Direkt zum Hauptbereich

Tag 7: Ein Buch, das Dich an jemanden erinnert

Das Buch 'Die Teerose' erinnert mich an meine liebe Freundin Ilka, die fast den gleichen Büchergeschmack hat wie ich - oder ich wie sie... wie man's nimmt...

Geschichten aus anderen Zeiten mit den gesellschaftlichen Zwängen iher Zeit trotzenden Frauen gefallen uns beiden. Vielleicht auch deshalb, weil das Thema 'Selbstverständnis' auch für uns beide ein immerwährendes privates Thema ist - auch wenn sicher viele Menschen um uns herum sagen und denken, dass wir damit doch überhaupt keine Probleme zu haben brauchen. Tja, das eine, wie es nach außen scheint und ja auch in guten Zeiten ist, das andere, wie es in einem drinnen aussieht.

Ilka hat es außerdem wie die Hauptfigur in 'Die Teerose' geschafft, sich über viele Hindernisse auf ihrem Weg hinweg zu setzen. Sie ist ihren Weg  - natürlich oft mit Zweifeln beladen - aber doch der inneren Stimme, dem inneren Gefühl folgend gegangen. Und dafür bewundere ich sie!

Inhaltsangabe von amazon.de:

Die Teerose ist ein überaus packender Roman über eine mutige und talentierte junge Frau im ausgehenden 19. Jahrhundert, die sich über alle Hindernisse hinweg ihren Lebenstraum erfüllt.

London 1888. Die ehrgeizige und begabte Fiona arbeitet als Teepackerin in den Londoner Docks. Ihre Familie lebt in großer Armut und das soziale Elend der Arbeiterschaft droht sie zu erdrücken. Währenddessen schmiedet Fiona mit ihrer großen Liebe Joe Pläne für ein eigenes Geschäft. Doch unter den Arbeitern brechen Aufstände aus, und als ihr geliebter Vater unter ungeklärten Umständen ums Leben kommt, verliert die Familie die Existenzgrundlage. Fiona steht vor einem Scherbenhaufen und all ihre Hoffnungen sind zerstört. Sie ist gezwungen, London, ihr bisheriges Leben und auch ihren Verlobten Joe zu verlassen. Das Ziel ist New York, wo ihr Onkel einen Lebensmittelladen betreibt. Hier hofft sie, sich eine neue Existenz aufzubauen und den sozialen Aufstieg doch noch zu erreichen. In New York angekommen, erlebt sie einige Überraschungen, bringt es aber mit ihrem Geschick und ihrem Gespür fürs Geschäft sehr weit. Doch auch in der Ferne lässt sie die Vergangenheit nicht los, sie hat noch eine Rechnung mit dem Mörder ihres Vaters zu begleichen. Und auch die Liebe zu Joe treibt sie nach London zurück.

Mit ihrem ersten Roman ist der amerikanischen Autorin ein kleines Meisterstück gelungen. Jahrelang hat sie über London und New York und den Teehandel dieser Zeit recherchiert. Das Ergebnis lässt sich wirklich sehen, denn der Leser wird mit gekonnter Hand in den Bann des Schicksals der jungen Irin gezogen. Sehr authentisch erleben wir die Zustände in den armen Gegenden Londons und New Yorks, und in Fiona eine Kämpfernatur, die sich mutig und mit viel Geschick ihren Weg nach oben erstreitet. Immer wieder begegnen wir bekannten Persönlichkeiten, den kulturellen, industriellen, aber auch kriminellen Köpfen dieser Zeit. Gefühlvoll, flüssig und mit fundiertem Wissen geschrieben, ist dieses Buch fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. --Harriet v. Stauffenberg

Die Geschichte über den Teehandel hat mich insbesondere deshalb auch sehr interessiert, weil ich ausgenommene Teetrinkerin bin. Hierzu passend und abschließend folgendes Bild von einer netten Earl Grey-Teestunde im letzten Sommer in Flensburg (der Apfelweinkuchen war auch nicht zu verachten...):


Kommentare

  1. Hallo, also erstmal schön, dass das Bücher-"Stöckchen" von mir weiter getragen wurde! Es freut doch immer wieder zu sehen, wenn der eigene Blog auch gelesen wird. Zum zweiten klingt das oben vorgestellte Buch wirklich interessant. Ich glaube, ich werde es mal auf meine Leseliste aufnehmen. Das gibt's bestimmt auch im Original...

    AntwortenLöschen
  2. @Ms_GoingtoMoon: Da ich so eine Leseratte bin, trage ich dieses Stöckchen gerne weiter! Und wenn ich auch wenig bis gar nicht kommentiere, bin ich doch eine fleißige Leserin deines Blogs... ;-)
    'Die Teerose' war echt toll! Heißt im Original auch 'The Tea Rose'.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen

Beliebte Posts aus diesem Blog

Sind Sie in einem geschlossenen Raum?

Dass mein Garmin mir diese Frage heute draußen während der ersten 15 Minuten gleich zweimal stellte, gibt wohl einen ziemlich guten Aufschluss über die Wettersituation auf meinem Lauf heute. Zwar kein Nebel wie man ihn derzeit bei den verschiedensten Wintersport-Übertragungen im Fernsehen immer sieht. Beim Biathlon heute habe ich mich wirklich gefragt, wieso man das sendet? Zu sehen war : Watte mit Kommentar! Naja, hier hing die Wolkendecke nur so grau und tief, dass sie einem auf den Kopf zu fallen drohte. Aber darunter wenigstens weiter klare Sicht bis nach Laboe. Hatte was unwirkliches. Und der Garmin tat sich also schwer, Kontakt nach oben aufzunehmen. Aber versteht mich nicht falsch. Ich mag den Winter und das Wetter so! Und ich mag auch das Laufen bei diesem Wetter. Bin außerdem erstaunt darüber, dass meine Kondition nicht so stark abgebaut hat wie befürchtet. Ich war im November das letzte Mal laufen, vorher unregelmäßig und habe mich eher schwer getan. Jetzt bin ich tatsächlic...

C25k - Edition 4.6

 Nicht nachdenken müssen - dass das ein gutes Gefühl ist, hätte ich mir auch nicht träumen lassen. Natürlich bin ich in den letzten Jahren gelaufen. Mehr oder weniger regelmäßig. Aber es so viel passiert, seit ich hier zuletzt geschrieben habe... So vieles, das ich hier auch gar nicht ausbreiten möchte, vieles, das dazu geführt hat, dass meine Prioritäten sich verschoben haben in eine nicht gute und insgesamt ungesunde Richtung. Im Oktober habe ich Geburtstag und dieser Geburtstag markiert die Tatsache, dass ich nun echt auf die 50 zugehe. Denn mit 46 verlässt man die Mitte und bewegt sich auf den nächsten Zehner zu, oder? Ich weiß nicht, wie das passiert ist, aber so wie es passiert ist, kann und soll es für mich nicht weitergehen. Deshalb starte ich hier mal wieder einen ganz langsamen Versuch, wie damals als es so gut geklappt hat, richtig regelmäßig ins Laufen zu kommen. Mit C25k und dem Podcast von Robert Ullrey auf den Ohren. Wie 2008. Nur 15 kg schwerer. Und theoretisch in d...

Sightseeing-Lauf

Vor dem heutigen Lauf hatte ich schon ein bißchen Respekt, denn es sollten 8 Kilometer werden! 8 Kilometer! Soviel bin ich noch nie vorher gelaufen, denn mit Mühe und Not hab' ich ja bisher meine Runde bis zum Kanzleramt geschafft, die 7,5 km lang war... Und dann dies ja alles noch ohne meinen Garmin... Nunja, bei jogmap hab' ich mir also eine 8km-Runde zusammengebastelt, die anders als meine bisherigen Läufe an der Spree laufen sollte. Denn ich hatte irgendwie das Gefühl, dass mir die gewohnte Strecke an der Spree ein schlechtes Gefühl machen würde, weil ich dann immer denken würde: Oh Gott, so und so viel hast Du noch vor Dir - das schaffst Du nie! Und genau das wollte ich nicht, sondern lieber gar nicht so richtig einschätzen können, wieviel ich noch vor mir habe, um den Lauf einfach so richtig zu genießen. Und es wurde mir leicht gemacht: die Sonne strahlte von einem leicht bewölkten Himmel und die Spree glitzerte durch die letzten gelben Blätter hindurch als ich los lief!...