2. Februar 2008

Raus, raus... Raus aus Berlin!

Es war einfach herrlich heute durch den Morgen zu laufen. Ich hab’ mich gut gefühlt, wenn mein rechter Fuß sich auch in der engen Bandage etwas merkwürdig gefühlt hat. Zunächst war es natürlich im Schuh einfach ein ganzes Stück enger, woran ich mich aber gut gewöhnt habe. Dachte auch, dass ich langsam unterwegs sein würde, weil ich mich nach dem vielen sitzen in unbequemen Zügen gestern einfach total steif gefühlt habe und schon mein WarmUp-Walk recht langsam losging. Aber als ich dann endlich laufen konnte, war alles super. Es ging mir sogar so gut, dass ich am liebsten durchgelaufen wäre statt die blöden Gehpausen zu machen. Das Erlebnis von Donnerstag setzte sich nämlich fort, dass ich mich eher ungut fühlte während ich ging. Mein Fuß tat mir beim Gehen am äußeren Ballen weh, vielleicht weil ich auch beim Gehen immer so drauf achte, wie ich den Fuß abrolle. Beim Laufen fühl’ ich mich so gut, so groß, so nach oben gestreckt, dass ich die ganze Zeit voller Begeisterung durch die Gegend blicke und gar nicht darauf achte wie ich aufsetzte, abrolle etc. Ist wahrscheinlich besser, weil unverkrampfter.
Ich hab’ heute auch mal gezaählt und einen kleinen Versuch gestartet. Es kamen mir genau acht Läufer/innen entgegen, denen ich ein freundliches ‘Guten Morgen’ entgegen geschmettert habe. Sieben davon guckten äußerst verwirrt drein, sechs grüßten dann aber wenigstens mit mindestens einem Kopfnicken zurück. Eine junge ganz verbissen wirkende Läuferin in wallenden warmen Jogginghosen und Sweatshirts schien aber so verschreckt, dass sie gleich wieder schnell auf den Boden vor ihren Füßen starrte. Lediglich eine weißhaarige, sehr sportlich wirkende, ca. 65jährige Frau grüßte aufgeschlossen und fröhlich lächelnd zurück.
Komisch, oder?
Woran liegt das? Sind alle so schüchtern? Ist Berlin so anonymisiert, dass man sogar Angst vor fremden Menschen hat, die einem nur einen ‘Guten Morgen’ wünschen wollen? Sind wir alle solche introvertierten Individualisten geworden in unserer Gesellschaft? Oder ist es einfach Angst, Schüchternheit, Verklemmtheit?
Ich weiß es nicht, war aber ein spannendes Experiment.
Später musste ich dann noch ein Gruppenhaus besichtigen, wo mein Liebster im Mai ein Treffen mit seinen ehemaligen Kommilitonen veranstalten will. Das Haus war zwar schrecklich und nur eine absolute Notlösung, falls wir nichts anderes mehr finden. (siehe Foto)
Aber die Gegend dort scheint ein Treffpunkt für Läufer zu sein. Traumhaft dort auch die Wege duch den Wald, voller Laub, direkt an der Havel, ein bißchen nördlich raus aus Berlin. Muss ich mir für die Zukunft mal merken. Witzigerweise waren da nicht nur Individualisten unterwegs, sondern es trafen sich Gruppen zum Laufen, man winkte sich zu etc. Eine ganz andere Stimmung als die, die mir auf meiner heutigen Runde von meinen Entgegenkommern entgegenschlug.

1 Kommentar:

  1. Ist bei uns hier im Süden genauso: Lauftraining in München = jede Menge Leute und keiner grüßt zurück... Laufen hier in der Provinz = nur ganz wenige Läufer und jeder grüßt zurück. :-)))

    Schönen Gruß
    Lars

    AntwortenLöschen

LinkWithin

Related Posts with Thumbnails