31. Mai 2010

Tag 7: Ein Buch, das Dich an jemanden erinnert

Das Buch 'Die Teerose' erinnert mich an meine liebe Freundin Ilka, die fast den gleichen Büchergeschmack hat wie ich - oder ich wie sie... wie man's nimmt...

Geschichten aus anderen Zeiten mit den gesellschaftlichen Zwängen iher Zeit trotzenden Frauen gefallen uns beiden. Vielleicht auch deshalb, weil das Thema 'Selbstverständnis' auch für uns beide ein immerwährendes privates Thema ist - auch wenn sicher viele Menschen um uns herum sagen und denken, dass wir damit doch überhaupt keine Probleme zu haben brauchen. Tja, das eine, wie es nach außen scheint und ja auch in guten Zeiten ist, das andere, wie es in einem drinnen aussieht.

Ilka hat es außerdem wie die Hauptfigur in 'Die Teerose' geschafft, sich über viele Hindernisse auf ihrem Weg hinweg zu setzen. Sie ist ihren Weg  - natürlich oft mit Zweifeln beladen - aber doch der inneren Stimme, dem inneren Gefühl folgend gegangen. Und dafür bewundere ich sie!

Inhaltsangabe von amazon.de:

Die Teerose ist ein überaus packender Roman über eine mutige und talentierte junge Frau im ausgehenden 19. Jahrhundert, die sich über alle Hindernisse hinweg ihren Lebenstraum erfüllt.

London 1888. Die ehrgeizige und begabte Fiona arbeitet als Teepackerin in den Londoner Docks. Ihre Familie lebt in großer Armut und das soziale Elend der Arbeiterschaft droht sie zu erdrücken. Währenddessen schmiedet Fiona mit ihrer großen Liebe Joe Pläne für ein eigenes Geschäft. Doch unter den Arbeitern brechen Aufstände aus, und als ihr geliebter Vater unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, verliert die Familie die Existenzgrundlage. Fiona steht vor einem Scherbenhaufen und all ihre Hoffnungen sind zerstört. Sie ist gezwungen, London, ihr bisheriges Leben und auch ihren Verlobten Joe zu verlassen. Das Ziel ist New York, wo ihr Onkel einen Lebensmittelladen betreibt. Hier hofft sie, sich eine neue Existenz aufzubauen und den sozialen Aufstieg doch noch zu erreichen. In New York angekommen, erlebt sie einige Überraschungen, bringt es aber mit ihrem Geschick und ihrem Gespür fürs Geschäft sehr weit. Doch auch in der Ferne lässt sie die Vergangenheit nicht los, sie hat noch eine Rechnung mit dem Mörder ihres Vaters zu begleichen. Und auch die Liebe zu Joe treibt sie nach London zurück.

Mit ihrem ersten Roman ist der amerikanischen Autorin ein kleines Meisterstück gelungen. Jahrelang hat sie über London und New York und den Teehandel dieser Zeit recherchiert. Das Ergebnis lässt sich wirklich sehen, denn der Leser wird mit gekonnter Hand in den Bann des Schicksals der jungen Irin gezogen. Sehr authentisch erleben wir die Zustände in den armen Gegenden Londons und New Yorks, und in Fiona eine Kämpfernatur, die sich mutig und mit viel Geschick ihren Weg nach oben erstreitet. Immer wieder begegnen wir bekannten Persönlichkeiten, den kulturellen, industriellen, aber auch kriminellen Köpfen dieser Zeit. Gefühlvoll, flüssig und mit fundiertem Wissen geschrieben, ist dieses Buch fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. --Harriet v. Stauffenberg

Die Geschichte über den Teehandel hat mich insbesondere deshalb auch sehr interessiert, weil ich ausgenommene Teetrinkerin bin. Hierzu passend und abschließend folgendes Bild von einer netten Earl Grey-Teestunde im letzten Sommer in Flensburg (der Apfelweinkuchen war auch nicht zu verachten...):


Tag 6: Ein Buch, das Du nur einmal lesen kannst

Beispielhaft möchte ich in dieser Kategorie, den außerordentlich guten Krimi 'Die Chemie des Todes' von Simon Beckett nennen, denn Krimis mehrmals zu lesen, fällt doch etwas schwer. Häufig erinnere ich mich dann im Laufe der Handlung wieder an die Auflösung und dann wird es natürlich nur langweilig, sich nochmal bis zum Ende zu kämpfen.

Inhaltsangabe von amazon.de:

David Hunter war einst Englands berühmtester Rechtsmediziner. Nach dem Unfalltod seiner Frau und der gemeinsamen Tochter hat er London den Rücken gekehrt und sich in Manham, einem kleinen Dorf in der Grafschaft Devon, als einfacher Allgemeinmediziner niedergelassen. Weder sein Arbeitgeber, der alte Dr. Maitland, noch die Dorfbewohner wissen etwas von seiner Vergangenheit.

Drei Jahre sind seitdem vergangen, als von zwei Jungen die Leiche der ortsansässigen Schriftstellerin Sally Palmer entdeckt wird. Die Ermordete wurde mit zwei angesteckten Schwanenflügeln aufgefunden. Auf Drängen des örtlichen Chief Inspector Mackenzie obduziert Hunter den Leichnam. Währenddessen verschwindet eine zweite Bewohnerin des Dorfes. Die Verdächtigungen der Einheimischen richten sich zuallererst gegen David Hunter, den in ihren Augen immer noch Fremden ...

Die Chemie des Todes erzeugt Spannung durch gewohnte, aber gelungen zusammen gestellte Zutaten. Ein überschaubarer Kreis von möglichen Tätern, Dorfbewohner, die sich gegenseitig verdächtigen sowie mehrere falsche Fährten, die der Autor geschickt auslegt. Das gerichtsmedizinische Moment ist interessant beschrieben, ohne jedoch zu sehr ins Detail zu gehen. Stark auch die Darstellung der zunehmenden Hysterie im Ort, die durch einen zur Selbstjustiz aufrufenden Pfarrer noch geschürt wird. Lobend zu erwähnen ist auch die sprachlich einfühlsame Übersetzung von Andree Hesse.

Aber es gibt auch eine deutliche Schwäche in dem Erstlingswerk des britischen Autoren. Sehr schade ist, dass Simon Beckett unnötigerweise so ziemlich alle bekannten Klischees des in den letzten Jahren so erfolgreichen Psychopathen-Genres benutzt. Durch diese Anhäufung verlieren die Handlung an Glaubwürdigkeit und der Roman an Qualität. Fazit: Die Chemie stimmt nicht ganz in Die Chemie des Todes.

Meine Meinung zu der oben genannten Kritik: Klischees gehören bei einem Krimi doch auch irgendwie geritten, oder?


Allerdings kann ich mir nach ein paar Jahren durchaus auch vorstellen, einen guten Krimi nochmal wieder in die Hand zu nehmen. Wenn ich nicht noch ein ganzes Regal voller Bücher, die ich noch nicht gelesen habe, zu Hause hätte, könnte ich mir z.B. gerade (stimmungsmäßig) einen Krimi von Carlene Thompson doch mal wieder vorstellen. Die sind einfach schon wieder zu lange her, als dass ich mich da noch an Handlung geschweige denn Auflösung erinnern könnte.

Mysteriös sind bei Krimis ja immer Szenen, die sich in dunklen Wäldern abspielen, so dass ich diesen Post mit einem etwas mysteriös anmutendem Wald-Bild beenden möchte:

29. Mai 2010

Tag 5: Ein Buch, das Du immer und immer wieder lesen kannst

Es gibt einige Bücher, die ich immer und immer wieder lesen kann. Mein Lieblingsbuch natürlich, die Bücher von Paulo Coelho finde ich auch jedes Mal wieder gewinnbringend, 'Homo faber' von Max Frisch ist auch jedes Mal wieder super. Aber das Buch, das ich wirklich regelmäßig zur Hand nehme und alle paar Jahre wieder einmal lesen muss, ist 'Die Nebel von Avalon' von Marion Zimmer Bradley.

Inhaltsangabe von amazon.de:

Die amerikanische Fantasy-Autorin Marion Zimmer Bradley hat ein gewaltiges Epos in der großen Tradition der Ritterromane geschaffen, in dem sie den Zauber der alten Mythen und Legenden um König Artus wieder heraufbeschwört. Es ist Morgaine, die Hohepriesterin des Nebelreichs Avalon und Schwester von Artus, die hier die wahre Geschichte von ihrem königlichen Bruder erzählt, von den Rittern seiner Tafelrunde, allen voran Lancelot, und von den Mysterien diesseits und jenseits dieser Welt. Wohl zum ersten Mal erzählt eine Frau diese wundersame Geschichte, zeigt die christlich stilisierten Heldengestalten in einem neuen Licht und erinnert daran, daß einst Frauen die Macht in den Händen hielten: Sie lenken im Verborgenen das Geschick ihrer Zeit und setzen den König der Legenden auf den Thron, geben ihm das heilige Schwert Excalibur, mit dem er die Sachsen für immer vertreibt.
Aber es geht um mehr bei diesem Kampf auf Leben und Tod. Rituale, Magie, visionäre Einsichten, Versagen und Größe fordern die Menschen heraus, die um den richtigen Weg des Glaubens und des Lebens ringen. In der Enthüllung des Mysteriums vom Heiligen Gral erfüllt sich das Schicksal von König Artus und seinen Rittern. Es ist Höhepunkt und Abstieg zugleich, denn Avalon, die Insel der Apfelbäume, die alte Welt der Naturreligion, versinkt unwiederbringlich in den Nebeln der Zeit.


Mit vielen ihrer Bücher gelingt es Marion Zimmer Bradley daran zu erinnern, welche Stärke wir Frauen einst hatten und immer noch in uns tragen. Die Geschicke der Menschheit liegen und lagen in unseren Händen, nicht erst seit Angela Merkel Bundeskanzlerin ist. Daran mit dieser tollen Nacherzählung von der Artus-Legende (einer der männlichen Helden-Legenden schlechthin) zu erinnern, gelingt ihr ebenso gut wie in der Nacherzählung der Troja-Geschichte in 'Die Feuer von Troja'. Ein tolles Buch, das mir immer wieder Mut gibt, mir Stärke verleiht, wenn ich an mir und meinen weiblichen Fähigkeiten zweifele.

Zum Thema Frauenpower passt dieses weitere Vorschau-Bild vom Foto-Shooting mit Mona und Agnes in der letzten Woche sehr gut, wie ich finde. Wirkt Agens hier nicht richtig cool und tough?

28. Mai 2010

Tag 4: Das Buch, das Du am meisten hasst

Grundsätzlich hasse ich überhaupt keine Bücher und ich kann auch selbst kein von mir empfundenes schlechtes Buch als Hassobjekt benennen. Es ist eben immer alles Geschmackssache, aber egal, ob ich ein Buch gut finde oder nicht, so hat sich der Aurot ja immer etwas dabei gedacht und einen Teil seiner Seele in das Buch hineingelegt. Schon alleine, deshalb kann ich kein Buch 'hassen'.

Stellvertretend möchte ich aber eines nennen, das mir überhaupt nicht gefallen hat und das ich auch nicht zu Ende gelesen habe (was bei mir äußerst selten vorkommt).

'Die Hüterin der Gewürze' ist von der Beschreibung grundsätzlich eines der Bücher, in denen ich versinken würde. Vielleicht habe ich es einfach zum falschen zeitpunkt angefangen? Oder in der falschen Stimmung?

Ich weiß es nicht! Grundsätzlich gefiel mir der Stil aber irgendwie einfach nicht und ich konnte nicht eintauchen in das Geschehen, so dass ich es irgendwann beiseite gelegt und nicht zu Ende gelesen habe.

Inhaltsangabe von amazon.de:

Die Inderin Tilo, die in Oakland einen kleinen Gewürzladen betreibt, besitzt die außergewöhnliche Gabe, die geheimsten Sehnsüchte und Wünsche der Menschen zu erkennen. Als eines Tages der junge Raven ihr Geschäft betritt, erwachen ungeahnte Gefühle in ihr. Doch Tilo weiß, dass die Liebe ihre magischen Kräfte zerstört.

Zu diesem Buch finde ich passt das folgende Bild, das ich schon vor einigen Jahren bei einer Tour durch die Neuengland-Staaten in den USA aufgenommen habe:

27. Mai 2010

Tag 3: Dein Lieblingsbuch

Mein absolutes Lieblingsbuch ist 'Siddharta' von Hermann Hesse!

Dieses Buch drückt für mich soviel von dem aus, was ich in mein Leben zu integrieren versuche und hat mir vor allem den inneren Weg zu vielen Grundüberzeugungen geebnet, mit denen ich zu viel mehr innerer Ruhe und Zufriedenheit in meinem Leben gekommen bin. Besonders schön finde ich in diesem Zusammenhang die Aussage von Henry Miller über dieses Buch, wenn ich auch nicht unbedingt bestätigen mag, dass C.G. Jung langweilig ist, aber Sidharta beschreibt es wunderbar: »Für mich bleibt Hesses Siddhartha eines der einfachsten, schönsten und tiefsten Bücher, die ich je gelesen habe. C. G. Jung langweilt mich zuweilen unsäglich – aber das tun ja die meisten Psychologen –, während Hesse es schafft, uns ZEN zu vermitteln, ohne das Wort überhaupt je zu erwähnen.«

Inhaltsangabe von amazon.de:

Hermann Hesses Auseinandersetzung mit der indischen Philosophie und Religion spiegelt sich im Siddhartha wider. Die stark stilisierte Geschichte eines indischen Brahmanensohns trägt autobiografische Züge, was u. a. in der Ablehnung dogmatischer Lehren deutlich wird.

Inhalt: Die Erzählung schildert den Weg Siddharthas, der zusammen mit seinem Freund Govinda sein Elternhaus und seine Heimat auf der Suche nach Erkenntnis verlässt. Bei den besitzlos lebenden Samanas hoffen sie, diese als asketische Büßer in der Überwindung des Ich und durch die Verachtung der irdischen Welt zu finden. Doch vergeblich, und so führt der Weg die beiden Freunde weiter zu Gautama Buddha, dem Erhabenen. Während Govinda zum Jünger Buddhas wird, findet Siddharta keine Erfüllung in dessen Lehre. Durch ein ausschweifendes weltliches Leben hofft er seinem Ziel näher zu kommen. Die Kurtisane Kamala führt ihn in die Liebeskunst ein, der reiche Kaufmann Kamaswami verhilft ihm zu Geld und Macht. Nach Jahren fühlt sich Siddhartha leer und lebensmüde. Er verlässt Kamala und sucht Ruhe beim Fährmann Vasudeva. Siddhartha lernt von den Stimmen des Flusses das Geheimnis des ewigen Wandels begreifen und erkennt die Einheit, die aus der Vielfalt erwächst. Bei einer letzten Begegnung mit seinem Freund Siddhartha sieht Govinda in das Gesicht eines Heiligen, der wie Buddha die Vollendung erlangt hat.

Aufbau: Die Erzählung gliedert sich in zwei Teile und beschreibt chronologisch Siddharthas zweistufigen Läuterungsprozess. Erst als er die Phasen der Suche und Verzweiflung überwunden hat, gelangt er zu jener Weisheit, die über allen Dogmen und Lehren steht.

Wirkung: Siddhartha gilt als meistgelesenes Werk des 20. Jahrhunderts und wurde bis heute weltweit in einer zweistelligen Millionenauflage gedruckt. Das Werk wurde besonders in den 1960er Jahren zum Kultbuch der von der fernöstlichen Kultur und Religion inspirierten jungen Generation.

Passend zum Zen-Thema des Romans kann man sich in diesem Foto ganz wunderbar verlieren:

26. Mai 2010

Tag 2: Das Buch, das Du als nächstes lesen wirst

Normalerweise entscheide ich immer relativ spontan, welches Buch ich als nächstes lesen werde. Denn ich habe immer ganz verschiedene Stimmungen für Bücher: machmal muss es der Schmöker sein, in dem man für Wochen in einer anderen Zeit verschwindet, manchmal der, der einen motiviert, der einem das Gefühl gibt als Frau alles schaffen zu können oder manchmal auch ein gutes Sachbuch, das mich in meiner Arbeit weiterbringt oder mein Interesse zu einem bestimmten Thema geweckt hat.

Eine liebe Freundin hat mir aber vor kurzem "Anybody out there" von Marian Keyes mit warmen Worten empfohlen und geliehen, so dass ich mich wohl diesem zuwenden werde. Von der Stimmung her passt es irgendwie auch gerade, denn manchmal brauche ich einfach den guten, simplen Frauenroman - damit es dann aber nicht gar zu langweilig wird, lese ich die dann wenigstens im Original auf Englisch.

Inhaltsangabe:

So tantalizing is the mystery behind Anna Walsh's multiple debilitating and disfiguring injuries, it would be criminal to explain why the self-proclaimed owner of the "Best Job in the World" (PR maven for Candy Grrrl cosmetics) has left her trendy New York life to recuperate in the "good front room" of her parents' Dublin cottage, since Keyes herself strings readers along until the end of part 1 before revealing the cause of Anna's broken bones and broken heart. Suffice it to say that readers will be as devastated as Anna is to learn what awaits her when she returns to America and begins the agonizing process of rebuilding her shattered life. Hardly sounds like the stuff of raucous humor, now does it? And yet Keyes' latest madcap escapade starring one of the five wacky Walsh sisters teems with moments of joyous hilarity and laugh-out-loud humor. Anna is the kind of gal every woman would want as her best friend, sister, or daughter. Plucky doesn't begin to describe her approach to life, and her journey of self-discovery can stand as a provocative lesson in how to cope with demoralizing crises. Keyes fans will embrace this as her best yet, and first-time Keyes readers will want to read everything she's written. Carol Haggas
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Da ich schon einige Romane von Marian Keyes gelesen habe und ihren spritzigen Humor und die Leichtigkeit mit der sie das ganz normale, machmal tragische, manchmal komische, manchmal melodramtische Leben beschreibt, sehr gerne mag, freue ich mich bereits jetzt auf dieses Buch. Und meistens liegt bei Marian Keyes ja auch immer Liebe in der Luft, was für mich momentan einfach wunderbar durch den Duft von Flieder in der Luft ausgedrückt wird:



Könnt Ihr sie riechen? ... die Liebe... ?

25. Mai 2010

Tag 1: Das Buch, das Du im Moment liest

Meinen 31 Tage währenden Ausflug in die Welt der Bücher starte ich heute mit meinem derzeitigen Schmöker "Das Spiel der Könige" von Rebecca Gablé.

Inhaltsangabe:

1997 gelang der Autorin der große Durchbruch mit Das Lächeln der Fortuna, 2005 folgte Die Hüter der Rose und nun mit Das Spiel der Könige der fulminante dritte Streich. In England tobt der legendäre "Rosenkrieg" (1455-85) zwischen den beiden Adelshäusern Lancaster und York. Der glänzende Abschluss einer ehrgeizigen Trilogie!

Es sollte ein langer und blutiger Weg werden, ehe endlich Edward IV. die Krone erlangt - aber auch damit sind die Kämpfe und Intrigen noch nicht beendet... Julian of Waringham und seine Schwester Blanche, beide Außenseiter in ihrer Familie, schlagen sich durch ein England, das zwischen Chaos und Krieg zerrieben wird. Dabei steht Julian, der zum Earl of Waringham wird und sich zunächst auf die Seite des Hauses York schlägt, beispielhaft für die wechselnden Allianzen und Bündnisse dieser Zeit. Julian und Blanche müssen sich am Schluss gegen die Yorkisten zur Wehr setzen, und dann ist da noch dieser Junge in Wales, der die Karten im unerbitterlichen Machtkampf noch einmal völlig neu mischen könnte. Dabei hält sich Gablé weitgehend an das historische Personal, fügt ihm aber mit Julian of Waringham eine fiktive Hauptfigur hinzu. Da die historischen Figuren konsequent die Namen ihrer Väter/Mütter übernahmen, erdachte sich die Autoren klugerweise Spitznamen, um diese unterscheidbar zu machen.

"Das Spiel der Könige" - so wird gemeinhin das Schachspiel genannt. Und auch wenn wir es bei dem Rosenkrieg nicht mit einem nüchternen Strategieplan zu tun haben (auch Eifersucht, Jähzorn, Leidenschaft und Vergebung lernen wir kennen) - der Krieg der Könige macht England über 30 Jahre zu einem Schlachtfeld, auf dem Könige und Königinnen eine entscheidende Rolle spielten und Fußvolk, Bauern und Läufer gerne geopfert werden.

Bleibt die Frage, was eigentlich Rebecca Gablé von anderen Autoren unterscheidet, die sich zwar ähnlich erfolgreich, aber doch viel weniger überzeugend auf dem Markt der historischen Romane bemühen? Vielleicht ist es der fachliche Hintergrund der studierten Anglistin, Germanistin und Mediävistin. Vielleicht ist es auch die fundierte historische Recherche oder die sorgfältige Übersetzung mittelalterlicher Sprache für das Sujet Roman. Ganz sicherlich aber gehört auch ein besonderes Talent dazu, ein solch umfangreiches historisches Opus durchzukomponieren, einen kühn konstruierten Spannungsbogen durchzuhalten und am Ende wieder die richtige Mischung aus mittelalterlichem Drama, Abenteuer, Machtkämpfen, großen Gefühlen und einer Menge Ironie zu finden. Darüber hinaus ist Das Spiel der Könige ein prächtig ausgestatteter Schmöker von fast 1.200 Seiten. Da finden sich schon auf dem Vor- und Nachsatzpapier Karten der Handlungsorte, dazu doppelseitige Stammbäume der Häuser York, Lancaster/Tudor und Nevilles. -- Henrik Flor, Literaturtest --

Ich habe ein Faible für historische Romane, insbesondere, wenn sie sich so nah an das historische Geschehen halten wie Rebecca Gablé das in ihren Romanen tut. Ich liebe es in diesen völlig fernen Zeiten zu versinken, grusele mich von den Schlacht- und Folterszenen und schmelze bei den Liebesszenen dahin. Aber ich bilde mir auch ein, dass ich auf diesem Wege ein bißchen mehr über Geschichte erfahre als es mein gruseliger Geschichtsunterricht in der Schule mir nahe bringen konnte. So habe ich mich schon durch diverse Epochen des Mittelalters, der Antike und und und gelesen, habe mir Meinungen zu Religion und Gleichberechtigung gebildet und Zusammenhänge in der Geschichte verschiedener Länder und verschiedener Kunstarten erst über historische Romane verstanden.

Dieser 3. Roman aus der Waringham-Trilogie gefällt mir nicht so gut wie die ersten beiden, denn irgendwie zieht er sich ein bißchen. Anders als bei den ersten beiden Romanen kann ich diesen noch aus der Hand legen und es fehlt mir bisher noch das richtige Verständnis für die Hauptfigur, die diesmal nicht so lebensecht auf mich wirkt. Aber dies erlebe ich oft bei Fortsetzungen - irgendann scheint die Luft raus zu sein und die Autorin würde sich meines Erachtens einen Gefallen damit tun, wenn sie es bei dieser Trilogie beließe. Aber nichtsdestotrotz lese ich dieses Buch gerne und bin gespannt, wie es sich weiter entwickelt zwischen den Lancastrianern und den Yorkisten!




24. Mai 2010

31 Tage – 31 Bücher

Von Ms GoingtoMoon übernehme ich heute mal freiwillig dieses Stöckchen, denn eine meiner großen Leidenschaften in diesem Leben sind Bücher. Ich liebe Bücher, ich liebe es, in ihren Geschichten zu versinken, ich liebe es, ein neues Buch aufzuschlagen, den Geruch der neuen Buchseiten - ja sogar den Geruch von Büchern in einem Buchladen. Irgendwann in diesem Leben mache ich vielleicht noch mal meinen eigenen kleinen Buchladen auf, denn ich kann mir kaum etwas schöneres vorstellen als mich den ganzen Tag mit ihnen zu beschäftigen. Naja, fotografieren vielleicht... aber das passt jetzt ausnahmsweise mal nicht in diesen Post....

In den näcshten 31 Tagen möchte ich mich auf jeden Fall ausgiebieger mit Büchern beschäftigen und stelle nach dem folgenden Schema hier immer ein Buch vor:

Day 1 : The book that you are reading at the moment
Day 2: The book you will read next
Day 3: Your favorite book
Day 4: The book you hate most
Day 5 : A book that you can read again and again
Day 6: A book that you can read only once
Day 7: A book that reminds you of someone
Day 8: A book that reminds you of a certain place
Day 9: The first book you have ever read
Day 10: A book written by your favorite author
Day 11: A book that you once loved, but now hate
Day 12: A book that a friend recommended you
Day 13: A book at that you can laugh
Day 14: A book from your childhood
Day 15: The fourth book on the left in your shelf
Day 16: The ninth book on the right in your shelf
Day 17: Close your eyes and take any book out of the shelf
Day 18: The book with the nicest cover
Day 19: A book that you’ve always wanted to read
Day 20: The best book you read at school
Day 21: The most awful book you read at school
Day 22: The book with the most pages in your shelf
Day 23: The book with the least pages in your shelf
Day 24: A book that nobody thought you would read
Day 25: A book with a main character similar to you
Day 26: A book that you will read to your kids
Day 27: A book with a main character who is your “idol”
Day 28: Fortunately, this book was turned into a film
Day 29: Why was this book turned into a film?
Day 30: The book that you are reading at the moment
Day 31: The book that you will read next

Ab morgen geht's los! Ich hoffe, meine geneigten Leser haben Lust, mich auf meinem Ausflug in meine Bücherwelt zu begleiten?!

Und nach dem Grundsatz 'Kein Post ohne Foto' folgt hier noch ein Bild mit den besten Wünschen für ein schönes Restpfingsten!

21. Mai 2010

Alles neu macht der Mai...

Während meiner krankheitsbedingten Auszeit war und bin ich nicht zu viel in der Lage, aber man hat endlich Zeit die Dinge am Computer zu tun, die man schon lange vor sich herschiebt.
Ich fühle mich auch noch ein bißchen komisch bei der Entscheidung, aber ich bin eben ein Gewohnheitstier und dieser Blog hier hat mir nun fast 2 1/2 Jahre gute Dienste geleistet, da fällt der Abschied schwer!
Es geht also ab jetzt in einem großen gemeinsamen Blog weiter, wo ich über mein Leben in all' seinen Facetten schreibe: genussvoll leben, leidenschaftlich fotografieren, empathisch trainieren und coachen, langsam laufen und meer..... KLICK!
Ich freue mich über jeden, der mir zu meinem neuen Internet-Zuhause folgt und über viele weitere anregende Kommentare dort!
Bei uns im Norden sagt man Tschühüss!

19. Mai 2010

KZH - krank zu hause

Einmal im Jahr komme ich in den Genuss mich wieder zu fühlen wie als Jugendliche auf Jugendfreizeit, denn einmal im Jahr trifft sich mein Herzblatt mit seinen ehemaligen Kommilitonen plus mittlerweile all dem vorhandenen Anhang (wir sind mittlerweile die einzigen OHNE Kinder), um in alten Zeiten zu schwelgen, am Lagerfeuer zu sitzen, zu grillen und zu später Stunde sogar aus der Mundorgel von Gitarre begleitet Liedchen zu trällern. In diesem Jahr hatten wir das Glück, dass das Treffen ganz in unserer Nähe in Dithmarschen stattfand (mittlerweile sind die Kommilitonen natürlich quer durch Deutschland teilweise sogar weltweit verteilt). Der negative Part war natürlich das kühle Wetter und der steife Wind, der uns begleitete und mich derart auskühlte, dass ich jetzt - drei Tage später - mit einer ordentlichen Erkältung im Bett liege, all' meine Glieder schmerzen und ich mich einfach besch... fühle.
Bevor es mich aber gestern abend so richtig lang legte, konnte ich noch einen interessanten Lauf absolvieren, der mich zunächst etwas in die Irre führte, mir dann aber doch den Weg rund um ein Wildgehege zu einem schönen Erlebnis machte. So wurden es zwar 6,2 km, die ich nicht geplant hatte, aber auch in einer Zeit, die ich nicht geplant hatte, da ich mich laufend orientieren musste....


13. Mai 2010

Armes Deutschland

Auf meiner ruhigen "Muskel-weich-schüttel-und-langsam-mal-wieder-in-Bewegung-komm"-Runde heute hatte ich die eine oder andere Begegnung der dritten Art zu verzeichnen, denn welche Frau ist eigentlich auch so dumm mittags am Vatertag (bzw. neudeutsch Männertag) durch die Gegend zu rennen? Ja! Ich! Leider!
Natürlich traf ich Horden von besoffenen männlichen Subjekten (ich wage es nicht, diese als Männer zu bezeichnen, denn das wäre Verunglimpfung der 'wirklichen' Männer), die mir die herrlichsten Sprüche entgegenriefen:
"Ey Schlampe, mach' ma' Deine Musik aus! Komm rüber! Unsere hier is' viel geiler!"
Hmmm... welche Frau das als Anmache versteht, frag' ich mich... Mich inspirierte es nur dazu, meine Musik noch LAUTER zu machen!
oder:
"Schneller, schneller, schneller!"  - grundsätzlich nicht spannedn, wohl aber, wenn diese Worte aus dem Munde eines völlig besoffenen ca. 16-jährigen mit Körpergröße 1,65m und einem Körpergewicht von geschätzten 130kg kommen.... Meine reguläre Erwiderung, dass man sich mir ja für die nächsten 5 km anschließen könne und dann würde man ja sehen, ersparte ich mir hier lieber!
Dass einer der Umherziehenden dann erstmal direkt vor den schleswig-holsteinischen Landtag kotzte, kann ich aus politischen Gefühlen heraus durchaus nachvollziehen, wäre aber lieber nicht Zeuge davon geworden....

Gut getan hat dieser Lauf meinem Körper aber auf jeden Fall, denn ich habe doch ganz schön gespürt, dass ich mich nach dem Lauf am letzten Samstag nicht dehnen konnte und in der letzten Woche ja nun auch einige Kilometer im Auto gesessen habe. Mein Rücken schmerzte, gestern abend tat mir das ganze rechte Bein weh und alles war einfach irgendwie unangenehm steif. Die Durchblutung anzuregen und vor allem nach dem Lauf heute ausgiebig zu dehnen, war einfach nur wunderbar! Da vergisst man auch schnell die Besoffskis...

Das Foto zum heutigen Post kommt von einer Foto-Session, die ich letzte Woche mit meiner lieben Freundin Ilka in Bremen machen konnte, denn sie erwartet Zwillinge, was ich natürlich im Bild festhalten musste. Wer mehr sehen und lesen will, klickt einfach auf das Bild:

12. Mai 2010

Eine von 15.542

Die Vorbereitungen für meine Teilnahme am diesjährigen AVON-Frauenlauf in Berlin liefen aufgrund der plötzlichen Krebserkrankung meiner Mutter natürlich alles andere als optimal. Auf einmal hatte ich mich auf ganz andere Art und Weise mit dem Thema Brustkrebs auseinanderzusetzen als ich das mit der bloßen Teilnahme an diesem Lauf und dem guten Gedanken dahinter vor hatte. So machte ich vor meiner Abfahrt nach Berlin auch noch einen Abstecher nach Bremen, um meine Mutter zu besuchen und ihr vor dem Start der Chemotherapie ein bißchen zur Seite zu stehen.
Am Freitag in Berlin angekommen, ging der Stres dann los: Baby-Besuch bei einer langjährigen Freundin, deren im Januar geschlüpfte Tochter ich noch nicht bewundert hatte, Eintreffen bei meiner Übernachtungsstätte (komisches Gefühl, da bei meinen ehemaligen Nachbarn, die immer noch in der Wohnung unter unserer ehemaligen wohnen), Abflug zum Konzert von Alicia Keys in der O2-World. Alicia, you were great!
Am Samstag ging dann um 10 Uhr der Marathon durch die Berliner Brautmodengeschäfte los, von denen ich mir etwas mehr Raffinesse, Stil und Chic als hier oben in unserer schleswig-holsteinischen Provinz erhofft hatte. Wir turnten durch 3 Läden, wobei ich mein Kleid dann eher zufällig in einer kleinen Boutique in den Heckmann-Höfen gefunden habe. Ich hatte mich direkt verliebt, aber wir hatten noch einen Termin in einem Brautladen, wo ich in Taft- und Tüll-Ungetüme gesteckt wurde, die teilweise auch wirklich toll aussahen. Aber wenn ich mich im Spiegel sah, schaute mir da nicht Jasmin entgegen, sondern eine Frau, die ich nicht kannte - und das will ich an meinem Hochzeitstag nicht sein! Also, beim mittäglichen Pasta-Essen (Carbo-Load vor dem Lauf) noch schnell in der Boutique angerufen, Änderungen bestätigt, die gemacht werden sollten und Abholung für den Abend vereinbart.
Um 15.30 Uhr taperten wir dann frisch in Laufklamotten umgezogen und fertig ausgestattet mit Chip, Musik, Startnummer etc. los, so dass wir passend gegen 15.50 Uhr im Startbereich Aufstellung nehmen konnten, schon ein bißchen warmgegangen waren und gut. Das Wetter war zwar trocken, aber für Mai (wie wohl derzeit überall in D) einfach viel zu kalt. Für mich zum Laufen eigentlich perfekt, aber wenn man da so steht, wird es echt schnell frisch. Ich hatte mir ja trotz meines unregelmäßigen Trainings den Virtual Partner in meinem Forerunner auf 35 Minuten programmiert und meine Freundin wollte sich an mich ranhängen, weil sie ohne wirkliches Training aufgrund einer Fußverletzung über den Winter einfach nur unter 40 Minuten bleiben wollte. Von meiner Einstellung her, sah ich den Lauf also nur als einen ganz normalen Samstag-Nachmittag-Lauf an. Meine Aufregung hielt sich dementsprechend auch echt in Grenzen.
 Vorher
Als der Startschuss fiel, dauetere es natürlich auch erst wieder ewig bis sich der Tross so in Bewegung setzte. Auf der Straße des 17. Juni lief es sich dann auch noch ganz gut, aber sobald wir in den Tiergarten eingebogen waren, wurde ich zum Haken schlagenden Hasen. Entweder sprangen von hinten wild gewordene Mädchen direkt vor meine Füße oder bereits nach 800m fand ich mich hinter walkenden Damen wieder... Ich konnte nicht umhin, der einen oder anderen zuzuraunen, dass der Walking-Wettbewerb schon um 14.00 Uhr war..... ich hatte ja nun wirklich auch nicht vor, Rekorde aufzustellen, aber wenn ich mich für einen 5km-Lauf MIT Zeitmessung anmelde, kann man doch wohl erwarten, dass man nicht bereits nach 800m geht, oder? Der selbe Lauf startete 20 min später ja auch nochmal OHNE Zeitmessung, dann würd' ich doch da mitmachen.... ich versteh' das nicht!

Der Kurs war im Tiergarten teilweise echt sehr eng, so dass man über Wiesen laufen, Ellenbogen in Kurven einsetzen musste. Alles in allem hat es mich genervt und ich konnte natürlich in überhaupt keinen vernünftigen Rhythmus finden, was dann auch zu Seitenstichen ab km 4 führte. Bis dahin hatte ich ganz gut in der Zeit gelegen und meine Freundin und ich hatten immer irgendwie Laufkontakt. Der 1. Kilometer lief in 7:05min, der 2. in 6:56min, der 3. in 7:04 min - also alles im Plan! Doch dann musste ich ein bißchen langsamer machen und meine Freundin, die vorher noch groß rumgemault hatte, flitzte davon. Klar, sie sollte laufen! Aber ich sah mein Ziel schwinden, denn der 4. Kilometer zog sich in 7:11 lange Minuten. Aber mein Virtual Partner zeigte fröhlich den Rückstand an und ich dachte, dass ich auf dem letzten Kilometer ja vielleicht noch was würde reißen können.Das ging dann auch, die letzten 200m im Endspurt sogar in 5:20er Pace, so dass ich den letzten Kilometer in 6:22 min abriss! Halleluja! Ich hörte die Englein singen als ich im Ziel bei 34:42 min die Stop-Taste drückte! Mein Ergebnis wurde dann mit 34:40 min angegeben!
Die untrainierte Freundin schaffte es in 33:15 min... aber egal - ich habe mein Ziel erreicht und damit bin ich aufgrund des fehlenden Trainings mehr als zufrieden!
 Nachher
Für eine Massage war leider keine Zeit, denn nachdem wir unsere AVON-Goodie-Bags abgeholt, etwas getrunken und Fotos gemacht hatten, spurtete ich im wahrsten Sinne des Wortes weiter zurück nach Hause - 2km lockeres Auslaufen sozusagen, denn ich musste gegen 18 Uhr mein Brautkleid abholen....
Das hat auch alles wunderbar geklappt!
Abends dann noch Besuch auf einer Geburtstagsparty, wo meine Freundin und ich völlig matschig und groggy in der Ecke saßen und ich schließlich drei Kreuze machte als ich um 1:45 Uhr meine geschundenen Glieder von mir strecken konnte.

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