Direkt zum Hauptbereich

Langsam, aber stetig

Ich haderte mit mir, ob ich überhaupt heute laufen sollte. Denn am Donnerstag nachmittag hatte ich einen Termin zur Hepatitis-Impfung, um mich für die anstehende Ägypten-Reise vorzubereiten. Beim Blick in mein Impfbuch stellte ich fest, dass Diphterie, Polio und Tetanus ebenfalls wieder fällig waren. So erhielt ich also am Donnerstag in jeden Oberarm eine Spritze, die sich dann seit gestern anfühlten als hätte ich zuviele Gewichte gestemmt. Besonders vor den Nachwirkungen der Hepatitis-Impfung wurde ich gewarnt, denn der Körper muss hier wohl wirklich ordentlich was leisten, um die Antikörper aufzubauen. Aber laufen soll die Abwehrkräfte ja auch stärken also entschied ich mich dafür. Lediglich die Yoga-Stunde heute ließ ich sausen, denn ich sollte meine Arme definitv nicht belasten.
Insgesamt spürte ich, dass mein Körper nicht so ganz auf der Höhe ist, aber ich lief meine Runde bis zum Kanzleramt - langsam, aber stetig. Nach 2,5 km fühlte ich wieder das Läuferkoma kommen, konnte diesen Zustand aber nicht so ganz aufrecht erhalten wie am Donnerstag. Lag vielleicht aber auch daran, dass meine Blase ordentlich drückte, was dazu führte, dass ich nach gut 3 km mal eben in den Büschen des nahe gelegenen Tiergartens verschwinden musste... Hach, danach ging es schon besser! Als ich aber am Kanzleramt die Spreeseite wechselte, um auf der anderen Seite wieder zurück zu laufen, kam der Wind direkt von vorne - nicht so toll! Aber mit dem Mantra 'Wie ein Messer durch weiche Butter' im Kopf, motivierte ich mich und lief -langsam, aber stetig - zurück bis zu meiner Start-Parkbank.
7,95 km @ 7:39 min/km in 1:00:52.
Heute wurde auch ordentlich gedehnt und nach der anschließenden Dusche fühlte ich mich einfach nur großartig - und hungrig! Also wurde erstmal Mittag gekocht (Spinatpfanne mit Schafskäse und Garnelen). Auch mein kranker Schatz, der seit zwei Tagen mit Grippe das Bett hütet, wurde hiermit versorgt und dann gab es kein Halten mehr - ich fiel ins Koma! Ins Läuferkoma - aber auf andere Art diesmal! Denn ich war so müde wie schon lange nicht mehr. 1,5 Stunden verbrachte ich in den süßesten Träumen - mein Körper brauchte diese Erholungspause dann wohl einfach.
Aber jetzt bin ich wieder auf der Höhe, genieße den Abend alleine auf meiner Matratze (ich bin ins Wohnzimmer gezogen, um mich nicht anzustecken) mit einem Film, Rotwein und Käse, herrlich! Ach, wie schön kann das Leben sein!

Kommentare

  1. "Messer durch weiche Butter", das ist klasse! Muss ich mir merken.
    Auch Rotwein und Kaese hoert sich gut an.

    AntwortenLöschen
  2. Toi, toi, toi das Du Dich nicht ansteckst - wo es gerade so schön läuft ...

    AntwortenLöschen
  3. Ich hatte gestern auch beide Arten von Läuferkoma. Erst, weil ich beim langen Lauf wirkich an meine Grenzen gegangem bin. Und dann, wei ich erst um 20.30 Uhr zu Hause war und nach warmer Dusche, Beinmassage mit Arnika und Essen dann auch mal wieder die nötige Bettschwere hatte. Läufer haben schönere Träume ;-)

    AntwortenLöschen
  4. Hört sich lecker an.
    Pass auf das Du dich nicht ansteckst. Zur Zeit läuft es gerade wieder so schön bei Dir.
    Weiter so mit deinem "Läuferkoma" !

    AntwortenLöschen
  5. Was für ein herrliches Foto, genau meine Richtung und dann noch die Spinatpfanne mit Schafskäse und Garnelen, auch genau meinen Geschmack getroffen, dann noch ein Läufchen nach deinem Geschmack - alles gut.

    Der einzige Wehrmutstropfe - der kranke Mann im Bett,

    aber das wird auch wieder !

    Lebe dein Leben !

    AntwortenLöschen
  6. oh wie lecker. ein schöner Ausklang eines Abends!
    Tolles Foto, so sommerlich.

    mandy

    AntwortenLöschen
  7. @Kerstin: Ja, das hilft mir immer, wenn ich gegen den Wind rennen muss - wird sicher in Kiel noch häufiger zum Einsatz kommen müssen...

    @Pienznäschen: Danke, ich glaub' Echinacin und ich schaffen es ;)

    @Erleberin: Ohja, das Gefühl kenn' ich auch - diese angenehme Schwere im ganzen Körper.

    @Gerd: War's auch... yummy!

    @Margitta: Ja, der Kranke im Bett war wirklich blöd - vor allem wo wir uns im Moment immer nur am Wochenende sehen können. Und dann waren diesmal keine Kuscheleinheiten drin... :(
    Da mussten mich Leckereien trösten!

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Sonnenstrahl

Das letzte Wochenende war irgendwie der Höhepunkt einiger Wochen, die mich immer tiefer in einen Sog von Dunkelheit, Traurigkeit und Melancholie haben stürzen lassen. Ich haderte mit allem: meinem Leben als Ganzen, meinen Entscheidungen, die ich getroffen hatte, meiner Unfähigkeit, Dinge in die Richtung zu beeinflussen, wie ich es gerne wollte, meinem Wohnort, meinem Bankkonto usw. usw. Vielleicht waren traurige Nachrichten des letzten Jahres noch nicht so richtig verarbeitet, Trauer um eigentlich unbekannte, aber trotzdem lieb gewordene Menschen noch nicht verdaut... Ich weiß es nicht, es war einfach alles zu viel. Zu viel Erwartungen, die andere, aber vor allem ich selbst an mich und mein Leben stellen, zu viel Druck, zu viel Unmut, zu viel negatives Denken, zu viel stark sein müssen oder wollen für andere. Gestern konnte ich dann einfach nicht mehr! Ich kotzte mich selber an wie ich da saß in meinem Unglück, meine schlechte Laune an allem ausließ, was um mich rum war und darauf wart...

1. Läufergeburtstag

Genau ein Jahr ist es heute her, dass ich mich das erste Mal nach draußen gewagt habe und meine Lauf-/Gehversuche absolviert habe! (siehe hier ) D.h. ich feiere heute meinen 1. Läufergeburtstag!!! Wenn mir vor einem Jahr jemand erzählt hätte, dass ich mich sogar auf ein Laufband begeben würde, um meine Kilomterchen abzureißen, wenn die Wetterbedingungen es draußen eher schlecht zulassen, hätte ich demjenigen ganz sicher den Vogel gezeigt. Aber so sieht man eben mal wieder, dass man eben doch alles schaffen KANN, wenn man denn nur WILL! Das ist so eine ganz große Erkenntnis, die ich aus diesem Jahr für mich ziehen konnte. Viele Menschen sagen immer "ach, das und das ist zu schwer für mich, das kann ich nicht...". Solche Ausflüchte erlaube ich mir und anderen nicht mehr. Nicht können, ist keine Entschuldigung mehr. Wenn jemand zu mir sagt, dass er das und das nicht will, dann kann und muss ich das akzeptieren. Aber nicht KÖNNEN ist häufig nur eine Ausflucht, um sich eben dem, w...

Autsch in Variationen

Die erste Autsch-Variation, die ich heute hier besprechen möchte, spielt sich in allen Körperregionen ab. Insbesondere wird sie aber bemerkbar am Morgen kurz nach dem Aufwachen bevorzugt in Körperregionen, die ansonsten eher selten genutzt bzw. derart überreizt werden. Im Allgemeinen spricht man von dieser Erscheinungsform des Autsch wohl von Muskelkater, die mir aber am Wochenende nach Benutzung verschiedenster Malerrollen, Pinseln, Leitern etc. als Betrachtungsweise eher schwerfiel. Leiterauf, Leiterab, Malerrolle über den Kopf schwingen, rechts schwingen, links schwingen - im Grunde ist es nichts anderes als eine besondere Form des Aerobics und Krafttrainings. Schweiß ist bei den unsagbar schönen Temperaturen draußen dann drinnen natürlich auch geflossen, wieviele Streichkilometer ich zurückgelegt habe, kann ich allerdings nicht ermessen, lediglich von 3 1/2 fertigen Zimmern kann ich berichten. Der halbe Flur fehlt noch und die Küche wird erst tapeziert und gestrichen, wenn der Flie...