30. Oktober 2008

Pfützenspringen, Versenden und Margitta

Schon am Montag regnete es kleine Hunde als ich mich auf meine Mini-Runde begab. Ich war aber guter Dinge, denn ein ausgesprochen schönes und streitarmes Wochenende lag hinter mir, ich wusste, dass mir die Bewegung an derfrischen Luft so richtig gut tun würde, auch wenn ich dabei ein bißchen nass werden sollte. So wurde das erste Mal die Regenjacke hervor gekramt, auf die Handschuhe verzichete ich noch. Es war wie gesagt nur eine kleine Runde und sie ging merklich schwer, meine Beine fühlten sich ungefähr so schlapp wie der Himmel grau war. Aber nach 26 Minuten und knapp 3,5 km war ich ja auch schon wieder zu Hause. Dies sollte zunächst mein letzter Lauf mit meinem Forerunner 305 sein, denn schon am Montag morgen hatte ich die Hotline angerufen, die zum allerersten Mal von meinem Problem gehört haben will (Töne des FR 305 sind fast nicht mehr zu hören), obwohl das Internet voll davon ist. Naja, war ja klar... Aber der gute Mann versicherte mir, eine E-Mail zu schicken in der alle Angaben über Versendung usw. drin stehen würden. Diese Mail war nur leider am Dienstag morgen immer noch nicht eingetroffen... Also nochmal anrufen! Wieso muss man eigentlich immer allen Sachen so hinterher sein und nicht eine Sache kann mal auf Anhieb klappen? Dann kam sie aber, nur konnte ich das Päckchen nicht mehr fertig machen, weil ich nach Düsseldorf musste...
Mittwoch wurde dann aber alles ordnungsgemäß verpackt und der gute Freund wurde auf die Reise geschickt. Nicht unbedingt ein Umstand, der meine momentan schon miese Laune verbesserte. Wann wird er wohl wieder da sein? Werde ich mich beim Laufen jetzt nackt fühlen? Ach, so viele Dinge sind im Moment zu organisieren, Ulf und ich sehen uns nur am Wochenende und ich kreige mich zu gar nichts aufgerafft, wenn ich nicht jobmäßig unbedingt muss. Unter diesen Umständen leidet derzeit sogar meine Ernährung ziemlich stark, was sich darin äußert, dass ich mich fast nur von Müsli und Fertigprodukten ernähre. Kann ja auch nicht gesund sein und zeigt sich natürlich in meiner Lustlosigkeit dann wieder - der ewige Kreislauf!
Auch heute hatte ich dann schon das Laufen geschwänzt, war schon fast startklar für einen nächsten Trip nach Halle für ein morgen stattfindendes Coaching, da las ich Margittas Blog. Und kaum zehn Minuten später hatte ich meine Schuhe geschnürt, war draußen im strömenden Regen, ohne meinen Forerunner, gut verpackt in Handschuhen, langer Hose, Mütze, Regenjacke und trabte eine kleine Runde. Keiner kennt die Zeit, keiner kennt die Pace - aber es war gut! Danke Margitta! Hättest Du nicht schon einen Award, würde ich Dir heute den Motivations-Award verleihen!
Aber jetzt muss ich los... auf nach Halle in Westfalen....

26. Oktober 2008

Trübe Aussichten und trotzdem neue Gedanken

Gestern stand der erste "lange" Lauf meines Plans auf dem Programm: 6,44 km.
Naja, das ist selbst für mich nicht wirklich lang und herausfordernd, aber mein äußerst moderater Halbmarathonplan soll mich ja auch nicht überfordern, sondern langsam aber sicher dazu bringen, eine Distanzverlängerung hinzubekommen.
Eigentlich waren wir um 14 Uhr mit Freunden zum Essen verabredet, so dass klar war, dass ich mich würde sputen müssen als ich erst um 12.45 Uhr loslief... Ich hatte Zeit vertrödelt und mich dann noch mit Ulf in die Haare gekriegt, so dass ich dann mit entsprechender Wut im Bauch loslief. Es war ein grauer, trüber Tag in Berlin. Ich hatte das Gefühl, dass mir die Wolkendecke gleich auf den Kopf fallen würde, so tief hing der Himmel. Dementsprechend komisch war auch die Luft: feucht, fast warm und als würde der Boden dampfen. Weil aber auch das zum schönen Herbst dazu gehört, wenn die gefallenen Blätter auf dem nassen Boden verrottend nach Wald riechen und der Regen scheinbar greifbar in der Luft hängt, wollte ich genau dieses Gefühl genauer auskosten und entschied mich spontan für eine Runde durch den Tiergarten:
  • Wenige Menschen waren unterwegs
  • der sandige Boden weich und locker unter meinen Füßen
  • die Wut schnell verraucht im herrlich eintönigen tap-tap-tap meiner Schritte
  • neue Pläne geschmiedet wie das Streitthema nicht mehr zum Streitthema avancieren muss
  • Ideen, die nur so sprudeln, ohne dass sie gerufen oder krampfhaft erdacht werden müssen
  • einfach da bei einer Pause an der Ampel
  • Kopf ganz frei und deshalb voll von guten Gedanken, die ach so nützlich sind
  • Gedanken kommen und gehen, kann sie dennoch festhalten
  • schon während des Laufens wird mir bewusst welch tolle Kraft dies ist:
  • Gedanken ermöglicht duch körperliche Bewegung
  • Freiheit im Geist und in den Beinen
  • zaubert mir ein Lächeln auf's Gesicht im grauen, trüben Nachmittags-Berlin
Nach 48:52 min (Durchschnitts-Pace 7:30 min/km) zuhause angekommen erfahre ich, dass das Essen auf 15 Uhr verschoben ist, freue mich dort angekommen an einem herrlich kühlen und erfrischenden alkoholfreiem Weizenbier. Kraft getankt, Kraft für neue Taten, neues Denken!

Entscheidung getroffen: mein Forerunner wird eingeschickt! Morgen werde ich die Garmin Gewährleistungshotline kontaktieren und mein Problem schildern, dürfte nicht unbekannt sein!

Mein Bild des Tages: das Bahn-Chaos am Berliner Hauptbahnhof!
Als ich Ulf vorhin dorthin bringe, wird der Zug kurzerhand nur zur Hälfte geöffnet - der zweite Zugteil bleibt verschlossen. Alle Fahrgäste von zwei Zugteilen also reingequetscht in einen... Tolle Idee!
Dänische Reisende, die mit diesem nach Aarhus durchfahrenden Zug zurück nach Hause wollen, verstehen nicht mal die rein deutschen Änderungsdurchsagen, wundern sich über auf einmal nicht mehr gültige Platzreservierungen - ist doch aber der letzte Zug nach Hause, nach Dänemark, morgen geht die Arbeit wieder los? Tolle Idee!
Und ich frage mich, was soll die Polizei hier richten? Aufgebrachte Reisende beruhigen? Wohl kaum deren eigentliche Job-Description und bei derartigem Chaosmanagement der Bahn ja wohl auch eher unangebracht. Oder darf man seinen Unmut nicht mehr anbringen? Wo sind wir denn?

24. Oktober 2008

Atemschwaden und Tonprobleme

Als ich gestern morgen zum Kältetest auf meinen frisch für den Winter bepflanzten Balkon trat, sah ich das erste Mal in diesem Herbst/ Winter Atemschwaden vor meinem Mund nach oben steigen. Dementsprechend war klar, dass ich zunächst noch einen Fleece über mein Laufshirt anziehen würde, um auf dem ersten meiner geplanten knapp 5 km nicht zu frieren. Den Handschuhen hatte ich gedanklich noch eine Absage erteilt, was sich auf besagtem 1. Kilometer rächen sollte. Da unser Außenthermometer leider kaputt ist, erfuhr ich erst nach meiner Rückkehr aus dem Radio, dass es gerade mal 5°C gewesen sind und meine Finger sich dementsprechend auch erschrecken durften.
Nach 1 Kilometer war dann aber mein Kreislauf so in Schwung und mein Körper hatte sich von dem Schock des Unterschiedes 'Kuschelig-warmes Bett - frostig-klarer Morgen' erholt und die Finger waren wieder auf Normaltemperatur. Weiter noch, ich konnte sogar meinen Fleece-Pulli um meine Hüften binden und war in meiner 7/8-Laufhose und dem langärmligen Laufshirt genau richtig angezogen. Also, immer noch kein Bedarf für Schal und Mütze, aber es wird definitiv schwieriger, die richtige Kombination zu finden. Die Spree lag glitzernd und ruhig neben mir, die Sonne blendete tief stehend in meinen Augen und die Menschen, die fleißig zur Arbeit strebten, müssen sich über mein doofes Grinsen gewundert haben.
Erstaunlich fand ich, dass ich den permanenten Berlin-Lärm an diesem Morgen so überdeutlich wahrgenommen habe. Hier herrscht aufgrund der Größe der Stadt, der vielen Menschen, Autos, U- und S-Bahnen ja ein permanentes Grundrauschen, das man eigentlich gar nicht mehr hört, wenn man länger in Berlin lebt. An diesem Morgen hat es mich fast gestört... Lag vielleicht an der wahnsinnig klaren, kalten Luft...
Schade finde ich, dass mein Garmin Forerunner 305 mittlerweile wohl auch an einer bekannten Krankheit leidet: die Alarmtöne sind im Laufe der Zeit sehr viel leiser geworden und so höre ich momentan meist gar nicht, wenn ich meine Distanz hinter mich gebracht habe. Wenn ich das Gehäuse zusammen drücke, sind die Töne wieder lauter, aber ich kann ja schlecht permanenten Druck auf das Display ausüben...
Ist dieses Problem einem von Euch anderen Garmin-Nutzern bekannt? Meinte mal irgendwo gelesen zu haben, dass man mit einer bestimmten Tastenkombination etwas an den Tönen verändern kann - oder hab' ich das geträumt? Sollte das so sein, kann es natürlich sein, dass versehentlich bei einem Koffertransport die gegenteilige Tastenkombination gedrückt wurde und deshalb die Töne leiser geworden sind. Andererseits muss es wohl an der viel beschriebenen Korrision liegen, die dazu führt, dass die Töne immer leiser werden... Hm, also zurückgeben? Einschicken zu Garmin? Jemand Erfahrung?

22. Oktober 2008

Immer an der Ruhr lang

Wusstet Ihr wie schön Mülheim ist?
Ich bin total baff, aber nicht nur, dass mein Hotel direkten Blick auf die Ruhr zu bieten hatte, sondern auch noch eine beleuchtete Promenade direkt von der Hotelterasse immer an der Ruhr entlang bis in die Innenstadt...
So konnte ich den wahnsinnig warmen Montagabend laufend am Ruhrufer genießen und die Strapazen des Tages abschütteln. In herrlich entspanntem Tempo schwitzte ich in meinem langärmligen Laufshirt und der wadenlagen Hose so vor mich hin. Ich frage mich nur wie das die ganzen vermummten Läufer ausgehalten habe, die mir teilweise mit Mütze, Handschuhen und Schal entgegen kamen - bei fast noch 20°C um 19 Uhr....
Nunja, man muss sie nicht alle verstehen...

Schöne 3,33 km waren es in einer Durchschnitts-Pace von 7:45 min/km - ich kann einfach nicht die vorgegebenen 8:38 min/km laufen, muss ich aber auch nicht, oder?

19. Oktober 2008

Geburtstagslauf

Gestern war mein Geburtstag und es war seit langem der stressigste Tag, den ich hatte!
Leider kann ich also nicht sagen, dass ich einen tollen Tag hatte, denn ich wurde zwar schon in der Nacht toll von meinen Eltern und meinem Schatz beschenkt, aber der Tag gestaltete sich mehr als stressig: Kuchen backen, Wohnung sauber machen, Kaffeegäste bewirten, Eltern bei Laune halten, Seminarnach- und -vorbereitung, da ich seit meiner Rückkehr am späten Donnerstag mit Besuch beschäftigt war und heute abend schon wieder los muss nach Mülheim... ächz...
Das beste an diesem Tag war demnach die eine Stunde zwischen 14 und 15 Uhr, die ich mir ganz alleine für mich rausgenommen hatte und bei strahlendem Sonnenschein durch herrlich Krach machende Blätter laufen konnte. Der Kopf wurde frei, die 33, die nun ein Jahr lang über mir schwebt, konnte verarbeitet werden und in dieser einen Stunde fühlte ich mich einfach gut!
So lief ich nach meinem Plan also 4,87 km in 38:02 min (Pace 7:49 min/km, was eiegntlich 8:38 min/km sein sollte... naja...).

Achja, übrigens: Nächstes Jahr bin ich zu meinem Geburtstag nicht da! Wie und was auch immer, aber erinnert mich bitte daran, dass ich einfach nur weg bin, sonst hab' ich von diesem einen ganz besonderen meinem Tag nämlich wieder nix...

17. Oktober 2008

Spiel der Elemente

Obwohl es Mittwoch abend schon fast dunkel wurde als ich nach meinem Seminar endlich loslaufen konnte, hielt mich diesmal nichts davon ab endlich den Kopf frei zu bekommen. Deshalb bin ich diesmal also nicht in Halle durch den nach Zucker und Karamell duftenden Märchenwald gelaufen, sondern einfach an der Bahnstrecke entlang, der Hauptstraße folgend zum Bahnhof und wieder zurück zum Hotel. Obwohl wieder ein 3,22 km langer Lauf in sehr entspanntem Tempo (8:38 min/km) auf dem Programm stand, konnte ich nicht an mich halten und war bereits nach 24:29 min und 3,25 km wieder am Hotel, was einer Durchschnitts-Pace von 7:33 min/km entsprach. War aber gut und hat sich einfach nur gut angefühlt. Insbesondere deshalb weil ich mich so wunderbar den Elementen ausgesetzt gefühlt habe nach einem anstrengenden Tag in einem stickigen Seminarraum: es wehte, die Blätter wirbelten durch die Luft, Böen erwischten mich immer wieder direkt von vorne, mein Gesicht wurde auf dem Rückweg sanft von Niesel-Regentropfen gestreichelt. Es war einfach nur schön!

14. Oktober 2008

Huch! Ein Award!


Da wollte ich mich gerade einfach nur mit Salli mitfreuen, dass sie den "I love your blog"-Award verliehen bekommen hat, da lese ich, dass sie ihn mir ebenfalls verliehen hat - das ist ja nett!
Ich freue mich und darf den Award jetzt stolz hier in meinem Blog einbauen!

Schwieriger wird es schon, wenn ich nun noch zwei andere Blogger mit eben diesem Preis ehren darf. Nicht, weil mir keiner einfallen würde, sondern weil die Auswahl unter den vielen von mir gelesenen Blogs so schwer fällt....

Aber schließlich habe ich mich doch für diese zwei entschieden:

Kerstin bekommt mit ihrem Blog den Award von mir, weil sie mich mit ihrem Ehrgeiz, ihrer Geduld und ihrer Ausdauer immer wieder beeindruckt und wahnsinnig motiviert und mich nicht zuletzt auch an ihrem Leben in den USA teilhaben lässt. Du hast den Award aus meinen Augen wirklich verdient!

Mandy bekommt den Blog-Award von mir, weil sie mit ihren schönen Fotos, Gedanken, Gedichten und nicht zuletzt mit dem Lächeln ihrer kleinen Vincigkeit meinen Tag immer ein bißchen netter erstrahlen lässt. Danke dafür!

13. Oktober 2008

Easy Run

Den ganzen Tag hab' ich mich heute wieder mit Kopfschmerzen gequält und es auf die ganze Lymphknotengeschichte geschoben, obwohl meine Stelle im Mund mittlerweile noch nicht komplett verheilt, aber merklich besser ist. Schließlich kam aber meine Nachbarin hoch und erzählte mir, dass auch sie an diesen merkwürdigen Spannungskopfschmerzen leidet und es wohl an der fast föhnartigen Luft heute in Berlin liegen würde. Gut, dann hatte ich eigentlich keinen Grund mehr, mich selbst zu bemitleiden und doch wenigstens eine kleine Runde zu drehen, um eben die besagten Kopfschmerzen zu verscheuchen.

Als ich am Wochenende auf dem Sofa lag und mich selbst bemitleidete, hatte ich natürlich nicht viel besseres zu tun als mich zu informieren, wann denn im nächsten Jahr irgendwo Halbmarathons sind, die mich interessieren könnten und wie man am besten dafür trainiert. Wenn man schon nicht physisch laufen kann, so doch wenigstens in der Phantasie...
Hierbei bin ich auf jeden Fall über den SmartCoach der amerikanischen Runner's World bzw. der Schuhmarke asics gestoßen. Und basierend auf meiner grottenschlechten 5k-Zeit, rechnete besagter Smart-Coach mir also ein Trainingsprogramm für den Halbmarathon aus, das in meinen Augen mehr als harmlos ist. In 16 Wochen soll es mich auf den Halbmarathon vorbereiten, das wäre irgendwann Anfang Februar. Nicht dass ich jetzt auf die Idee käme im Februar an einem solchen Wettbewerb teilzunehmen, aber so will ich doch nach diesem Plan trainieren, um wenigstens an die Distanzen ranzukommen. Die vorgegebenen Zeiten sind allerdings eher schwieirg einzuhalten, da für mich zu langsam.... Erstaunlich das ich das sage, aber vielleicht bin ich ja doch für meine Verhältnisse immer eher schon fast zu schnell gelaufen, um längere Distanzen durchhalten zu können?! Auf jeden Fall steht für die ersten Läufe immer nur eine Distanz von 3-4 km auf dem Programm in einer Pace von 8:38 min/km. Nun, da bin ich dann also gleich heute mal mit der zweiten Woche eingestiegen und hab' mir die 3,22 km (2 Meilen) in 8:38 min/km vorgenommen.

Und in der Tat war das ein Easy Run wie er auch auf dem Programm stand, denn so langsam bin ich schon ewig nicht mehr gelaufen und musste mich auch wirklich immer bremsen. Noch dazu auf die Distanz, denn diese kleine Runde bin ich zuletzt in meinem 9-wöchigen Startprogramm gelaufen, glaube ich. Aber es war ein schöner Lauf, genau das richtige für mich angeschlagene Mundverbrannte und meine Kopfschmerzen ließen auch in der Tat merklich nach. So wurden es 3,28 km in 26:43 min (8:08 min/km).
Morgen geht es schon wieder Richtung Halle für das nächste Seminar zum Thema Verhandlungsführung und da kann ich den gleichen Lauf am Mittwoch nachmittag wohl auch noch mal einschieben, denke ich.
Und was mir am meisten Freude macht, ist, dass ich jetzt einen richtigen Plan habe, auf dem ich die Tage und die geleisteten Trainingseinheiten abhaken kann - wunderbar für mich Listenfanatiker!!!

12. Oktober 2008

Sowas Blödes!


Da hab' ich mir letzte Woche beim Essen einer zu heißen Pellkartoffel ziemlich den Mund verbrannt, so dass sich eine richtige Brandblase gebildet hatte und das rohe Fleisch in meinem Mund schon die ganze Woche über natürlich etwas empfindlich war. Gedanken hab' ich mir aber eigentlich nicht weiter darum gemacht. Seit Donnerstag aber quälten mich des Nachts ziemliche Schmerzen im Kiefer, so dass sich gegen Ende der Woche herausstellte, dass die Wunde sich ganz ordentlich entzündet hatte und alle in Kopfnähe befindlichen Lymphknoten ordentlich angeschwollen sind, um ihr gutes Werk zu vollbringen. Seit Donnerstag ist dies aber nun nicht mehr so witzig gewesen und führte zu diversen Schmerzen im Hals-Mund-Nacken-Bereich, essen kann ich seit Freitag nur noch breiartige Speisen: Joghurt, Grießbrei, Kartoffelpüree usw.
Dass durch die Schwellungen und die Schmerzen im Mund mein ganzer Kopf nur so vor sich hin pocht, muss ich wahrscheinlich nicht extra erwähnen.
Insbesondere gestern, als das Wetter mich anschrie mit seinen goldenen Farben, einer Wärme auf dem Gesicht, dass ich doch gefälligst rausgehen und laufen soll, fühlte ich mich nur wie von einer Dampfwalze überrollt. Und das alles wegen so einer blöden Verbrennung im Mund....
Nun, die chemische und homöopathische Keule tuen unisono ihr Werk und heute geht es mir schon etwas besser.
Vielleicht morgen ein kleines Läufchen....?

9. Oktober 2008

Raindrops keep falling on my head



Ja, so schön kann Regen sein!
Ja, so gut kann man sich fühlen nach fast 6 gelaufenen Kilometern, klitschnass, mit einem Strahlen im Gesicht und trotzdem noch schnell draußen dehnen - wen stört das bißchen Nass von oben!
Ja, so merkwürdig kann es sein, wenn Menschen unter Kapuzen versteckt schnell von Dach zu Dach huschen, während man selbst jeden Regentropfen auf der Nasenspitze einfach nur genießt.
Ja, so toll sind die kleinen Kreise, die zu großen werden, wenn ein Tropfen in die Spree fällt.
Ja, so fühlte es sich schon als Kind an, wenn man genüsslich mit den Schuhen in eine Pfütze sprang.
Ja, so wundervoll glänzen goldene Herbstblätter auf den Wegen, sauber gewaschen vom Regen!
Ja, so lebendig fühlt man sich, wenn man prustend die letzten Meter im Höchsttempo hinter sich bringt.
Ja, so kann ein Lauf im Regen sein - schnell, stark, nass und herrlich!

Und dieses Lied lag mir einfach auf den Lippen als ich mit einem Lächeln wieder in die kuschelige Wohnung trat. Woher kam es wohl angeweht?

7. Oktober 2008

Überholmanöver

Nacken ist wieder bewegungsfähig: die kombinierte Wärme-Voltaren-Rollkragen-Therapie hat angeschlagen, obwohl ich froh war, das mich gestern an meinem Schreibtisch zu Hause kauernd keiner gesehen hat.
Gestern war ich dann aber zu sehr in die Tiefen meiner Buchhaltung eingestiegen als dass ich mich noch zu einem Lauf überreden konnte. Wenn ich da mal drin bin, dann will ich das auch weg haben und da bin ich gestern abend gegen 22 Uhr dann auch erfolgreich gewesen... jippieh!
Zur Belohnung ging es dann heute morgen auf die Strecke nachdem so die ersten kleineren häuslichen Pflichten (schon in Laufkleidung - gar nicht erst auf andere Gedanken kommen!) und ein kleines Frühstück erledigt waren. Als es dann losging, fühlte sich alles noch sehr steif und unrund an. Ich merkte sofort, dass ich heute würde kämpfen müssen. Aber wie schreibt Kerstin immer: "Wenn es nicht weh tut, war es nicht gut." ... oder so ähnlich... Ging mir auf jeden Fall die ganze Zeit im Kopf rum, wie auch der Spruch "Laufen lernt man beim Laufen"... schöner Ansporn eigentlich!
Nur leider wollte meine Körper nicht so ganz wie mein Kopf, ich schnaufte wie ein Walross, kämpfte mit meinem iPod, der nicht die Musik spielen wollte, die ich gerne wollte... hach, und alles war irgendwie doof. So war es auch kein Wunder, dass der Garmin mich ständig anfeuerte und 'Schneller!' untermalt mit einem drängenden Piepsen auf sein Display schrieb, denn ich war im 7:50er-Schnitt unterwegs...
Schließlich schien sich aber so eine Art Rhythmus einzustellen, ich pfiff auf die Garmin-Anzeige und siehe da, es lief besser! Ich hatte mir noch offen gelassen, ob ich die ganz kleine Runde oder die normale Runde bis zum Schloss Bellevue laufen wollte, je nachdem wie mein Bein sich so anstellte, aber da es gut lief und das Bein keinerlei Zeichen von sich gab, machte ich mich auf zum Schloss Bellevue, rum um die Brücke und auf der anderen Spreeseite wieder zurück. Jetzt machte mir allerdings leider mein Frühstück irgendwie zu schaffen und schien quer in meinem Magen zu liegen, was ein ständiges Stechen verursachte. So ähnlich wie Seitenstechen, aber dann doc nicht ganz so gemein. Trotzdem veranlasste mich dieses Gefühl im Magen zu einem kurzen Gehpäuschen, zumal ich gerade vorher von einer schätzungsweise 15-Jährigen, gerstenschlanken Joggerin in einem lockeren und für mich rasend schnellen Tempo überholt worden war. Dieses Motivationstief musste ich erstmal verarbeiten.
Aber nichts da, weiter ging es auf meinen Pfaden, auch wenn ich mich weiterquälte. Auf dem letzten Kilometer scherten vor mir direkt auf meinem Weg zwei Jogger ein, etwa 100-150m vor mir, an die ich mich langsam aber sicher ranziehen konnte. Die liefen beide ein ziemlich harmloses Tempo und schließlich kurz vor dem letzten, ganz schön gemeinen, aber zum Glück kurzen Anstieg auf meiner Strecke, hatte ich sie eingeholt. Sollte ich jetzt hier auf dem Anstieg überholen? Was wenn ich dann oben zusammenbreche und mich zurück überholen lassen muss, wie peinlich? All' diese Gedanken schossen mir durch den Kopf, schließlich trat ich den beiden aber schon fast auf die Hacken, also vorbei und Tempo nochmal angezogen, oben angekommen kurz verschnaufen, Puls wieder runterbringen und dann Endspurt zu meiner Bank an der ich mich immer dehne. Hach, was war das für ein Triumphgefühl - zum ersten Mal hatte ich Jogger überholt!!! 5,27 km in 39:35 min, 7:30min/km standen schließlich auf meinem Tacho!
Und wie zur Bestätigung meines guten Gefühls kam passend zum Dehnen die Sonne heraus und verspricht heute einen goldenen Oktobertag!

6. Oktober 2008

Wrack

Da hab' ich die ganze Zeit auf allen anderen Blogs noch gute Wünsche und schlaue Sprüche verteilt und siehe da, schon fühle ich mich selber seit Samstag wie ein Wrack. Das ist doch irgendwie ungerecht, oder? Oder ist das über's Netz irgendwie ansteckend....
Freitag bin ich wieder zu meiner neuen großen Laufrunde bis zum Kanzleramt aufgebrochen. Schon das hätte ich mir vielleicht verkneifen sollen und ganz vernünftig nach der Steigerung vom Dienstag nur meine ganz normalen 5 Kilometer rennen sollen. Aber nein, da war der Ehrgeiz natürlich größer und das hatte ich dann auch davon... Zu schaffen war die Runde relativ problemlos, wobei ich den Lauf nicht ganz so genießen konnte wie am Dienstag. Lag aber vielleicht auch daran, dass tausende von Menschen unterwegs zu sein schienen (klar, am 3. Oktober in Berlin...) und ich mich irgendwie nicht wohl auf meiner Strecke fühlte. Laufend musste ich von hinten rufen 'Tschuldigung!', weil ja alle Menschen merkwürdigerweise immer meinen, ihnen gehöre jeder Weg von rechts nach links vollkommen allein. Nee, war nicht schön. Außerdem fing schon auf der Hälfte der Strecke mein rechtes Bein wieder an zu mucken, so dass ich am Kanzleramt eine kleine Dehnungspause eingelegt habe. Kurz bevor ich dann wieder zu Hause war, ging es aber gar nicht mehr und meine rechte Pobacke brachte mich fast um. Jeder Schritt verursachte Schmerzen, aber ich weiß ja zum Glück, worauf das zurückzuführen ist. Hm, war also wohl doch ein bißchen zuviel Steigerung und zuviel wollen in zu kurzer Zeit... Das ganze Wochenende habe ich also gedehnt wie ein Weltmeister und das Bein bzw. der rechte große Oberschenkelmuskel nahm es auch dankbar an und fühlt sich bereits wieder besser. Was das Bein angeht, wäre laufen gestern oder heute sicher möglich gewesen, wäre da nicht....
Ja, wäre da nicht mein Nacken, der sich seit Samstag abend anfühlt wie ein hartes Brett. Ich kann nicht mal genau sagen, was ich gemacht habe oder das es durch eine dumme Bewegung passiert ist, aber auf jeden Fall schmerzt jede unbedachte Bewegung des Kopfes. Seit gestern trage ich nur noch Rollkragen, wärme mit in der Mikrowelle erhitzten Körnerkissen und schmiere mit Voltaren, aber die Besserung setzt nur langsam ein. Besonders die Nächte sind fürchterlich, denn wenn ich aufwache und den Kopf drehe, schießt es nur so in die verhärteten Muskeln. Unangenehm!
Mal sehen, wie es sich heute so im Laufe des Tages entwickelt - ich fürchte nicht zum Vorteil, denn heute bin ich den ganzen Tag an den Schreibtisch gefesselt, um Buchhaltung und Steuern zu erledigen (würg!). Vielleicht aber dann heute abend ein kleines Läufchen - diesmal auch bestimmt nur eine kleine Runde - mal sehen!

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