31. Juli 2008

Zwei Seiten der Medaille

Drei sehr ambivalente Tage in Halle/Westfalen liegen hinter mir! Natürlich war es im Gerry Weber Hotel wieder sehr nett, ich habe wirklich selten so viele freundliche Service-Mitarbeiter erlebt und das Essen ist dort 'leider' auch immer so gut... Die beiden Coaching-Tage am Montag und Mittwoch wie auch der Vorbereitungstag mit meiner Trainer-Kollegin waren sehr erfolgreich, wir haben durchweg positives Teilnehmerfeedback erhalten und ich konnte mit einem Auftraggeber sogar noch eine Honorarerhöhung verhandeln - PERFEKT!
Die Nächte waren allerdings die andere Seite der Medaille: heiß, Kämpfe mit Kopfkissen, Mücken und meinen Gedanken, so dass ich von Sonntag auf Montag höchstens 5,5 Stunden und von Montag auf Dienstag sogar nur 3,5 Stunden Schlaf bekommen habe. Dienstag hätte ich zwar ausschlafen können, konnte aber erst um ca. 2.30 Uhr einschlafen und mein Wecker wollte mich um 6 Uhr zum frühen Laufen in der Morgenkühle bewegen. Ich lag dann zwar noch bis 7.30 Uhr im Bett, habe gedöst und mit mir gerungen aufzustehen, aber richtig geschlafen habe ich nicht mehr.
Dann ging's raus auf die Laufstrecke: 2 Runden auf der 2,5 km-Joggingstrecke am Hotel. Mein Forerunner hat allerdings nur 4,64 km gemessen. Ich hatte mir am Anfang der Strecke eine Flasche Wasser deponiert, die ich glücklich nach der 1, Runde entgegen nahm und die mich über die 2. Runde gerettet hat. So sahen meine Intervalle aus: 7:17 min/ km, 7:16 min/km, 7:00 min/km, 7:05 min/km, 7:26 min/km.
Insgesamt war ich 38:06 min unterwegs und ich war schlussendlich doch froh, mich aufgerafft zu haben. Unter den Bäumen im Wald war es noch einigermaßen schattig, aber schon unerträglich schwül und ich habe geschwitzt wie nur was.
Nach dieser Strapaze hatte ich mir ein leckeres Hotelfrühstück vom Buffet aber redlich verdient und nachdem wir mit unseren Trainingsvorbereitungen fertig waren, zog ein ordentliches Gewitter auf, das die Luft herrlich abkühlte und mir ein gesegneter Nachmittagsschlaf vergönnt war - herrlich!
Die einzige Sorge macht mir momentan meine Achillessehne bzw. mein rechter Fuß - ich weiß gar nicht so genau, ob es die Achillessehne ist? An der Außenseite zwischen Knöchel und Achillessehne ist es etwas dick und ich spüre ein Druckgefühl, wenn ich in meinem Turnschuh bin. Nach kurzer Zeit des Einlaufens verschwindet das aber. Hm? Ich schmiere jetzt erstmal morgens und abends Mobilat, weil ich vermute es könnte eine Reizung oder kleine Entzündung sein. Außerdem wird ordentlich gekühlt - das ist bei diesen Temperaturen ja eh angenehm...
Vielleicht kühlt es gleich, wenn die Sonne weg ist ja noch ein bißchen ab, dann dreh' ich noch eine Runde.
Achja, und Samstag: ich habe stark überlegt, ob ich wirklich an der Berliner Citynacht teilnehmen soll... Hitze... Fuß... Aber es soll ja Samstag einerseits angenehmer werde, also kühler, und außerdem werde ich es einfach als ganz normalen Genusslauf nehmen - ist bestimmt einmalig so auf dem Ku'damm an Gedächtniskirche usw. vorbei zu laufen. Das kriegt man ja nicht alle Tage!!!

27. Juli 2008

Regen, lieber Regen....

Ich möchte hier nur mal eben festgehalten wissen, dass ich mich letzte Woche nicht über den Regen und die niedrigen Temperaturen beschwert habe - NEIN, NEIN!!!
Seit Mittwoch haben wir hier in Berlin wieder absoluten Hochsommer, 31°C tagsüber und auch nachts keine wirkliche Abkühlung bei 24°C... da soll noch mal einer an Schlaf denken bzw. einen schönen Lauf in den 'kühlen' Morgenstunden planen... Ha!
Es ist mittlerweile leider wirklich so, dass ich zum Sommer- und Hitze-Hasser werde. Alles was man tut, wird so wahnsinnig viel anstrengender, die Menschen sehr viel aggressiver, ständig möchste man duschen und alles klebt. Nee, ich mag das nicht! Gestern haben wir uns mit der gschätzten Hälfte der Berliner (nach Abzug derer, die im Urlaub sind also ca. immer noch 1 Million Menschen) im Strandbad Wannsee versammelt und selbst der See konnte mit seinem algig grünen und piewarmen Wasser keine Abkühlung bringen.
So war ich auch wirklich froh, dass ich heute morgen Lauf- und Geh-Intervalle zu absolvieren hatte, denn bereits nach 5 Minuten floss mir morgens um 8 Uhr der Schweiß nur so den Körper herunter. Die Nacht war auch eher kurz und nicht erholsam gewesen - wie auch bei tropischen Temperaturen und summenden und stechen Mitbewohnern?
Ich lief wie immer meine Runde bis zum Schloss Bellevue und hatte folgendes Programm zu absolvieren: 5 min. Aufwärmen (wäre wohl nicht wirklich nötig gewesen - bei den Temperaturen war ich schon heiß beim Losgehen...), 4 min. Laufen/ 2 min. Gehen (5 x), 5 min. Cool Down.
Die Laufintervalle konnte ich in einem richtig guten Tempo absolvieren, hätte dies aber definitv nie und nimmer über die ganzen 5 km durchgehalten, wenn ich nicht meine Gehpausen gehabt hätte: 1. 7:57 min/ km, 2. 7:10 min/km, 3. 7:35 min/ km, 4. 7:06 min/km, 5. 7:12 min/km.
Komisch war es schon, zwischendurch auf einmal wieder zu gehen - fühlte sich nach Rückschritt an. Aber wenn es denn dem Ziel dient...
Vielleicht ist das bei der Wärme und meinem momentanen Körperzustand aber auch mal ganz gut, ein wenig ruhiger zu machen, denn mir tut momentan schon permanent irgendwas weh - und wenn es nur Muskelkater ist, so bin ich dies doch bisher eigentlich eher nicht gewohnt.
Für Dienstag werd' ich mir jetzt noch eine ca. 5 km lange Strecke im ostwestfälischen Halle raussuchen und dann geht es auch schon fast los: Richtung Bahnhof in einen klimatisierten ICE!!!

25. Juli 2008

Freeway to 10k

Ich war ja die ganze Zeit schon immer auf der Suche nach einem Fortsetzungsprogramm zu meinem Couch to 5k-Running Plan und jetzt hab' ich endlich was gefunden:
den Freeway to 10k-Running Plan!
Nach diesem Plan, auch wieder mit Intervallen, die entweder gegangen oder langsam getrabt werden können, werde ich jetzt also stetig an einer sanften Steigerung meiner Distanzen arbeiten.
Hach, was freu' ich mich ein neues klares Programm und Ziel zu haben!!!
Das Programm geht über 10 Wochen und zum Schluss soll man 10 Kilometer bzw. 90 Minuten durchlaufen können. Das ist doch mal was!
Heute und morgen pausiere ich (nach meinem Lauf gestern tun mir meine Knochen doch ganz schön weh... ächz!!!), so dass ich Sonntag, Dienstag und Donnerstag die erste Woche des neuen Programms starten werde. Das passt auch deshalb gut, weil ich Sonntag abend mal wieder Richtung Halle (Westfalen) aufbrechen werde, Montag dort ein Teamcoaching habe, Dienstag einen freien Tag im Hotel verbringen muss, um Mittwoch noch ein Teamcoaching durchzuführen. Da kann ich den Dienstag ja wundervoll nutzen!!!
Und ich werde Kerstins Tipp mit den Energie-Riegeln umsetzen. LunaBars, die sich sehr interessant und lecker anhören, gibt es nach umfangreicher Internet-Recherche in Deutschland leider nicht, aber dafür ja die allseits bekannten PowerBars, die ich bisher immer für Humbug gehalten habe. Aber wenn eine Sportskanone wie Kerstin diesen Tipp gibt, muss ja wohl doch was dran sein... ich werde das testen!

24. Juli 2008

Yes, we can!

Nur ganz kurz ein Eindruck zur Rede von Barack Obama an der Siegessäule, wohin Ulf und ich natürlich wie tausende andere gepilgert sind:
Der Mann hat schon ein Charisma, das einen wirklich einfängt. Ich gebe zu, anfällig für solche Führungsfiguren und pathetische Reden zu sein, aber das Erlebnis heute an der Siegessäule war schon einprägsam. So viele junge Leute waren da, alle scheinbar getragen von der Hoffnung, dass dieser Mann die Welt ein bisschen besser machen kann. Ob das dann wirklich so kommt, wenn er denn vielleicht, hoffentlich im November gewählt wird, steht sicher noch auf einem anderen Blatt, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Für alle, die die Rede nochmal im Original sehen wollen: KLICK
Ich hatte schon an einigen Stellen eine Träne im Augenwinkel, sicher aber auch der ganzen Atmosphäre geschuldet...
Hier noch ein paar Eindrücke, eingefangen durch meine Kamera-Linse:
Ich weiß gar nicht, ob man das in anderen Städten überhaupt nachvollziehen kann. Aber Berlin hat schon seit gestern abend kein anderes Thema gehabt als diese Rede heute. Bereits gestern sprachen alle nur über Obama, und ob man denn zur Siegessäule gehen würde oder nicht... Das ist etwas, was mir sicher fehlen wird - Berlin ist schon der Mittelpunkt Deutschlands...
Aber nach diesem ereignisreichen Tag ist die Maus jetzt wirklich tot und muss ins Bett - gut' Nacht!

Tote Maus

Da lag sie, direkt auf meinem Weg ungefähr bei km 2,6 und fast wäre ich auch noch drauf getreten. Die kleine tote Maus, die ich heute morgen entdeckte, sollte so etwas wie ein Synonym für meinen heutigen Lauf werden. Durch Anjas Kommentar angeregt, wollte ich heute mal wieder eine Brücke weiterlaufen - also statt Schloss Bellevue bis zum Kanzleramt. Keine Ahnung wieviel weiter dies gehen würde, ich hatte auch gestern keine Zeit und Lust, dies bei jogmap oder GPSies auszumessen. Außerdem hat sich ja schon oft gezeigt, dass es für mich einfach ganz gut ist, einfach so drauflos zu laufen und gar nicht so viel nachzudenken, ob es zu weit ist o.ä.
Dass es nicht gut werden würde, war mir eigentlich schon fast klar als ich mich heute morgen doch erstmal stark überreden musste, überhaupt früh aufzustehen. Aber da es ja heute wieder warm werden sollte, war klar, dass an laufen nur am Morgen zu denken sein würde. Allerdings war ich gestern erst um nach zwölf im Bett, konnte dann auch schlecht schlafen, weil unser merkwürdiger Nachbar wieder ab halb eins lautstark zu äußerst ungewöhnlicher Musik mitsang und hatte außerdem mit einer Freundin zum Abendessen ein Glas Weißwein getrunken. All' diese Umstände und auch mein flotter Lauf vom Dienstag hatten wohl zur Folfe, dass sich meine Beine heute morgen nicht gut anfühlten. Meine Knie taten ein bißchen weh, die Achillessehne des rechten Fußes und der gesamte linke Fuß machten sich bemerkbar. War vielleicht doch alles ein bisschen zu viel in letzter Zeit...
Aber nach dem ersten Kilometer hatte ich mich einigermaßen eingegroovt, die Muskeln waren erwärmt und so ging ich meinem Plan nach heute bis zur Brücke am Kanzleramt zu laufen. Bereits kurz vorm Kanzleramt fühlte ich mich der toten Maus allerdings sehr nahe, ich war einfach k.o. und das obwohl ich viel langsamer lief als am Dienstag und auch erst 3,5 km gelaufen war - aber ich wusste ja, dass mein Rückweg mindestens nochmal 3,5 km sein würde. Also entschied ich mich für eine Gehpause. Nach 400 m lief ich aber weiter, obwohl mir klar war, dass sich Seitenstiche ankündigen würden. Und so war es auch, versuchte die Seitenstiche wegzuatmen, lief wieter, ging nicht, also wieder gehen.... Zurück auf meiner gewohnten Strecke lief ich wieder los, ging auch recht gut, musste aber wieder gehen, konnte nicht mehr.
Während dieser letzten Gehpause hatte ich dann wieder mal ein 'nettes' Intermezzo mit einem Hundebesitzer, der am Wegesrand völlig vertieft in eine Unterhaltung war, während sein Beagle an der automatischen Leine auf der ganz anderen Seite des Wegs herumschnüffelte. Auf mein 'Entschuldigung' wurde mal gar nicht reagiert, so dass ich über die Leine rübersteigen musste, was der Hundebesitzer dann irgendwie merkte und es ungemein lustig fand, die Leine dann auch noch nach oben zu ziehen als ich gerade mit einem Bein drüber war... haha... Mein unverständiges Kopfschütteln wurde dann nur damit kommentiert, dass mir ja schließlich der Weg nicht gehören würde und ich ja schließlich auch an der anderen Seite vorbei gehen könne. Ahja... Hund schnüffelte an einer ca. 10m langen hüfthohen Hecke hinter der direkt das Ufer der Spree liegt... hm, sollte ich also auch noch eine Runde Schwimmtraining einlegen, ja? Nunja, wie ich schon einmal an dieser Stelle schrieb: ich habe überhaupt nix gegen Hunde, nur gegen solch dämliche Besitzer wie es hier in Berlin scheinbar so viele gibt...
Nach diesem Adrenalin-Schub konnte ich dann aber wieder gut weiterlaufen bis ich schließlich zu Hause angelangt war. Von den insgesamt 7,71 km, die ich zurückgelegt habe, bin ich 6,46 km gelaufen und 1,25 km gegangen.

Daten und Fakten zu meinem heutigen Lauf:
Distanz: 7,71 km Zeit: 1:02:33 Durchschnittstempo: 8:07 min/km Durchschnittsgeschwindigkeit: 7,4 km/h

Das geringe Durschnittstempo liegt natürlich an den Gehpausen, die ich nach gründlichem Überdenken aber gar nicht mehr so schlimm finde - schließlich bin ich anfangs alle 2 Minuten gegangen und habe mich so an die 5 km herangetastet. Warum soll ich mich auf diese Art und Weise nicht auch an diese neue Distanz herantasten?! Außerdem bin ich auch noch nie 6,46 km gelaufen - als Niederlage kann ich diesen Lauf eigentlich nicht wirklich werten. Obwohl es sich heute morgen während des Gehens so angefühlt hat...
Außerdem stelle ich fest, dass ich am Wochenende mit einem Brötchen im Bauch sehr viel kraftvoller laufen konnte als heute mit nur einem Schluck Wasser und einer halben Banane im Magen. Vielleicht muss ich über das Essen vor'm Laufen auch nochmal nachdenken, denn in letzter Zeit war es ja so, dass meine guten Läufe eher immer nachmittags oder abends waren statt morgens.... Vielleicht brauch' ich da morgens einfach mehr Treibstoff?
Auch jetzt fühle ich mich noch wie eine tote Maus - und genieße des Luxus des Freiberufler-Seins jetzt für ein nachmittägliches Nickerchen.
Damit ich nachher fit bin für Obama!

22. Juli 2008

Unbewusste Dröhnung

Was war das denn? Da bin ich heute nach unserer Rückreise nach Berlin auf meine normale Runde aufgebrochen. Meine Beine taten weh, wohl noch vom vielen ungewohnten Bergab-Laufen am Samstag und vom vielen Im-Auto-Sitzen gestern und heute (Wohnungssuche in Kiel übrigens weiterhin erfolglos!), ich fühlte mich einfach maddelig und bereits seit heute morgen hatte ich Kopfschmerzen, aber ich wusste, dass die sicher verschwinden würden, wenn ich erstmal los gelaufen wäre. Und genau so war es auch. Die Luft heute war hier herrlich in Berlin, 21°C, aber angenehm frisch und noch kühl nach dem ganzen Regen der letzten Tage. Vom Tempo und der Strecke erwartete ich nicht viel, einfach loslaufen war die Devise. So wusste ich auch noch gar nicht, wo ich lang laufen wollte. Also bin ich erstmal zum Präsidenten aufgebrochen, um dann am Schloss Bellevue zu entscheiden, ob ich durch den Tiergarten oder an der Spree zurück laufen wollte. Bereits nach ca. 1 km merkte ich, dass meine Verdauung arg angeregt war... nunja... so mitten in Berlin ein unlösbares Problem, wenn man nicht in einem Cafe o. Restaurant um Toilettenbenutzung betteln möchte. Ich hatte aber mal irgendwo gelesen, dass dies nachlassen sollte, wenn man einfach ein bißchen schneller läuft. Also, gesagt getan!
Und tatsächlich beruhigte sich mein Bauch wieder etwas und ich entschied beim Schloss Bellevue, dass ich heute mal abenteuerlustig durch den Tiergarten zurücklaufen wollte. Abenteuerlustig dehalb, weil ich mich ja sonst immer ein bißchen schwer tue mit neuen Strecken. Vielleicht haben mich aber die neuen Strecken der letzten Tage zu ein bißchen Abwechslung angeregt. So bin ich also über den großen Stern in den Tiergarten eingebogen und konnte sehen, dass rund um die Siegessäule bereits einiges für den Auftritt von Barack Obama gesperrt ist. Wenn es passt, werde ich mir den guten Mann wohl mal anschauen...
Zurück ging es also durch den Tiergarten entlang der Straße des 17. Juni zurück an die Spree und wieder nach Hause. Nach genau 5,02 km und 35:33 min war ich wieder an meinem Startpunkt, ging noch ein paar Schritte und stellte 1. erstaunt fest, dass ich fast gar nicht außer Atem war, 2. bisher überhaupt nicht geschwitzt hatte und 3. jetzt doch ganz dringend auf die Toilette musste. Also nahm ich auch noch die Treppen zu unserer Wohnung im Laufschritt und war schließlich im wahrsten Sinne des Wortes sehr erleichtert wieder zu Hause.
Als ich dann meinen Lauf auswertete, konnte ich es gar nicht glauben: ich war in einer Durchschnitts-Pace von 7:05 min/km unterwegs gewesen! Ohne es zu wissen und vor allem, ohne es zu merken, hatte ich mir die volle Dröhnung gegeben. Und ich kann es immer noch nicht so recht glauben, denn es ging mir während des ganzen Laufs total gut, keinerlei Seitenstiche, ich war überhaupt nicht aus der Puste und ich hätte auch locker noch weiterlaufen können, wenn da nicht das Toilettenproblem gewesen wäre. Sollte sich langsam bemerkbar machen, dass ich die Strecken ausdehne? Sollten sich meine Muskeln in den Beinen nochmal wieder erneut angepasst haben, denn ich fühle eine ungewohnte Kraft in den Beinen?
Leider ist mein für gestern geplanter Lauf im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser gefallen: in Schleswig-Holstein hatte es die gesamte Nacht von Sonntag auf Montag und auch den gesamten Montag morgen wirklich geschüttet wie aus Eimern. Wenn es mich doch nicht stört, vom Regen überrascht zu werden, so laufe ich im Regen doch lieber los, wenn ich das richtige Equipment, sprich: meine Regenjacke, an habe. Die war aber leider in Berlin geblieben, deshalb konnte ich mich nicht aufraffen durch die Sturzbäche zu laufen und habe den Lauf auf heute verlegt.
Scheinbar hat sich das ja gelohnt! Vor allem finde ich es super zu wissen, dass ich 5 km locker in einem 7er-Schnitt laufen kann - das gibt mir ein gutes Gefühl für den Lauf am 02.08.!

20. Juli 2008

Goldene Felder

Um dies gleich vorweg zu nehmen: unsere Wohnungssuche in Kiel war bisher nicht sehr erfolgreich! Entweder haben wir übersteigerte Vorstellungen, die halt in Berlin für relativ wenig Geld zu befriedigen sind oder alle haben die gleichen Vorstellungen wie wir und dementsprechend ist bereits alles Gute weg... Naja, Geduld und Spucke! Was ich allerdings merkwürdig finde, ist, dass es scheinbar so regional unterschiedlich ist, ob Wohnungen mit einer Einbauküche ausgestattet sind oder eben nicht. In Berlin bekommt man eigentlich nur 'ne Spüle und 'nen Herd reingestellt - was ich sehr angenehm finde, denn so kann man sich alles andere selbst zusammen stellen und ich muss nicht mit dem Kühlschrank leben, in dem mein Vormieter vielleicht Bakterienkulturen herangezüchtet hatte... In Kiel erzählen einem nun aber alle Vermieter ganz stolz, dass auch eine Einbauküche vorhanden ist. Vielen Dank, aber darauf möchte ich zugern verzichten, insbesondere wenn das Exemplar von 1982 datiert zu sein scheint...
Nun, soviel zu unseren Wohnungssuch-Erlebnissen...

Da wir am Samstag die Kieler Nachrichten aber nun per Internet runterladen konnten, statt nach Kiel fahren und sie dort kaufen zu müssen, hatten wir bereits um 11 Uhr alle potenziell interessanten Wohnungsangebote des Immobilienteils abtelefoniert. Besichtigungen ergaben sich für den Samstag nicht mehr, also konnte ich in Ruhe zu einem Lauf aufbrechen. Ich hatte mir vorher per GPSies.com eine Route hier im schleswig-holsteinischen Hüttblek zurechtgestückelt, die ich auf meinen Forerunner übertragen habe, um mich hier im Feldweg-Wirrwarr nicht zu verlaufen.


So lief ich also los und war erstaunt über die vielen sanften, aber stetigen Anstiege im eigentlich doch so platten Norden Deutschlands. Das bin ich aus meiner Heimat, die ja schon fast zum ostfriesischen Plattland zählt, anders gewöhnt... Außerdem fing es sanft an zu regnen, was bei knapp 14 °C zunächst eher unangenehm war, aber von meinem Fleece-Pullover dann doch zunächst gut abgehalten wurde. Dieser wurde mir aber schnell zu warm, so dass er seinen Weg an die Hüfte fand und der Regen war schon fast eine willkommene Abkühlung. Es tröpfelte so vor sich hin, ich lief so vor mich hin und genoss nach den Anstiegen dann den federleichten Bergab-Lauf. Ich befürchtete nur, dass ich all das, was ich jetzt so easy bergab lief auch wieder würde hoch müssen...... Aber es war einfach nur super! Ich folgte der kleinen schwarzen Linie auf meinem Forerunner, keine Anzeige der Pace oder gelaufenen Kilometer störte mich und ich genoss den Anblick der im Regen golden schimmernden Kornfelder. Was sich am Horizont zwischen den Bäumen als romantischer Nebel ankündigte, wurde aber über meinem Kopf bald nasse Realität: nachdem der Regen erst fast gänzlich nachgelassen hatte, goss es auf meinen letzten geschätzten 2 Kilometern schließlich wie aus Eimern. Ich war klatschnass, aber wieder einmal happy!
Gibt es sogenannte Regenläufer? Ich liebe das!
So grinste ich meinen Schatz auch nur dümmlich an als ich wieder in die Einfahrt einbog, wo er gerade mit mehreren Handtüchern bewaffnet ins Auto gestiegen war, um mir entgegen zu fahren und mich zu retten - wie süß! Meine Schwiegereltern in spé waren ganz baff, dass ich nach so 'kurzer' Zeit schon wieder da war - und nachdem ich mit meinen Dehnübungen die ganze Küche nass getropft hatte, stand ich glücklich unter Dusche.
Dies Ergebnis warf mein Forerunner nach der Trockenlegung aus:
Distanz: 5,61 km Zeit: 42:06 min Durchschnittstempo: 7:30 min/km

Morgen geht's nochmal auf die gleiche Runde, diesmal ja vielleicht trocken, und abends warten noch zwei Wohnungen auf uns - also weiter Daumen drücken!!!

18. Juli 2008

Berlin-Bremen-Kiel

Naja, war ja klar, dass irgendwas wieder dazwischen kommt, oder? Natürlich bin ich am Dienstag nicht gelaufen und war auch nicht im Fitness-Studio, weil ich (gefühlte) Millionen von Terminen für die kommenden Wochen zu koordinieren und Dinge zu erledigen hatte, um am Mittwoch einigermaßen früh Richtung Bremen losmachen zu können. Auch daraus wurde nicht so wirklich was, da sich auf der A2 wieder mal diverse Autofahrer zum Klönschnack verabredet hatten (sprich: ich stand 1 Stunde ohne ersichtlichen Grund im Stau) und bei Magdeburg Bäche vom Himmel fielen, die mich zu einem Tempo von 80 km/h zwangen... So war ich erst am Nachmittag in Bremen, konnte aber dann wenigstens den Abend mit meiner Freundin in Bremen genießen. Wir waren lecker Pizza essen, haben einen schönen Wein getrunken und unsere gemeinsame Heimatstadt ein wenig genossen. Bremen kann so schön sein:

Zum Glück läuft Ilka auch schon seit Jahren, so konnten wir uns gegenseitig dazu motivieren am nächsten Morgen laufen zu gehen bevor wir uns erneut mit noch anderen Bremer Freundinnen zum Frühstücken verabredet hatten. Zusammen zu laufen macht leider keinen Sinn, da Ilka sich auf einem ganz anderen Fitness-Level befindet - erst vor einer Woche hat sie an einem 48 km-Trail-Lauf in den französischen Alpen teilgenommen... Das schaffe ich vielleicht im nächsten Leben...
Aber so bin ich am Donnerstag morgen bei meinen Eltern zu einem herrlichen Morgenlauf aufgebrochen. Bei 15°C und leicht bedecktem Himmel konnte ich bei für mich perfekten Bedingungen aufbrechen. Zunächst war mir in meinem T-Shirt fast ein bißchen zu frisch, aber ich wusste ja, dass sich das bald legen würde. Ich war die Runde über die Felder bei meinen Eltern bereits einmal zu Ostern gelaufen und konnte erfreut feststellen, dass mir die Runde sehr viel leichter fiel, wenn auch die Wege entweder schlecht asphaltiert, gepflastert oder holprig sind. Ich war wieder schneller als bei meinen letzten Läufen, dafür war die Runde aber auch nur 4,87 km lang - eigentlich sollten es ja mindestens 5 - 5,5 km werden, aber ich habe mich nicht so recht getraut einen kleinen Schlenker einzubauen, weil ich nicht abzuschätzen wusste wie weit es dann gleich gehen würde.
Daten und Fakten zu meinem Lauf:
Distanz: 4,87 km Zeit: 35:49 min Durchschnittstempo: 7:22 min/km Durchschnittsgeschwindigkeit: 8,2 km/h

Aber egal, so hab' ich den Lauf sehr genossen und konnte mir danach beim Frühstück mit alten Freundinnen genussvoll mein Nutella-Brötchen schmecken lassen. Nun, mit diesem Motivationstrick wird das mit dem Abnehmen zwar nix, aber selbst Ilka war aufgefallen, dass meine Beine und mein Po straffer in der Jeans aussehen und sich das Laufen bemerkbar macht - schön zu hören, ich bilde es mir also nicht nur ein ;-)
Die Wohnungssuche in Kiel war heute nicht sehr erfolgreich, so dass wir morgen wieder früh in der Zeitung nach weiteren Objekten suchen wollen - demnach wird dem wohl mein geplanter Morgenlauf in Schleswig-Holstein zum Opfer fallen, aber vielleicht schaffe ich es ja morgen Abend...
Drückt mir die Daumen für eine Wohnung!!!

Und, zur Feier des Tages:

14. Juli 2008

Motivationstricks

Mann, musste ich mich aufraffen, heute meinen Lauf zu absolvieren.
Natürlich wurde es nichts damit, gemeinsam mit Ulf aufzustehen und bereits um 6 Uhr draußen zu sein. Ich hatte nämlich eine ziemlich ätzende Nacht hinter mir mit Mückenjagd, wachliegen und über unsere bisherigen Wohnungsangebote grübeln, geistigen Fahrradtouren mit meinem wieder in Stand gesetztem Fahrrad usw. So war ich froh, dass ich heute den Luxus des Ausschlafens genießen durfte und das anstrengende Wochenende noch ein bißchen verlängern konnte. Aber selbst als ich dann um9:45 Uhr wach wurde, fühlte ich mich zerschlagen und der herrlich frische Wind von draußen konnte mich auch nicht so recht reizen. Ich haderte und haderte mit mir, wollte eigentlich viel lieber in Ruhe frühstücken - ein Nutella-Brötchen lockte. Aber Hah! Da hatte ich meinen Motivationsanker gefunden: Nutella-Brötchen ja, aber erst nach dem Laufen! Okay, okay Jassi - Du hast gewonnen! Also nur flugs eine halbe Banane verspeist, rein in die Laufsachen und ab ging die Post. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn ich war richtig fix unterwegs und das obwohl ich mich beim Loslaufen noch gefühlt hatte als würde ich noch halb schlafen. Meine Beine waren so schwer, mein Kopf noch ganz dösig und wie ich feststellen musste, war es längst nicht so frisch draußen wie ich gedacht hatte und ich war in meinem langärmligen Shirt definitiv zu warm gekleidet. Nunja, es gibt schlimmeres. So rannte ich also mal wieder beim Präsidenten vorbei meine 5 Kilometer an der Spree entlang und je länger ich lief, umso wacher und frischer wurde ich denn auch. Ich hab' zwar gemerkt, dass ich für meine Verhältnisse eigentlich ein bißchen zu schnell war, denn so ganz füssig und locker leicht ging es nicht. Aber man muss ja auch mal ein paar Signale an den Körper geben und ihn neu reizen, gell? Sonst werd' ich ja wohl nie schneller werden. Nach 5,09 km hab' ich dann aber doch erleichtert die Stop-Taste auf meinem Forerunner gedrückt und war nach 38:55 min wieder zu Hause. Und die Freude auf's Nutella-Brötchen war groß... hihi! Pace: 7:38 min/ km, Durschnittsgeschwindigkeit: 7,8 km/h
Hört sich doch ganz gut an und damit das so bleibt und ich meinen bisherigen Kilometer-Rekord von 58,37 km im Mai im Juli hoffentlich noch verbessern kann, soll es morgen wieder los gehen. Heute hab' ich ja eigentlich nur den verpassten Lauf von gestern nachgeholt. Außerdem ist dann morgen noch Fitness-Studio angesagt und einige Dinge sind zu erledigen, denn Mittwoch mache ich mich auf eine kleine Norddeutschland-Tour: Zuerst geht es nach Bremen, wo ich meine beste Freundin Ilka nach über einem halben Jahr wiedersehen werde, denn sie wohnt mittlerweile in Frankreich und ist derzeit nur zu Besuch bei ihren Eltern, so dass ich den kürzeren Weg nach Bremen nutze, um sie zu sehen. Und dann geht es weiter nach Hamburg bzw. Schleswig-Holstein, denn wir übernachten bei Ulfs Eltern, wollen aber natürlich Wohnungen in Kiel angucken. Drückt mir die Daumen, dass was dabei ist und dass ich mein Lauftraining in diesen Reisetagen trotzdem aufrecht erhalten kann.

13. Juli 2008

Lauf in Eile

Seit Donnerstag waren meine Eltern in Berlin zu Besuch. Schon am Donnerstag abend war ich mit meiner Mutter im Theater des Westens und wir haben das Musical "Elisabeth" angeschaut. Großartig - ich bin bekennende Musical-Liebhaberin und 'Elisabeth' ist wirklich ein Glanzstück der deutschen Musical-Szene!
Für den Freitag morgen war ein weiteres touristisches Highlight geplant: Besteigung der Reichstagskuppel! Meine Eltern waren natürlich immer wieder mal hier bei uns in Berlin, aber auf die Kuppel des Reichstags haben sie es bisher nicht geschafft. Da wir ja demnächst nach Kiel umziehen, sollte also jetzt die Besteigung stattfinden und am besten plant man dies für den frühen Morgen ein, da sich sonst eine lange Warteschlange bildet.
Gleichzeitig war aber auch für Freitag morgen mein nächster 5km-Lauf geplant. So bin ich also nach gerade mal knapp 6 Stunden Schlaf um 6:30 Uhr aufgestanden und war um 7 Uhr draußen, denn bereits um 8.30 Uhr wollten wir los zum Reichstag...
Irgendwie hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass ich in Eile bin, weil ich rechtzeitig wieder zu Hause sein musste und habe deshalb meine Strecke dann auch ein bißchen abgekürzt und bin 'nur' die kleine Runde an der Spree entlang gelaufen: 4,5 km
Es lief ganz gut, ich war recht fix unterwegs, fühlte mich aber immer noch sehr langsam - wohl auch, weil es mit 20°C um 7 Uhr morgens schon wieder erschlagend schwül war. Lange Rede, kurzer Sinn: der Lauf war gut, aber nicht herausragend. Wohl auch nicht verwunderlich, denn nach so einem tollen Lauf wie am Dienstag kann ja alles 'normale' nur bescheiden wirken...

Daten und Fakten zu meinem Lauf:
Distanz: 4,5 km Zeit: 35:02 min Durchschnittstempo: 7:47 min/km Durchschnittsgeschwindigkeit: 7,7 km/h

Natürlich hätte heute dann wieder ein langer Lauf über mind. 5,5 km stattfinden sollen, der aber aufgrund elterlichem Besuchs- und Fahrrad-Vandalismus-Stress ausfiel: meine Eltern sind heute morgen nach einem gemütlichen Frühstück nach Hause gefahren und der Sonntag stand im Zeichen der Reparatur meines Fahrrades, das Opfer mutlosen Vandalismusses geworden war, sowie der Wiederherstellung unserer Wohnung in den Normalzustand... ächz... kein sehr entspanntes Wochenende...

So werde ich wohl morgen, wenn Ulf um 6 Uhr morgens wieder im Zug nach Kiel sitzt auf die Rolle gehen und meinen Lauf von heute nachholen! ...und schon weidr in Eile: schnell noch hier posten, Fahrrad testen und dann schnell ins Bettchen - noch'n bißchen kuscheln bevor Ulf dann wieder eine Woche weg ist...

8. Juli 2008

Sommerregengrinsegesicht

War das ein Tag!
Nachdem ich die letzten beiden Nächte im Gerry Weber Hotel in Halle fürchterlich schlecht geschlafen und mit insgesamt drei Gruppen jeweils einen halbtägigen Kick-Off durchzuführen hatte, was in den Gruppenkonstellationen nicht ganz unproblematisch war, sah ich meine Hoffnungen auf einen entspannten Lauf heute abend schon schwinden. Als ich wieder im ICE Richtung Berlin saß, war ich völlig k.o., meine Beine kribbelten und zuckten und alles deutete auf einen faulen Abend auf der Couch hin.
Ich habe mich dann aber doch noch aufraffen können,vielleicht auch weil ich mir versprochen hatte, nach der Rückkehr frisch geduscht völlig entspannt den guten alten Filmklassiker 'Love Story' auf ARTE anzugucken. Vorstellungen vom heutigen Lauf hatte ich eigentlich keine, es sollten 5 km werden und einfach entspannt sein, so dass ich auch keinerlei Trinkgerät, das mich irgendwie hätte stören können, mitgenommen habe. Schon als ich vor die Tür trat, war der Himmel gespenstisch dunkel, aber gleichzeitig schien auch bei 26°C die Sonne und es war mal wieder schwül - also nicht gerade die besten Voraussetzungen für mich. Aber ich bin locker losgetrabt und wollte einfach nur genießen. Ich hab' es sogar größtenteils geschafft, nicht zu schauen in welcher Pace ich unterwegs war - es sollte mir später eh egal sein. Anfangs war es noch etwas schwer in den Beinen und ich drohte auch wieder Seitenstiche zu bekommen, aber nach ca. 1 km hatte ich mein 'Wohlfühltempo' gefunden und ich war schon ziemlich in meiner Zone. Als ich fast am Schloß Bellevue angekommen war - also ziemlich genau auf der knappen Hälfte meiner geplanten Strecke - fing es zunächst leicht an zu regnen, was ich schon als angenehm herrliche Erfrischung begrüßte. Aber nach zwei weiteren Minuten schüttete es wie aus Eimern! Was soll ich sagen? Während andere Jogger, Nordic Walker, Fußgänger und Radfahrer sich unter den Bäumen und Brücken scharten, um sich unterzustellen, genoss ich den Regen auf meiner Haut. Es schlich sich ein Grinsen auf mein Gesicht und es war einfach nur WUNDERVOLL! Dieses Grinsen blieb und klebte geradezu auf meinen Gesicht, ich war eins mit dem Element. Einige wenige Jogger kamen mir entgegen, die sich nicht unter irgendwelche Unterstände geflüchtet hatten, und die schienen das selbe zu empfinden. Mittlerweile völlig klatschnass bis auf die Haut grinsten wir uns schon von weitem an und winkten uns regelrecht zu - es war herrlich! Diesen Menschen erging es also genau wie mir und ich fühlte mich pudelwohl! Über Kilometer, Pace oder Atmung machte ich mir schon lange keine Gedanken mehr, ich lief einfach nur noch. Und es lief so gut. Wenn ich zwar auch wider recht langsam unterwegs war, so habe ich mich doch so gut gefühlt, hatte auch das erste Mal an kleinen Anstiegen und eigentlich während des ganzen Laufes das Gefühl, dass ich mit der Kraft aus den hinteren Oberschenkeln laufe und nicht nur aus dem reinen Schwung meiner Beine. Ich kann das nicht so richtig beschreiben, aber vielleicht weiß der eine oder andere, was ich damit meine. Bei Km 4,5 hatte ich das Gefühl ich könnte jetzt endlos so weiter laufen und bin auch nach 5 km schnurstracks an meiner Haustür vorbei gelaufen und habe noch eine Ehrenrunde eingelegt, so dass ich heute aus Versehen 5,74 km gelaufen bin - huups! Es hatte zwar mittlerweile auch wieder zu regnen aufgehört, aber selbst als ich dann nach dem Dehnen unter der Dusche stand, bekam ich das Grinsen noch gar nicht wieder aus dem Gesicht. Ich muss so eine wahnsinnige Endorphin-Auschüttung gehabt haben - ob das so etwas war wie ein Runner's High? Hab' ja schon viel davon gelesen, aber konnte mir bisher nicht vorstellen, wie das wohl sein muss. Wenn es das war, will ich es wieder!!!
So sah ich glücklich aber völlig klatschnass nach meiner Rückkehr aus:
Nachdem ich mir nun gerade zur 'Belohnung' sozusagen 'Love Story' angeschaut habe, diesen all-time Classic, geht es mir natürlich wieder ein bißchen anders, denn natürlich habe ich wieder Rotz und Wasser geheult. So war dies ein Tag voller Emotionen, aber gerade das machte ihn so lebenswert!

Daten und Fakten zu meinem heutigen Lauf:
Distanz: 5,74 km Zeit: 45:36 min Durchschnittstempo: 7:57 min/km Durchschnittsgeschwindigkeit: 7,6 km/h

Für alle, die nochmal ein bißchen auf die Trändendrüse drücken möchten, hier das wundervolle Lied aus 'Love Story' mit einem Zusammenschnitt des Films:

6. Juli 2008

Beinahe-Teilnahme

Bei meinem heutigen Lauf (bzw. Schleich, so sollte man es eher nennen) wäre ich fast in den 6. Lichtenauer Wasserlauf geraten, der heute morgen am Ufer der Spree entlang stattfand. Im Frühjahr hatte ich rigendwann mal laut darüber nachgedacht, daran teilzunehmen. Gut, dass ich mich nicht angemeldet habe. Schon um 8 Uhr heute morgen hatten wir wieder 24°C. Grund genug, meinen Lauf in den schattigen Tiergarten zu verlegen und meine am Freitag erworbene Gürtel-Flaschen-Konstruktion zu testen. Soviel schonmal vorweg: ausgereift ist das System noch nicht!
Für heute waren 5,5 km auf meinem Laufplan und obwohl es ja nur 500 m mehr sind als ich bisher schon gelaufen bin, hatte ich irgendwie einen innerlichen Respekt davor und bin sehr langsam angelaufen. Sicher auch zu schulden der Gürtel-Flaschen-Konsruktion, die ich mir mit Basica Sport befüllt auf den Rücken geschnallt hatte. Nur, da blieb sie beim Laufen natürlich nicht. Machte sich ständig selbstständig auf den Weg nach vorne, was zu fürchterlichem Rumgezuppele meinerseits und dem Gefühl von 'Hat-ja-nur-3,30 €-gekostet, schmeiß-ich-das-Ding-halt-gleich-weg' geführt hat. Schließlich hab' ich das Ding einfach gewähren lassen und so hatte ich die Flasche schließlich vorne am Bauch hängen. So sah ich wahrscheinlich aus wie ein Känguruh, aber dort blieb das Ding wenigstens ruhig hängen. Mittlerweile war ich im Tiergarten angekommen und genoss die schattenspendenden Bäume, aber jeder Blick auf den Forerunner zeigte mir wie lahm ich unterwegs war: ein Schnitt von ca. 8:00 min/ km...
So ging es dann ein bißchen quer durch den Tiergarten Richtung Potsdamer Platz und schließlich nach einigen Minuten der Orientierungslosigkeit über die Straße des 17. Juni hinweg Richtung Schloß Bellevue. Hier war dann alles abgesperrt und Läufer mit Startnummern kamen mir auf dem Weg zu ihrem Start entgegen: der Lichteneauer Wasserlauf über 5 und 10 km. Ich bin aber nur dran vorbei, habe keinen weiteren Gedanken daran verschwendet und bin auf bekanntem Rückweg an der Spree entlang wieder nach Hause getrabt. Grundsätzlich war es dann doch ein ganz angenehmer Lauf auch wenn ich zum Trinken zwischendurch immer mal wieder kurz 10/12 Schritte gegangen bin - das mit dem Laufen und Trinken krieg' ich ja irgendwie nicht hin. Gibt es da schlaue Tipps? So kam also mit den kurzen Geh-/Trinkpausen folgendes Ergebnis raus:

Distanz: 5,57 km Zeit: 45:39 min Durchschnittstempo: 8:12 min/km Durchschnittsgeschwindigkeit: 7,3 km/h Durchschnittl. Herzfrequenz: 175

Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich ohne Gehpausen gerechnet eine Pace von 7:50 min/ km gelaufen bin - was sich dann schon nicht mehr ganz so schlimm anhört. Aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass ich momentan immer langsamer werde statt schneller...
Kann ich das alleine auf die Wärme schieben, die mich echt fertig macht?
Oder sollte ich doch noch meinen Abnahme-Plan mehr in die Tat umsetzen? Aber da weiß ich irgendwie nciht so recht wie... Gibt es hier einschlägige Tipps, denen ich folgen kann? Natürlich weiß ich: viel Obst und Gemüse, aber das mache ich halt schon alles...
Nun, morgen und übermorgen werde ich zusehen, dass ich mich vom Hotel-Buffet nur zu äußerst gesunden Sachen hinreißen lassen werde und auf jeden Fall mittags oder abends nur Salat esse!
Der nächste Lauf steht dann Dienstag abend nach meiner Rückkehr an - vielleicht geht es da ja wieder so erfreulich locker wie neulich nach meiner Rückkehr aus Düsseldorf... *hoff*

4. Juli 2008

Selten so geschwitzt

Nein, nicht etwa gestern bei 35°C im Schatten, denn da habe ich mich in meiner abgedunkelten Wohnung verkrümelt und habe ganz fleißig meinen Montag und Dienstag stattfindenden Kick-Off für ein neues Coaching-Programm, stattfindend im Gerry Weber Sportpark-Hotel in Halle (Westfalen), vorbereitet und nach einem neuen Nest in Kiel und Umgebung für meinen Professor-Schatz und mich gesucht. Gar nicht so einfach - nicht der Kick-Off, sondern Wohndomizil in Kiel zu finden.
Sollte jemand eine 4-Zimmer-Wohnung/-Reihenhaus/-Haus (ca. 80-100 qm, OHNE Einbauküche, aber dafür mit möglichst neuem Bad und Balkon oder Terrasse/ Garten) in Kiel bzw. näherer Umgebung zu vermieten haben, freue ich mich über eine Kontaktaufnahme!!!
Der Fitnessstudio-Termin ist damit also gestern geplatzt und die Stretch & Relax-Lounge musste ohne mich stattfinden. Dafür wollte ich heute morgen ganz früh laufen gehen. Auch daraus wurde nichts, weil es zwar herrlich abgekühlt war, aber dafür auch die Welt unterzugehen drohte. Es schüttete dermaßen, dass ich fast den Baum auf der anderen Straßenseite nicht mehr erkennen konnte. Ich laufe zwar gerne im Regen, aber das war mir dann doch ein bißchen zu heftig...
Also habe ich kurzerhand stattdessen die Küche geputzt und bin dann gegen Mittag ins Fitnesstudio gefahren, wo ich zum allerersten Mal in meinem Leben auf einem Laufband gelaufen bin. Es war komisch, hat irgendwie auch Spaß gemacht, aber es ist doch nicht vergleichbar mit einem Lauf durch die Stadt, Natur,... was auch immer... Ich mag es halt, wenn ich den Gewalten der Natur ausgesetzt bin: Wind, Sonne, Regen oder einfach herrlich frische Luft, Füße auf unterschiedlichem Boden, Sand, Asphalt,...
Es war okay und ich habe ganz fürchterlich geschwitzt, da sich die Hitze des gestrigen Tages noch in den Räumlichkeiten des Studios staute (5. OG, Dachloft) und ich auch ein bißchen Intervalltraining eingebaut habe. Nicht wirklich nach Plan, aber ich habe immer mal wieder für 500m die Speed hochgedreht und sah nach Abschluss meiner 5 km aus als hätte ich gerade geduscht. Heraugekommen ist bei meiner Exkursion aufs Laufband folgendes:

Distanz: 5,05 km Zeit: 41:09 min Durchschnittstempo: 8:09 min/km Durchschnittsgeschwindigkeit: 7,3 km/h

Danach habe ich dann noch meine 4 Übungen für Rumpf und Bauch und 3 Übungen für die Beine durchgezogen, mich ordentlich gedehnt und von Dr. Kerns Kugelgurt durchrütteln lassen. Und dann kam es: das unbeschreiblich andere Gefühl unter bzw. nach der Dusche, wenn man sich vorher sportlich betätigt hat. Pienznäschen hat davon neulich ja auch in ihrem Blog geschrieben. Und zu noch etwas hat Pienznäschen mich angestiftet:

Muesli

Gestern kam mein 'Tagversüßer' mit der Post und herrlich lecker war es heute nach dem Sport davon zu essen! Meine Variante beinhaltet die Basismischung C'Mohn-Baby, Pinienkerne, grüne Rosinen, Leinsamen und Sultana-Chocs. Superlecker!

Und dann habe ich meinen Schatz vom Bahnhof abholen dürfen, der seine erste Woche in Kiel als Professor an der dortigen Fachhochschule hinter sich gebracht hat. Schön, ihn wieder bei mir zu haben. WIr waren dann noch schnell zusammen einkaufen und was hat Feinkost Albrecht da gerade im Angebot? Einen Trinkflaschen-Gürtel für Jogger und Walker für 3,29€ (inkl. Flasche)! Ich dachte, für das Geld probier' ich das Ding doch mal aus - vielleicht geht das ja besser als mit der Flasche in der Hand zu laufen. Test steht Sonntag bevor - ich werde berichten!

Achja, und mit meinem Lauf heute habe ich meinen ersten kleinen persönlichen Rekord aufgestellt: ich habe die 250 km-Marke geknackt! Ich bin ja schon ein bißchen stolz auf mich - wenn mir das jemand im Januar prophezeit hätte, hätte ich das nie geglaubt!

1. Juli 2008

Conil de la Frontera 2008 - eine bildliche Hommage

Conil de la Frontera 2008 - eine bildliche Hommage

Mit Klick auf das obige Bild gibt es einen genaueren bildlichen Eindruck unseres Urlaubes in Andalusien. EInfach auf Diaschau klicken und in die Ferne träumen...

Shuffle, Schweiß und Muckis

Seit dem Wochenende bin ich stolze Besitzerin eines iPod shuffle, den ich gestern endlich mit Musik beladen konnte und heute das erste Mal damit gelaufen bin. Herrlich, nicht mehr den schweren 30 GB iPod am Oberarm rumschleppen zu müssen. Dafür hatte ich mir für meine 5 km heute eine kleine Flasche Basica Sport mitgenommen, die mir den Lauf erleichtern sollte. Hat ganz gut geklappt, hat mich nur ein bißchen gestört, aber das Trinken während des Laufens will ja gelernt sein. Ich war heute wirklich bestens präpariert: zum Frühstück eine halbe Banane, einen schwarzen Tee zum Wachwerden und auf dem Weg dann 0,5 l Basica Sport. Versorgung war also bestens geregelt und ich hab' auch das Gefühl gehabt, dass ich mehr Kraft hatte als die letzten Tage. Und das obwohl mir von meinem ersten Training im Fitnesscenter gestern schon alles ein bißchen weh tat - kein wirklich schlimmer Muskelkater, aber halt so, dass man merkt, dass der Muskel was tun musste. Ich bin meine übliche Strecke gelaufen zusammen mit meinem Virtual Partner, der mir eine konstante Pace von 7:55 min/km vorgeben sollte. Hat auch wunderbar geklappt, auch wenn ich auf dem letzten Kilometer schon ganz schön kämpfen musste. Es war mir einfach schon wieder zu heiß, wenn mir die Sonne bei 20°C morgens um halb neun ins Gesicht knallt. Aber den Rest der Strecke bin ich ziemlich locker und flüssig gelaufen, habe mich gut gefühlt und war wahrscheinlich anfangs auch schon wieder zu schnell, was sich dann halt am Ende bitter rächt. Das muss ein bißchen gleichmäßiger werden!
Gefühlt habe ich mich übrigens wie eine Ölsardine heute, denn mir lief der Schweiß echt nur so runter - wenn der Schweiß dann so über meinen linken Handrücken läuft, wo der Forerunner befestigt ist, muss ich sagen, fühle ich mich ja schon so richtig sportlich... Wenn der Puls usw. auch was anderes sagen, aber so durch die Gegend zu laufen und dabei zu schwitzen und mich sogar noch gut und fast sexy zu fühlen - das wäre mir vor einem halban Jahr noch gar nicht in den Sinn gekommen. Auch das Körpergefühl ändert sich scheinbar durch das Laufen!
Und ich habe mich sogar gestern mit dem Alkohol zurückgehalten und habe zur Feier des Tages wirklich nur ein kleines Gläschen Sekt getrunken: Ulf hatte gestern seinen letzten Arbeitstag in Berlin und startet heute in seine Professoren-Karriere an der Fachhochschule Kiel - darauf mussten wir natürlich gestern abend anstoßen. Aber es ist wirklich bei diesem einen Gläschen geblieben!
Das Training im Fitnesscenter war gestern wirklich nett, denn ich war mittags dort und es war erwartungsgemäß ziemlich leer. Nach 10 min Aufwärmen habe ich meine paar Übungen für Beine, Bauch und Rumpf gemacht (es sind bisher nur 6 Übungen, was für den Anfang aber reicht, denke ich), war dann noch 10 min auf der Sonnenbank, um die Urlaubsbräune ein bißchen zu erhalten und dann wa's das auch schon. Hat Spaß gemacht - Donnerstag werde ich wieder gehen und dann auch um 19.00 Uhr bei der Stretch & Relax Lounge mitmachen - ein paar zusätzliche Dehnübungen werden meinen Beinen sicher gut tun.
Was gestern im Fitnesscenter übrigens Wunder gegen meinen verhärteten Muskel im linken Oberschenkel gewirkt hat, ist diese Bandmassage mit dem Kugelgurt. Kurbelt ordentlich die Durchblutung an, wirkt also auch gegen Cellulite und lockert die Muskeln - mein Oberschenkel ist seit gestern schmerzfrei!!!
Morgen und übermorgen ist Laufpause, nur der Besuch im Fitnessstudio steht Donnerstag abend an, und dann geht es Freitag wieder über die 5 km! Vielleicht wieder mit Getränk, aber diesmal dann in einer anderen Flasche, die ich nicht auch immer noch aufschrauben muss...

Daten und Fakten zu meinem heutigen Lauf (reine Laufzeiten):
Distanz: 5,05 km Zeit: 39:41 min Durchschnittstempo: 7:52 min/km Durchschnittsgeschwindigkeit: 7,6 km/h Durchschn. Herzfrequenz: 181

P.S. Ergötzt Euch bitte an dem 2. Platz in der Laufsport-Liga für den Monat Juli (siehe Button links), solange ich ihn inne habe - dürfte sich höchstens noch um Minuten handeln.... ;-)

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