30. September 2008

Was soll ich sagen?

Heute sollte es also soweit sein: der zweite Versuch, meine Distanz zu verlängern auf ca. 7,5 km bis zum Kanzleramt und zurück!
Und was soll ich sagen: ich hab's geschafft!

Als ich um kurz nach 9 Uhr nach einem kleinen Frühstück bestehend aus verträglichem Toast mit Marmelade, mit Wasser verdünntem Multivitaminsaft und schwarzem Tee mit Zucker aufbrach, schien noch die Sonne durch die mittlerweile gelb-roten Blätterdächer der Bäume und spiegelte sich auf dem Wasser der Spree, der Wind wirbelte die Blätter auf den Wegen gegen meine Beine - ein wunderschöner Herbsttag, so wie ich ihn liebe! Die Frage nach der richtigen Laufbekleidung war heute für mich schon schwerer zu beantworten, aber mit meinem langärmligen Shirt und der langen Lauftight fühlte ich mich den ganzen Lauf über recht wohl, kühlte aber nach meiner Rückkehr natürlich recht schnell aus, so dass ich den zweiten Teil meiner Dehnungssession schon nach drinnen verlegen musste. Hier wäre dann eine Jacke zum Überziehen hilfreich gewesen, zumal der Wind mittlerweile auch ordentlich aufgefrischt hatte und die Sonne hinter Wolken verschwunden war.
Ich hatte auf jeden Fall heute Lust mal wieder Musik mitzunehmen, die diesen wunderschönen Herbstlauf unterstreichen sollte. Alles wunderschöne Herbstlieder aus der iTunes Essential-Reihe, die mich auch vor zu schnellem Laufen bewahren sollten, denn wenn Ella Fitzgerald und Louis Armstrong 'Autumn in New York' lasziv-jazzig in mein Ohr hauchen, kann ich einfach nicht überpacen.
Und mit genau dieser Einstellung bin ich auch losgelaufen, immer schön langsam, Spaß haben, jeden Schritt genießen. Und was soll ich sagen: ich hab's geschafft!

Ich hab' wirklich jeden Schritt genossen, fühlte mich die ganze Zeit über frisch, hatte lediglich kurz auf dem Hinweg auf einer recht holprigen Wegstrecke ein bißchen mit meiner Atmung zu tun, was ich aber schnell wieder in den Griff gekriegt habe.
Als ich bei der Brücke am Kanzleramt angelangt war, hab' ich mich damit belohnt, dass ich mir erlaubt habe, die Treppe hoch zur Brücke, über die Brücke hinweg und auch auf der anderen Seite die Treppe hinunter zu gehen. Das entsprach einer Gehpause von 1:55 min und dann ging es im locker-leichten Trab wieder zurück auf der anderen Spreeseite, leider mit dem Wind von vorne, was sich aber angenehm frisch und gut angefühlt hat. Ich lief gegen den Wind und bedrohlich-dunklen Wolken entgegen, die mich auf dem letzten Kilometer mit einem ganz sachten Nieseln erfrischten, sich aber bis jetzt noch nicht wirklich ergossen haben.

Hach, was soll ich sagen: es war einfach nur herrlich! Ich hab' mich nach Ende meiner 7,71 km (in wahnsinnig langsamen 59:20 min - aber egal!) langen Strecke eigentlich immer noch nicht richtig ausgepowert gefühlt, konnte noch einen kurzen Abschlusssprint einlegen, hab' mich dann aber entschieden es für heute gut sein zu lassen und nicht zu viel auf einmal zu wollen!

Aber, was soll ich sagen: ich bin stolz auf mich!
Donnerstag oder Freitag (je nachdem wie sich meine Beine so anfühlen) werd' ich dann auch noch die Gehpause weglassen! Ach schön!
Am Sonntag hab' ich mich mit der Erleberin noch darüber unterhalten, dass es wohl reine Kopfsache ist, dass ich die neue Streckendistanz nicht hinkriege, mir nicht zutraue und genau so scheint es sich jetzt zu zeigen: mein Körper, meine Beine, meine Ausdauer haben das heute ohne Probleme mitgemacht - das war mir in den letzten Wochen wohl nur mein Kopf im Weg... wie so oft... wer kennt das nicht...

Was soll ich sagen: momentan hab' ich das Gefühl, ich könnte alles schaffen! Schön das!

29. September 2008

Kanzleramt, 1. Versuch

Angestachelt von all den fleißigen Marathonis und in Aussicht die Verabredung mit der Erleberin machte ich mich gestern mittag dann auf den Weg zum Kanzleramt. Viele Finisher kamen mir entgegen, die ich fast alle gestisch beklatschte. Nach knapp 4 km war ich am Kanzleramt angelangt und überwältigt von den Menschenmassen, die dort überall herum liefen, lagen, standen...
Die Erleberin und ich konnten uns dann auch finden und gingen gemeinsam in den Biergarten des Hauses der Kulturen der Welt, damit sie sich erstmal mit vernünftiger Nahrung in Form von Salat, gegrillter Hähnchenbrust und einem wohlverdienten Kaltgetränk versorgen konnte. Nett haben wir dort ein bißchen gequatscht und es war schön zu einem Blog auch mal die Person kennen zu lernen, die dahinter steckt.
Da sie sich aber auch noch wieder auf den ca. 2 1/2 stündigen Heimweg machen musste, trennten sich unsere Wege am Nachmittag und ich ging auf den Rückweg meiner insgesamt 7,4 km langen Runde, die ich zusammen gerechnet in 54:31 min bewältigen konnte.
Mal sehen, ob dies denn wohl auch ohne die 90minütige Pause gegangen wäre. Mein Plan, um diese Strecke zu schaffen sieht so aus, dass ich mir jetzt jedes Mal vornehme sie zu laufen und dann einfach ganz spontan über Gehpausen entscheide. Ohne Druck, und irgendwann werde ich sie durchlaufen! Insbesondere in dieser Woche ist das auch sehr leicht zu integrieren, da ich ja mal Ruhe habe und nur von zu Hause aus arbeite, dementsprechend gibt es keine Schwierigkeiten , wo ich denn vielleicht die Zeit einplanen kann etc.! Sehr komfortabel!
Hier dann noch eine Collage vom gestrigen Marathon-Tag in Berlin inklusive Bild von mir und der Erleberin.

28. September 2008

Premiere(n)

In der letzten Woche hatten mich die Erkältung und mein Job dann doch mehr im Griff als ich gedacht hatte. Nachdem ich DIenstag aus Düsseldorf wieder da war, hatte sich die Erkältung zwar schon abgeschwächt, aber der Flug hat meine Ohren dann doch ordentlich in Mitleidenschaft gezogen, so dass ich Mittwoch das Gefühl hatte, ich hätte eine riesige Druckblase im Kopf hängen. War also nix mit einem kurzen Lauf am Mittwoch vor meiner Abreise nach Halle. Donnerstag und Freitag hab' ich es dann unterwegs auch sein lassen, wollte meinen Schnupfen dann doch in Ruhe auskurieren.
Als ich aber Freitag abend wieder Berliner Boden unter den Füßen hatte, steckte mich wohl doch die Marathonluft an, die hier schon überall zu spüren war und ich wollte so gerne laufen gehen - aber es war ja schon dunkel... Zunächst hab' ich mit dem Gedanken gespielt, tatsächlich mal einfach eine andere Strecke an der Straße entlang zu testen, aber dann verblüffte mich Ulf mit der Aussage, dass er gerne mit mir mitkommen würde...
Tatsächlich sind wir dann eine kleine Runde über 4,09 km zusammen gelaufen. Das war absolute Premiere, denn früher war ich ja so langsam, dass Ulf fast neben mir hergehen konnte und auch diesmal fiel es ihm natürlich nicht leicht, sich an meine Pace zu halten. Anfangs hab' ich mich auch sehr von ihm irritieren lassen, bin zu schnell mit ihm mitgegangen, was natürlich Seitenstiche nach sich zog. Aber dann bin ich irgendwann in einen ganz guten Rhythmus gekommen und wir konnten uns sogar ein bißchen unterhalten. Am Ende hatte ich sogar noch ordentlich Kraft, um einen Endspurt einzulegen, wo Ulf fast Schwierigkeiten hatte mit mir mitzuhalten. Witzigerweise war ich auch toatal fit nach dem Lauf und Ulf war total fertig. Wahrscheinlich war es für ihn in diesem Tempo gar nicht so einfach... Es hat mir aber unheimlich Spaß gemacht mit ihm zusammen und wir machen das sicher mal wieder!
Heute ist ja Marathon-Tag und natürlich standen wir bei uns an der Gotzkowskybrücke und haben ordentlich angefeuert. Wir stehen hier ja schon bei Kilometer 4, so dass hier die Stimmung leider nicht so toll ist, aber ich hab' mein bestes gegeben und natürlich auch Haile und Irina ordentlich angefeuert.
Tollerweise konnte Haile ja seinen Weltrekord vom letzten Jahr verbessern, mit 2:03:59 ist er gigantischerweise unter 2:04:00 geblieben. Und auch Irina Mikitenko hat gigantisches vollbracht und ist unter 2:20 h geblieben und hat den deutschen Rekord um 4 Minuten unterboten!!! Toll!!!
Eine weitere Premiere bahnt sich nachher dann noch an, denn ich bin um 14.30 Uhr mit einer Blogbekanntschaft, der Erleberin, vor dem Kanzleramt verabredet, die trotz Erkältung heute gestartet ist. Ich werde dann meinen kleinen persönlichen Marathon angehen und gegen 14.00 Uhr laufend zum Kanzleramt starten, dort den Treffpunkt wahrnehmen und dann wieder zurücklaufen. So nähere ich mich langsam meinem nächsten persönlichen Ziel - die Strecke zum Kanzleramt hin und zurück zu schaffen: knapp 8 km von meiner Haustür zu Haustür gerechnet!

P.S. Ich bin mir übrigens sicher, dass das Ferrum phosphoricum die Erkältung ziemlich in Schach gehalten hat und es längst nicht so schlimm geworden ist wie es gewesen wäre ohne dieses homöopathische Wundermittel!

22. September 2008

Schnupfen, Kompromisse und angestachelter Ehrgeiz

Leider hab' ich's am Samstag nicht geschafft, der Erkältung wegzulaufen... Ich hab' mich zwar rausgewagt, was vielleicht auch nicht die vernünftigste Entscheidung war, aber immerhin bin ich einen Kompromiss mit meinem Körper eingegangen und bin nur 4 km gelaufen. Meine Beine fühlten sich doch etwas träge und müde an und den Nachmittag habe ich dann auch schlafend im Bett verbracht.

Gestern ging es mir dann auch schon eine ganze Ecke besser, die homöopathische Akutbehandlung hat meiner Ansicht nach doch gleich wieder gut angeschlagen. Auch heute habe ich lange geschlafen, nachdem Ulf sich früh wieder auf den Weg nach Kiel gemacht hatte. Mein angegriffener Körper wollte diese Pause und so hab' ich ihm sie auch gegönnt. So wie ungefähr hier:


Morgen bin ich den ganzen Tag in Düsseldorf und werde es sicher nicht schaffen, einen Lauf in den Tag zu integrieren. Bevor ich aber Mittwoch abend wieder mal nach Halle aufbreche, werde ich schon noch eine Runde drehen. Mal sehen, ob es denn nur eine kleine wird, wenn ich die Erkältung bis dahin noch immer nicht ganz los bin oder ob ich mich schon wieder auf die 5 km-Runde wagen kann... Aber spätestens Samstag sollte es dann wohl wieder soweit gehen, dass ich wieder meine Runde drehen kann. Hah, und mittlerweile bin ich in der glücklichen Freiberufler-Lage, dass ich froh bin, wenn mal - wie nächste Woche - ein Termin ausfällt, so dass ich nächste Woche endlich mal völlig freie Zeit habe, um mich selbst einzuteilen, den Tag zu organisieren, Luft zu holen und nicht ständig auf Reisen zu sein!
Eine Anekdote vom Samstag, die noch zu erzählen wäre: Mein Schatz lässt sich ja ab und an von mir anstecken und steigt dann auch mal in seine Laufschuhe. Meistens rennt er dann aber los wie ein Irrer und ist nach kürzester Zeit und völlig fertig wieder hier in einer Zeit von der ich nur träume. Am Samstag wollte er das aber mal etwas schlauer angehen und lief langsamer los, hängte sich hinter einen Läufer, den ich als vernünftigen Läufer diagnostiziert hatte. Und was macht er? Da rennt mein Herzblatt doch glatt mal eben 7,7 km in 48 Minuten....
Und das völlig untrainiert, der letzte Lauf-Versuch mind. 2 Monate her... Boah, ist das deprimierend!!!

Aber ich gebe zu, dass es mich anstachelt, dass ich jetzt verdammt noch mal auch endlich die Strecke bis zum Kanzleramt und zurück schaffen will!!!

20. September 2008

Umwege

Donnerstag war endlich mal wieder ein mehr oder weniger freier Tag in meinem Terminkalender, so dass ich mir frei hätte einteilen können, wann ich laufe. Aus welchen Gründen auch immer verflog der Tag allerdings nur so dahin, ich saß mit diversen Planungs- und Verwaltungsaktivitäten gefesselt am Schreibtisch, erst gegen 17 Uhr merkte ich, dass ich einen Wahnsinns-Hunger hatte... hm, wenn ich jetzt was esse, kann ich schlecht direkt hinterher laufen... jetzt laufen? Nee, zuviel Hunger!... 2 Stunden nach dem Essen warten? Okay, so war es dann also schon kurz nach 19 Uhr als ich schließlich losmachte und natürlich würde es gleich wieder dunkel werden...
Auf meiner normalen Strecke lief ich also bis zum Schloss Bellevue und auch den Rückweg konnte ich größtenteils auf einem beleuchteten Weg zurücklegen, lediglich der Schlenker an der Spree entlang, wo wie gesagt gerne die Obdachlosen campieren, ließ ich aus und es ging direkt an den Straßen unseres Wohngebietes entlang zurück nach Hause.
Natürlich will ich keineswegs sagen, dass alle Obdachlosen potenzielle Straftäter sind, aber sie neigen nach meiner Erfahrung doch dazu, gerne alkoholisiert durch ihr zugegebenermaßen hartes Leben zu gehen, so dass mir die mich verfolgenden Sprüche schon an manchem strahlenden Sonntagmorgen Angst einjagten. Und das dann im Dunkeln provozieren? Nee, muss ja nicht sein. Als ich mich noch dehnte, kam eine meiner Nachbarinnern auch von Ihrer Laufrunde und auch sie hatte den direkten Weg unter den Straßenlaternen genommen.
Hm, so muss ich mir also wohl wirklich einen etwas anderen Laufweg ausgucken, wenn es demnächst ja immer früher dunkler wird.

Gestern war ich in München und hatte eh meinen lauffreien Tag, heute sollte es dann aber eigentlich wieder losgehen. Leider kündigt sich gerade eine Erkältung (Niesreiz, Halsschmerzen, laufende Nase) an, die ich noch versuche in den Anfängen mit Ferrum phosphoricum comp. zu bekämpfen und ringe noch mit mir, ob es jetzt gut wäre zu laufen, das Blut in Wallung zu bringen oder besser zu warten, wie es sich bis morgen entwickelt hat... Hm, mal schauen!

Heimlich, still und leise hab' ich diese Woche übrigens die 400km-Marke in diesem Jahr geknackt - für mich nahezu immer noch unvorstellbar!

16. September 2008

Unheimlicher Waldlauf

Nachdem mein Seminar gestern und heute in Castrop-Rauxel in einem sehr schönen Seminarraum MIT Tageslicht (!) gut gelaufen ist, bin ich nur eine ¾ Stunde mit dem ICE weiter gefahren und in Bielefeld gleich wieder ausgestiegen. Mit dem Taxi flugs weiter nach Halle zum Gerry Weber Hotel, wo ich bereits herzlich erwartet wurde, ein tolles Zimmer bekommen habe und schwupps schnell in meine Turnschuhe geschlüpft bin, damit ich noch vor Einbruch der Dunkelheit meine Runde drehen konnte. Die Strecke kannte ich schon mehr oder weniger von einem meiner vorherigen Aufenthalte, bin aber diesmal im Wald anders abgebogen und einfach nach 2,5 km wieder umgedreht. Herrlich war der Lauf auf dem federnden Waldboden, aber es wurde doch schon ziemlich dunkel unter den Baumkronen und es war ziemlich unheimlich. Vor allem deshalb weil ich gerade das Buch „Die Chemie des Todes“ von Simon Beckett lese, wo eine Läuferin im Wald von einem Serienkiller überfallen wird...

Dies war natürlich nicht gerade förderlich für ein entspanntes Gefühl, jedes Knacken, Bellen nahm ich überdeutlich war... Vielleicht bin ich auch einfach ein Schisser, aber im Dunkel ist es mir echt zu unheimlich. In Berlin würde ich zwar auch im Dunkeln laufen, aber selbst da müsste ich mir eine andere Strecke suchen, denn meine normale Strecke an der Spree ist nur teilweise beleuchtet und auf den dort stehenden Bänken auch Übernachtungsrevier für sehr viele Obdachlose.

Der Lauf in der anbrechenden Dämmerung heute war okay, ich fühlte mich fast den ganzen Lauf durch gut, war wieder ohne Musik unterwegs. Gemein war nur, dass die nahe liegende Storck-Fabrik (ich sage nur Storck Riesen, Werther’s Echte...) an der ich direkt vorbei lief, scheinbar gerade die Fabrikhalle lüftete und es im ganzen Wald ganz fies nach Zucker und Karamell duftete... soo gemein!

Kurz nach der Hälfte der Strecke war ich allerdings froh mitten im Wald zu sein, denn ich hatte meine Verdauung scheinbar mal wieder ordentlich angekurbelt, so dass ich froh war in den Büschen verschwinden zu können. Dieses Problem ist in der Stadt, zumal mitten in Berlin, wo ich normalerweise ja unterwegs bin, nicht so einfach zu erledigen....

Nach 5,23 km und 37:59 min und einem Durchschnittstempo von 7:16 min/km war ich wieder zurück, bin unter die Dusche gehüpft und sitze jetzt mit einem Glas Weißwein aus der Minibar in meinem Hotelbettchen und genieße einen entspannten Abend. So, und jetzt rufe ich meinen Schatz an, der sich gerade mal wieder in Kiel rumtreibt!

15. September 2008

Ganz ich

Wie erwartet war auch die letzte Woche stressig und ich bin nach meinem bereits beschriebenen Lauf vom Montag nur noch am Donnerstag in Paderborn dazu gekommen, eine Runde zu laufen. Den Donnerstag vormittag hatte ich mehr oder weniger frei, was momentan nur heißt, dass ich mir die freie Zeit, die ich habe, selbst einteilen kann, wann ich die Vor- und Nachbereitungen erledige und wann ich mal Zeit habe zu duschen oder wenn möglich einen Lauf zu integrieren. Hier habe ich mir die Zeit also einfach genommen, auch wenn mir tausend Sachen im Kopf herumschwirrten, die ich auch die ganze Zeit des Laufes nicht wirklich abschütteln konnte.
Ich lief natürlich auch wieder viel zu schnell los, noch dazu an einer Hauptverkehrsstraße bis ich dann zu den vom Rezeptionschef versprochenen Fischteichen kam. Vielleicht hab' ich den Teich auf der falschen Straßenseite ausgewählt oder so, aber die Runde um den Teich war definitv nicht die versprochenen 2km lang... Insgesamt brachte ich es inklusive Hin- und Rückweg gerade mal auf 4,34 km in 33:31 min. Gehpausen mussten wieder eingelegt werden, weil ich zu schnell war, Seitenstiche waren der Wegbegleiter und ich fühlte mich überhaupt nicht wohl... ätzend!
Freitag tobte ich dann mit einer Kollegin über die Autobahn wieder zurück nach Berlin, aber als ich zu Hause war, wurde es 1. schon gerade dunkel, 2. waren meine Schwägerin und Freund (gerade von einem 2-jährigen Kanada-Arbeits-Aufenthalt zurückgekehrt) zu Besuch und 3. hatte ich das dringende Bedürfnis, mich zu betrinken, was mir dann mit einer 3/4 Flasche Weißwein zumindest auch ansatzweise gelang.
Erst gestern ging es dann wieder los und dies ungewöhnlicherweise, weil mein iPod shuffle Zicken machte, ganz ohne Musik.... Was soll ich Euch sagen? Es war herrlich! Ich hatte beim Laufen endlich mal wieder das Gefühl, ganz ich zu sein. Nur der Takt der Füße auf dem Boden, das Piepen meines Forerunners, wenn er mir sagen will, dass ich zu schnell bzw. zu langsam laufe, das Geräusch meines Atems. Und endlich konnte ich einmal wieder meine Strecke über 5,8 km durchlaufen, ohne Gehpausen einlegen zu müssen, ohne Seitenstiche zu verspüren. Ein kleiner ca.3-jähriger Junge ruft seiner Mutter entgegen als er mich sieht: "Guck mal, Mami, da kommt ein Sportler!" Herrliche kleine Erlebnisse und vor allem Geräusche eines tollen Laufes. Die Musik, die ich zuletzt auf meinem iPod zum Laufen hatte, hat mich wohl so sehr gepusht, dass ich immer wieder zu schnell angegangen bin, nicht mehr auf mich gehört habe, was sich natürlich schleunigst gerächt hat.
Am liebsten würde ich jetzt wieder loslaufen, bin allerdings in Castrop-Rauxel, es ist bereits dunkel und ich sitze noch immer im Seminarraum und habe bis eben den morgigen Seminartag mit meinem Kollegen vorbereitet... uff!
Vielleicht schaffe ich es aber morgen rechtzeitig von hier ins Gerry Weber Hotel nach Halle zu kommen, so dass ich dort morgen vor Anbruch der Dunkelheit noch ein bißchen die Hufe schwingen kann. Wär so schön, ganz ohne Musik! Drückt mir die Daumen!

8. September 2008

Runner's low

Die letzte Woche war verdammt anstrengend, die vor mir liegende wird es nicht minder sein. Einerseits sehr erquicklich für das auch schon mal leidende Portemoinnae eines Freiberuflers, andererseits eine Auftragslage, die mich wünschen lässt, jeder Tag hätte 48 Stunden. So, auch nur ein kurzer Eintrag, um Euch wissen zu lassen, dass es bei mir momentan nicht rosig aussieht, was das Laufen angeht...

In der letzten Woche konnte ich mich nur am Mittwoch morgen dazu überreden eine kleine Runde durch den Wald am Hotel zu drehen - hatte vergessen, wie dunkel es morgens um 6 Uhr auf dem Land jetzt schon wieder ist. Hier in Berlin merkt man das ja nicht so wegen der vielen Großstadtlicher... So wurden es auch nur 3,5 km, die mir schon mehr als schwer fielen. Ich war noch so müde, ich hatte keine Puste und war gedanklich schon die ganze Zeit im Seminarraum. So hat der Lauf auch nur 28.16 min gedauert, bevor es mich zurück ins Hotel zur Vorbereitung getrieben hat. Hier aber ein paar schöne Fotos, die ich auf der Tour gemacht habe:
Freitag abend wollte ich mir dann eigentlich meine vom Fliegen müden Beine ausschütteln, was aber der Rest meines Körpers verweigerte: Sofortkoma, kaum dass ich zu Hause war und mein Bett in erreichbarer Nähe wähnte. Lediglich zu einem späten Besuch beim Italiener konnte Ulf mich noch überreden...
Samstag wollte ich dann aber mal wieder meine gewohnte Strecke bis zum Schloss Bellevue in Angriff nehmen und einfach locker loslaufen. Tja, auch das war wohl nix: ich ging viel zu schnell an und riss die ersten 1,5 km in einem unter 6er-Schnitt ab - hab' ich zwar gar nicht gemerkt, fühlte mich sogar richtig stark und gut dabei. Aber die Rache folgte natürlich auf dem Fuße... Zuerst lief ich langsamer, dann konnte ich gar nicht mehr, musste Gehpausen einstreuen, war schließlich nach 5,19 km und 35.55 min mit einem für mich sagenhaften Tempodurchschnitt von 6:55 min/km (die Gehpausen sind da mit eingerechnet!!!) zu Hause. Kein Wunder, dass ich mich danach fühlte wie 'ne Flunder - völlig platt!

Heute morgen bin ich dann bereits um 6.30 Uhr auf die Piste, weil mein Tag völlig voll gefüllt ist und ich heute abend noch wieder Richtung Paderborn aufbrechen muss. Müde trabte ich los, müde fühlte sich alles an, der Gedanke, den Lauf jetzt eben abreißen zu müssen, war nicht schön und hinterließ seine Spuren. So wurden es heute nur 3,84 km in 28.33 min.
Ich weiß nicht, was momentan los ist... Durch meinen beruflichen Stress habe ich einerseits Schwierigkeiten, das Laufen in den Tagesablauf zu integrieren, zweifle mittlerweile auch, ob das morgendliche Laufen für mich so gut ist, und empfinde das Laufen momentan als "Muss".
Abdererseits weiß ich, dass es mir gut tut, in der Rückschau betrachtet, sind auch diese unangenehmen Läufe für mich alle toll, weil ich mich hinterher ja besser fühle, aber ich finde momentan keinen Rhythmus und das Freeway to 10k-Programm weiterzumachen, ist für mich momentan völlig illusorisch, da ich dafür ja mittlerweile mindestens 1 Stunde inkl. Dehnen einplanen muss - wo soll ich die hernehmen?

So bin ich gerade ein bißchen am Boden und werde diese Woche mal sehen, ob ich überhaupt laufen werde. Vielleicht habe ich Donnerstag vormittag ein bißchen Zeit in Paderborn und wenn nicht, dann nicht. Vielleicht ist eine Pause mal ganz gut, um dann wieder die richtige Lust zu kriegen, wenn es so richtig in den Beinen kribbelt.
Also, wieder einmal bis bald und eine schöne Woche!

1. September 2008

Wochenplan

Samstag sollte mein nächster Lauf stattfinden, aber aufgrund von langem Ausschlafen (Girl's Night mit meiner Nachbarin und Freundin am Freitag zog sich etwas hin...), Besuch bei der Internationalen Funkausstellung (Spielplatz für Schatzi!) und einem abendlichen Besuch der 'Dreigroschenoper' im Berliner Ensemble (das Stück wurde gestern 80 Jahre alt und hat wenig seiner Aktualität verloren) war ich so im Freizeitstress, dass das Ganze auf Sonntagmorgen verschoben werden musste. Da schaffte ich es dann auch, mich nach einiger Überredung um 8 Uhr aus dem Bett zu hieven und um 8.30 Uhr die dritte Runde meiner 4. Woche im Freeway to 10k - Programm anzugehen.
Es ging schwer, ich war müde, hatte eigentlich keine wirkliche Lust, lief aber erstaunlich schnell und flott, wollte nichts erwarten. Den 3. Laufintervall musste ich ein bißchen vorher abbrechen - ich konnte einfach nicht mehr. Beim 4. Laufintervall bekam ich Seitenstiche. Den 5. + 6. Laufintervall lief ich langsam und in einer sicherlich sehr merkwürdig anmutenden Körperhaltung, denn ich ließ einfach alles fallen und es fühlte sich gut an rechts in der Taille, wo die Seitenstiche waren, etwas einzuknicken. In dieser Schlaffi-Haltung trabte ich dann auch ganz gemächlich vor mich hin und fühlte mich das 1. Mal während dieses Laufes so richtig wohl. Insgesamt habe ich es denn auch auf 6,63 km in 51:44 min gebracht.
Körperlich komme ich scheinbar gerade ein bißchen an meine Grenzen: mein rechtes Bein zickt wieder ziemlich rum und ich dehne und creme wieder wie ein Weltmeister, außerdem merke ich, dass mir der Spaß ein bißchen verloren gegangen ist.
Deshalb habe ich folgenden Plan ausgeheckt, der sich auch ziemlich gut mit meinem Wochenplan verbinden lässt: ich setze diese Woche mit dem Programm aus und werde nur 3x in dieser Woche laufen - so wie ich lustig bin! Da ich ab morgen wieder für vier Tage im Düsseldorfer Umland weile und wieder voll im Seminargeschehen eingebunden bin, lässt sich so ein kurzer 30minütiger Lauf morgens vor dem Seminar auch einfach besser integrieren als ein 1stündiges Programm.
Mittwoch soll es dann also auf die Bahn gehen und Freitag möglichst auch... ich werde nach meiner Rückkehr berichten!
Bis dahin, allen eine tolle Woche!

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