnte. Die Strecke kannte ich schon mehr oder weniger von einem meiner vorherigen Aufenthalte, bin aber diesmal im Wald anders abgebogen und einfach nach 2,5 km wieder umgedreht. Herrlich war der Lauf auf dem federnden Waldboden, aber es wurde doch schon ziemlich dunkel unter den Baumkronen und es war ziemlich unheimlich. Vor allem deshalb weil ich gerade das Buch „Die Chemie des Todes“ von Simon Beckett lese, wo eine Läuferin im Wald von einem Serienkiller überfallen wird...

Dies war natürlich nicht gerade förderlich für ein entspanntes Gefühl, jedes Knacken, Bellen nahm ich überdeutlich war... Vielleicht bin ich auch einfach ein Schisser, aber im Dunkel ist es mir echt zu unheimlich. In Berlin würde ich zwar auch im Dunkeln laufen, aber selbst da müsste ich mir eine andere Strecke suchen, denn meine normale Strecke an der Spree ist nur teilweise beleuchtet und auf den dort stehenden Bänken auch Übernachtungsrevier für sehr viele Obdachlose.

Der Lauf in der anbrechenden Dämmerung heute war okay, ich fühlte mich fast den ganzen Lauf durch gut, war wieder ohne Musik unterwegs. Gemein war nur, dass die nahe liegende Storck-Fabrik (ich sage nur Storck Riesen, Werther’s Echte...) an der ich direkt vorbei lief, scheinbar gerade die Fabrikhalle lüftete und es im ganzen Wald ganz fies nach Zucker und Karamell duftete... soo gemein!

Kurz nach der Hälfte der Strecke war ich allerdings froh mitten im Wald zu sein, denn ich hatte meine Verdauung scheinbar mal wieder ordentlich angekurbelt, so dass ich froh war in den Büschen verschwinden zu können. Dieses Problem ist in der Stadt, zumal mitten in Berlin, wo ich normalerweise ja unterwegs bin, nicht so einfach zu erledigen....

Nach 5,23 km und 37:59 min und einem Durchschnittstempo von 7:16 min/km war ich wieder zurück, bin unter die Dusche gehüpft und sitze jetzt mit einem Glas Weißwein aus der Minibar in meinem Hotelbettchen und genieße einen entspannten Abend. So, und jetzt rufe ich meinen Schatz an, der sich gerade mal wieder in Kiel rumtreibt!

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